Kommentar zum Kleinen Theater: Langsam wird es Zeit

Kommentar zum Kleinen Theater : Langsam wird es Zeit

Das Trauerspiel scheint weiterzugehen: Die Ratskoalition hat weiteren Gesprächsbedarf zur Zukunft des Kleinen Theater angemeldet. Dabei wird es Zeit, die Nachfolge des scheidenden Intendanten Walter Ullrich endlich zu klären, kommentiert Ayla Jacob.

Walter Ullrich hat alles richtig gemacht. 60 Jahre lang hat der heute 87-Jährige die Geschicke des Kleinen Theaters in Bad Godesberg geleitet, stand auf der Bühne und führte Regie. Rechtzeitig gab er bekannt, dass er im Sommer 2019 aufhören möchte. So wollte er gewährleisten, dass zügig ein Nachfolger gefunden wird und der Spielbetrieb nahtlos weitergeht.

Zunächst sah alles gut aus: Ein Investor schien gefunden, eine entschlossene Truppe um die Kölner Theatermacherin Bettina Montazem stand für die Intendanz in den Startlöchern. Als der Geldgeber wegen zusätzlicher Auflagen der Stadt absprang, zog auch Montazem die Reißleine. Es verwundert allerdings, dass nun ein weiteres Jahr ohne eine Entscheidung vergangen ist. Dabei stehen die Namen von zwei Bewerbern schon seit Monaten fest.

Das Trauerspiel scheint aber weiterzugehen, weil die Ratskoalition nach all den vielen Beratungen weiterhin Gesprächsbedarf angemeldet hat. Dabei wäre es höchste Zeit, am 11. Dezember mutig eine Entscheidung zu treffen. Wer auch immer in der Spielzeit 2019/2020 ein Programm auf die Beine stellen will, muss bald Gewissheit haben. Die fürs Kleine Theater so wichtigen Auswärtsgastspiele sind schon jetzt kaum noch zu bekommen.

Dabei geht es nicht nur darum, der neuen Leitung in alter Spielstätte eine wirtschaftliche Basis zu verschaffen. Auch die Zuschauer und natürlich Walter Ullrich haben es nicht verdient, dass am Ende doch noch die Lichter im Kleinen Theater ausgehen.

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