20-Jähriger mit Siegerfoto: Naturfotos des Jahres in Bonn ausgezeichnet

20-Jähriger mit Siegerfoto : Naturfotos des Jahres in Bonn ausgezeichnet

Die Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) hat den 20-Jährigen Dominik Janoschka in Bonn zum Naturfotografen des Jahres 2017. Das Siegerbild und rund 70 weitere prämierte Aufnahmen sind jetzt in der Bibliothek des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) in Rüngsdorf zu sehen.

Eigentlich hatte sich Dominik Janoschka in die heimische Kiesgrube begeben, um Schmetterlinge zu fotografieren. Über ihm schwirrte ein Schwarm Stare. Als die sich auf Stromleitungen niederließen, drückte der 20-Jährige ab.

Janoschka ist Hobbyfotograf, eine berufliche Zukunft in diesem Metier sieht er eher nicht. Stattdessen ist es für ihn ein Ausgleich zum Alltag, der für ihn derzeit vor allem aus dem Maschinenbau-Studium in Kassel besteht. Aufgewachsen ist er in der Nähe, in Gudensberg, wo auch besagte Kiesgrube ist. Er unternimmt aber auch gerne längere Fotoreisen, zuletzt war er in der Schweiz. Sein Equipment ist nicht besonders hochwertig. Notwendig sei das auch nicht: „Man kann auch gute Bilder mit Einsteigerkameras machen.“ Es gehöre immer auch Glück dazu, und vor allem bei Tieren viel Geduld.

Sein Foto wurde zum besten in der Sonderkategorie Schwarz-Weiß gekürt, außerdem wurde Janoschka zum besten Fotografen des Jahres gewählt. „Ich mag klar abgegrenzte Motive. Sie müssen etwas auslösen“, sagte er bei der Ausstellungseröffnung am Donnerstag im BfN. Bei der GDT ist er Mitglied, eine Voraussetzung für die Teilnahme am Wettbewerb.

440 Fotos eingegangen

Die 1971 von renommierten Fotografen gegründete Gesellschaft prämiert schon seit Jahren die besten Fotos ihrer Mitglieder in sieben Kategorien. In diesem Jahr wurden laut BfN-Präsidentin Beate Jessel, die die Ausstellung eröffnete, 440 Fotos eingegangen, die „einen ganz besonderen Blickwinkel auf die Natur“ darstellen. Den Modus erklärte Präsident Stephan Fürnrohr, der selbst mit einem Foto in der Kategorie „Atelier Natur“ auf den zweiten Platz kam: „Die Jury wählt pro Kategorie zehn Topbilder.“ Die werden dann den Mitgliedern zur Abstimmung gegeben, so dass die Naturfotografen die Gewinner untereinander ausmachen. Daneben gibt es einen Jurypreis.

Naturfotos des Jahres in Bonn ausgezeichnet

„Die Gesellschaft steht für eine gewisse Haltung in der Tierfotografie“, so Fürnrohr. Wichtig sei die Authentizität: „Nachbearbeitungen sind nur in Grenzen erlaubt.“ Ein weiterer Aspekt ist der Naturschutz: Die Fotos dürften nicht gestellt sein, müssten die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zeigen. Und sie müssen eine künstlerische Qualität aufweisen. Inzwischen sind auch Pflanzen- und Landschaftsfotografien zugelassen.

Die prämierten Fotos können bis 30. September im BfN, Konstantinstraße 110, besichtigt werden.

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