Öffentlich geförderter Wohnungsbau in Bonn: Neue Wohnungen an der Siemensstraße im Nu vermietet

Öffentlich geförderter Wohnungsbau in Bonn : Neue Wohnungen an der Siemensstraße im Nu vermietet

Die Anlage ist seit kurzem fertiggestellt, die Mietinteressenten standen praktisch Schlange. Jetzt ziehen die ersten neuen Bewohner ein. Öffentlich geförderter Wohnungsbau ist stark gefragt.

Die Nachfrage ist groß. Anfang März erst waren die letzten Arbeiten an der Wohnanlage auf dem Gelände der einstigen Mühle an der Siemensstraße nach 16-monatiger Bauzeit abgeschlossen. Das Vermieten an Bürger mit Wohnberechtigungsschein ging weitaus schneller. „Alle Wohnungen sind vergeben, und die Mieter schon eingezogen“, sagt Vebowag-Kundenbetreuerin Martina Häntschel. Sie werden über die Stadtverwaltung vergeben. „Bis zu 3000 Bonner stehen manchmal auf der Warteliste“, berichtet die Vebowag-Aufsichtsratsvorsitzende Karin Robinet.

An die einstige Mühle an der Siemensstraße erinnert immerhin noch ein mannshohes Schild an der Hauswand der neuen Wohnanlage. Sie wertet den Ortskern mit der Kirche St. Antonius und dem gegenüberliegenden Gelände der Dransdorfer Burg mit Burgkapelle sichtbar auf. Angenehm wirkt auch, dass die beiden Baukörper nicht in eine Zeile an die Straße gesetzt wurden, sondern so versetzt sind, dass sich ein kleiner Hofplatz erschließt, der bepflanzt werden kann. Auf der Rückseite der Häuser haben die Bewohner einen unverbaubaren Blick auf das Meßdorfer Feld.

Kein Keller wegen möglichem Hochwasser

Die Vereinigte Bonner Wohnungsbau AG (Vebowag), eine städtische Tochter, hat auf dem 2700 Quadratmeter großen Grundstück unter der Bauleitung von Alexander Schell 46 öffentlich geförderte Wohnungen gebaut. Investitionssumme: 5,7 Millionen Euro. Die Gebäude wurden auf Betonpfähle gesetzt, auf eine Unterkellerung wurde verzichtet. Aus gutem Grund, denn dem direkt am Grundstück verlaufenden Dransdorfer Bach muss bei Hochwasser eine Überschwemmungsfläche zugerechnet werden.

Immer noch tragen einige der neuen Mieter Waschmaschinen, Fernseher und Mobiliar ins Haus. Deswegen sind die Hausflure derzeit noch im Rohzustand. „Beim Einzug lassen sich Beschädigungen im Flur oft nicht vermeiden“, erläutert Vebowag-Vorstand Michael Kleine-Hartlage bei einem Ortstermin. Deshab werde erst gestrichen, wenn Ruhe eingekehrt ist.

Die Ein- bis Vierzimmerwohnungen haben Fußbodenheizung. Sie sind barrierefrei über Aufzüge zu erreichen, und alle haben Balkone. Kleine-Hartlage: „Und sie sind größer als im geförderten Wohnungsbau üblich.“ Durch ein spezielles Trägersystem konnten die Balkone vergrößert werden, ohne dass Mehrkosten entstanden. Beim Planen habe die Vebowag bereits langfristig einkalkuliert, dass sich der Druck auf den sozialen Wohnungsmarkt verringern könnte. „Dann sind diese Wohnungen für jedermann attraktiv“, so die Überlegung.

Die nächsten Bauprojekte der Vebowag

Die Fassade ist, bei Sozialwohnungen auch nicht unbedingt üblich, vollverklinkert. „Das sieht schöner aus, wirkt wertig und rechnet sich. Putz wird nach zehn Jahren unansehnlich und muss saniert werden. Klinker halten länger“, erläutert Kleine-Hartlage. Wertigkeit der Immobilien und Wohnqualität seien Teil der Vebowag-Philosophie.

„Durch die Landesförderung, die bis 2022 festgeschrieben ist, kann die Kaltmiete mit 6,25 Euro berechnet werden. Hinzu kommen drei Euro Nebenkosten“, erläutert Häntschel. Zurzeit realisiert die Vebowag weitere Bauvorhaben in der Friedenstraße 26 in Pützchen mit 25 öffentlich geförderten Wohnungen, in Rüngsdorf an der Ecke Wiedemann-/Offenbachstraße mit 43, in der Maidenheadstraße in Pennenfeld mit 14 Wohnungen. Noch in diesem Jahr soll mit dem Neubau an der Zitelmannstraße in der Gronau begonnen werden. Dort entstehen 26 Einheiten, an der Villemombler Straße in Lengsdorf 118 Wohneinheiten.

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