Umbau der Stadtbahnhaltestelle: Ruhige Nachtarbeiten am Stadthaus

Umbau der Stadtbahnhaltestelle : Ruhige Nachtarbeiten am Stadthaus

Der Mann von der Bauaufsicht lässt seinen Blick über die Baustelle unterhalb des Stadthauses schweifen und begutachtet dabei die Arbeiten an den neuen Bahnsteigen der Bahnhaltestelle. "Alles läuft nach Plan", sagt er und nickt zufrieden.

Es ist 1.30 Uhr gestern Morgen, und die erste Schicht der Nachtarbeiten ist in vollem Gange. Eigentlich hätte man die Arbeiten schon vergangene Woche durchführen wollen, allerdings machte Sturm "Niklas" den Planern des Tiefbauamtes einen Strich durch die Rechnung. "Das ist aber nicht weiter schlimm, dadurch gibt es keinen Verzug", so der Herr von der Bauaufsicht, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchten.

Für die Arbeiten in dieser Nacht muss der Berliner Platz in Richtung Norden gesperrt werden. Überall sind deshalb Warnbaken aufgebaut und gelbe Zäune grenzen die Baustelle ab. Ein großer mobiler Baukran, der zur Montage von größeren Bauteilen benötigt wird, blockiert die Straße. Teilweise stehen seine Stützen auch auf dem Gehweg.

Einige Nachtschwärmer versuchen, sich einen Weg vorbei zu bahnen. Einigen gelingt es, andere werden jäh zurückgehalten: Ein mächtiger Dornenstrauch, dessen Dornen sich in die Jacken der Passanten bohren, sorgt bei dem ein oder anderen für einen unfreiwilligen Stopp.

"Eines muss man aber deutlich sagen: Die Akzeptanz für diese Baustelle ist in der Bevölkerung sehr hoch. Es beschwert sich kaum jemand. Einige Bürger bleiben stehen und erkundigen sich, wie die Arbeiten verlaufen. Klagen darüber, dass hier die Stadtbahnen derzeit nicht halten können, sind selten", erklärt der Mann von der Bauaufsicht.

Auffällig ist die Stille auf der Baustelle. An das monotone Summen des Krans hat man sich schnell gewöhnt, gesprochen wird kaum. Die Arbeiten verlaufen nahezu leise, nur ab und zu hört man Werkzeuge. "Wir arbeiten miteinander, sprechen alles ab - die Zusammenarbeit der Beteiligten ist hervorragend", lobt die Bauaufsicht.

Es wird etwas lauter an der Baustelle, die von einem Leuchtballon und den Lichtern des Baukranes ausgeleuchtet wird. Die Augen der zehn Arbeiter und der Verantwortlichen wandern zu einem Betonfundament, in das soeben ein 11,50 Meter hoher, grauer Mast eingelassen wurde. Nun wird er justiert und hängt noch immer an dem Stahlseil des Baukranes. Millimeterarbeit für die Arbeiter - bei dem Sturm von letzter Woche wären die Arbeiten unmöglich und zu gefährlich gewesen.

"Das Einsetzen der Masten ist derzeit unsere Hauptarbeit. Jeder einzelne ist fünf Tonnen schwer und sieben Zentimeter stark", erklärt ein Verantwortlicher der ausführenden Baufirma, der ebenfalls nicht namentlich genannt werden möchte. Die Masten tragen später einmal die Oberleitungen und können auch die Dachkonstruktionen stützen.

Die Stadtbahnen können während der Arbeiten ungehindert vorbeifahren: Sie sind von den Montagearbeiten nicht betroffen. Weitere Nachtarbeiten wird es bis Ende Mai geben, um weitere Fahrleitungsmaste, Aufzugstürme und Haltestellendächer sowie Haltestellenrückwände zu installieren.

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