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Kommentar über Plänen zur Verkehrsverbesserung: Warten auf den Bund

Kommentar über Plänen zur Verkehrsverbesserung : Warten auf den Bund

Die Stadt Bonn hat dem Bund eine Liste mit mehr als 60 Vorschlägen zur Luftverbesserung vorgelegt. Diese wird jetzt im Umweltministerium geprüft. GA-Redakteur warnt aber vor allzu großen Erwartungen.

Es wäre nicht untypisch für Bonn, wenn die städtischen Vorschläge für Verbesserungen im Verkehr (und damit der Luftqualität) innerhalb kurzer Zeit doch wieder für Enttäuschungen sorgten. Enttäuschungen bei denjenigen, denen der Wurf nicht weit genug reicht – weil sich darin beispielsweise der kostenlose Nahverkehr weiterhin nur in eng begrenzter Weise niederschlägt.

Oder bei denen, die sich für die Modellstadt den Durchbruch für echte Innovationen wie die Etablierung von Wassertaxis erhofft haben. Schließlich könnten auch jene in einigen Monaten die Schultern hängen lassen, die die lange Liste von 60 Punkten für eine vollständig realisierbare Agenda halten, die es jetzt mit Geld aus dem Bundeshaushalt einfach abzuarbeiten gilt. So ähnlich war es ja vor wenigen Wochen, als das bloße Stichwort „kostenloser ÖPNV“ die Öffentlichkeit derart elektrisierte, dass die Fragen nach Effektivität, Rentabilität und (gerechter) Finanzierung glatt in Vergessenheit gerieten.

Also Vorsicht vor zu viel Euphorie, zumal noch vier andere Modellstädte an ihren Wunschlisten schreiben. Zugleich sollten gerade die vermeintlich kleineren Maßnahmen mit Optimismus forciert werden. Wenn in Bonn der Bahn- und Bustakt spürbar verdichtet und ausgedehnt sowie Pünktlichkeit, Service und Sicherheit verbessert würden und Autofahrer, Radler und Fußgänger einander seltener ins Gehege kämen, wären das schon Fortschritte.

Ein 365-Euro-Ticket, eine regionale Bahncard 100 oder kostenlosen Nahverkehr am Wochenende darf es dann gern zusätzlich geben. Die Stadt hat viele Vorschläge zusammengetragen und vorgelegt, jetzt liegt der Ball beim Bund. Auf die Reaktion von dort darf man gespannt sein.