Polizei in Bonn und Köln: Wie Weihnachtsmärkte in der Region gesichert werden

Polizei in Bonn und Köln : Wie Weihnachtsmärkte in der Region gesichert werden

In der gesamten Region eröffnen nach und nach die Weihnachtsmärkte. Das Thema Sicherheit gehört bei dem weihnachtlichen Spektakel inzwischen dazu. Wir geben einen Überblick über die Arbeit der Polizei in Bonn und dem Umland.

Am vergangenen Freitag ist der Bonner Weihnachtsmarkt eröffnet worden. Hunderte Menschen kamen bereits am ersten Wochenende, das Treiben auf dem Münsterplatz war rege. Doch neben Glühwein, Waffeln und regionalen Geschenkideen wird auch in diesem Jahr besonders eines großgeschrieben: die Sicherheit der Besucher.

Das Sicherheitskonzept für den Bonner Weihnachtsmarkt sieht erneut an drei Zufahrten mobile Sperren beziehungsweise Betonpoller vor. Diese befinden sich an der Einfahrt zum Friedensplatz, an der Zufahrt über den Martinsplatz und im Bereich des Mülheimer Platzes, so Vizestadtsprecher Marc Hoffmann. Diese Sperren werden seit dem Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz vor zwei Jahren errichtet. Damals war der Tunesier Anis Amri mit einem gestohlenen Lastwagen in die Budenstadt gerast. Zwölf Menschen starben.

An allen Markttagen steht außerdem das Polizei-Mobil wieder in Höhe des Hauptportals des Bonner Münsters. Von der „Wache Weihnachtsmarkt“ aus werden die Fußstreifen koordiniert, dort sind die Polizeibeamten jederzeit ansprechbar. Ratsuchende können sich auch wieder an die Anlaufstelle des Stadtordnungsdienstes in der Vivatsgasse wenden. Die Beamten werden deutlich sichtbar in der Innenstadt unterwegs sein und dabei ein besonderes Augenmerk auf potenzielle Trick- und Taschendiebe haben. Die treiben aller Erfahrung nach vor allem dort ihr Unwesen, wo viele Menschen zusammenkommen. Zum Einsatz kommen wieder die „Alarm-Glöckchen“, die man sich an die Handtasche binden kann. Die Polizei rät aber allen Besuchern, Wertsachen möglichst in verschlossenen Innentaschen der Oberbekleidung aufzubewahren.

Beamte weniger schwer bewaffnet

Für die Kölner Weihnachtsmärkte ist das Sicherheitskonzept indessen leicht abgewandelt worden. Wie Karlo Kreitz, Pressesprecher der Polizei Köln, erklärt, gibt es in diesem Jahr etwa keine Beton-, sondern stattdessen mobile Sperren rund um den Alter Markt, Heumarkt sowie die Altstadt.

Zusätzlich sind mehr Beamte zu Fuß an Orten eingesetzt, die besonders belebt sind. "Wir sind überall dort, wo viele Menschen sind", betont Kreitz. Dies seien zusätzlich zu den großen Märkten auch kleinere Weihnachtsmärkte etwa am Chlodwigplatz oder im Stadtgarten. Anders als im vergangenen Jahr tragen die Polizisten dabei keine Schutzwesten und Maschinenpistolen direkt am Körper. Der "direkte Zugriff" auf diese sei aber gewährleistet, wie der Polizeisprecher sagt.

Dass das Sicherheitskonzept in Köln sich geändert hat, liegt daran, dass sich die Sicherheitslage in Deutschland gewandelt hat. Daran passen sich die Einsätze der Polizei an. "Die Terrorgefahr ist immer noch abstrakt hoch", betont Kreitz. Doch habe sich die Art der Anschläge gewandelt. Nicht zuletzt beim geplanten Rizin-Attentat des Kölner Islamisten Sief Allah H. hätten Fahrzeugsperren nichts ausrichten können. Darum seien die Polizisten nun verstärkt zu Fuß und somit mobiler unterwegs.

Anschlagsgefahr nicht höher als im Vorjahr

Auch in weiteren Großstädten in Nordrhein-Westfalen gibt es neue Sicherheitskonzepte. Bochum zum Beispiel versperrt die Zufahrten zur Innenstadt mit 86 Wassersäcken, die sogar Lkw aufhalten sollen. Das zertifizierte System ersetze die bisherigen Sandsäcke, sagte ein Sprecher von Bochum Marketing. Im vergangenen Jahr waren die Sandhindernisse berühmt geworden, weil sie wie in Geschenkpapier verpackt an den Eingängen der Märkte platziert waren.

Auch Duisburg hat alte Systeme durch neue ersetzt: An den wichtigen Eingängen zur Innenstadt versperren 25 rot-weiß gestreifte Betonstelen die Straßen. Zudem sind an mehreren Standorten auch feste Poller im Aufbau. Auf Wassersäcke wurde verzichtet.

Diese werden weiterhin in der Stadt Hagen positioniert, um die Innenstadt zu sichern. Zudem wurde erstmals ein Kuttenverbot auf dem Weihnachtsmarkt verhängt. „Damit wollen wir Provokationen von Mitgliedern bekannter Rockergruppen vorbeugen“, sagte eine Sprecherin.

Ohne Barrieren kommt Bielefeld aus. Eine sinnvolle Installation von Sperren sei aus Sicht der Sicherheitsorgane nicht möglich, ohne den Weihnachtsbetrieb lahm zu legen, sagte ein Sprecher des Stadtmarketings. Der Innenstadtbereich sei für die Marktbesucher trotzdem sicher. Veranstalter, Standbetreiber und Schausteller hätten die Aufmerksamkeit geschärft. Auffälligkeiten würden sofort an das Ordnungspersonal gemeldet. Vereinzelt gebe es zusätzliche Wachleute.

Generell wird die Anschlagsgefahr laut Düsseldorfer Polizei nicht höher eingestuft als in den Vorjahren. Demnach sehen die Sicherheitskonzepte der Weihnachtsmärkte in der Altstadt und der Innenstadt verstärkt zivile und uniformierte Einsatzkräfte vor und auch eine Gefahrenabwehr durch Betonklötze.

(mit Inhalten von dpa)