Gebühren steigen: Markthändler in Bonn müssen mehr zahlen

Gebühren steigen : Markthändler in Bonn müssen mehr zahlen

Auf die Händler der Wochenmärkte in den Stadtbezirken sowie auf Weihnachts- und Kunsthandwerkermarkt kommen höhere Gebühren zu. Die Hintergründe und Reaktionen.

Für die Händler auf den Wochenmärkten in den Stadtbezirken, dem Weihnachtsmarkt und dem Kunsthandwerkermarkt fallen seit Monatsanfang höhere Gebühren an. Der Rat der Stadt hat jüngst eine Anpassung der seit Ende 2001 geltenden Tarifordnung einstimmig beschlossen.

Die Händler müssen künftig auf den Wochenmärkten im Schnitt rund vier Prozent mehr Stellplatzmiete zahlen, auf Weihnachts- und Kunsthandwerkermarkt sogar 13,8 Prozent.

Für Kontrolle und Gebührenerhebung ist das Leistungszentrum (LZ) Märkte bei der Stadt zuständig. Laut Markus Schmitz vom Presseamt der Stadt sind die Gründe dafür, dass „die Kosten des LZ für Sach- und Dienstleistungen sowie für Personal gestiegen sind. Sie müssen auf die Marktbeschicker umgelegt werden“. Die Preissteigerung sei allerdings über mehrere Jahre gesehen sehr moderat. So rechnet das LZ beispielsweise in diesem Jahr mit Ausgaben von rund 70.000 Euro für die Wochenmärkte.

"Erhöhung zur Kenntnis genommen"

Von der Gebührenerhöhung ist Peter Mallon betroffen, der seit 1988 Gemüse und Obst auf dem Duisdorfer Wochenmarkt verkauft. „Ich habe die Erhöhung zur Kenntnis genommen“, sagt der 58-Jährige. Die Mehrkosten seien für ihn so gering, dass sie seinen Umsatz nicht beeinflussen würden.

Für seinen etwa zehn Quadratmeter großen Stand bezahlt er „60 bis 70 Euro pro Monat für zwei halbe Tage die Woche“. Die Kosten würden nur um ein bis zwei Euro steigen.

Nicht betroffen von der Tarifanpassung ist der Wochenmarkt auf dem Marktplatz; er wird von der Deutschen Marktgilde betrieben. „Wir führen den Markt seit acht Jahren und haben die Gebühren nur im vergangenen Jahr minimal angehoben“, so Marktleiterin Inge Hankammer. Ob sie sich erneut ändern, werde zurzeit geprüft.

Keine Auswirkungen auf Pützchens Markt

Mehrausgaben für Standplätze kommen in jedem Fall auf Händler auf dem Weihnachtsmarkt und dem Kunsthandwerkermarkt zu. Für sie kalkuliert das LZ für 2017 Kosten in Höhe von 784.349 Euro vor. Dass sie um so viel größer sind als die der Wochenmärkte, erklärt die Stadt mit der komplexeren Infrastruktur. „Auch die Personalkosten sind wesentlich höher“, sagt Schmitz.

Standbetreiber auf Pützchens Markt können aufatmen. Die Gebühren bleiben zumindest vorerst unverändert. Ob dies auch in Zukunft so sei, kann laut Stadt zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantwortet werden.

Kürzere Veranstaltungsdauer wirkt sich aus

Dass Händler auf Weihnachts- und Kunsthandwerkermarkt tiefer in die Tasche greifen müssen, liegt an der kürzeren Veranstaltungsdauer. Waren es im vergangenen Jahr 35 Veranstaltungstage, so sind es dieses Jahr nur 29. Das führt zu einer kleineren Gesamtveranstaltungsfläche und einem Anstieg der Gebühren.

Für Peter Barth vom Bonner Schaustellerverband ist das „Alltag“, wie er sagt. Seine Familie betreibt seit 1974 Stände auf dem Weihnachtsmarkt. „Ich vertraue in die Stadt, dass sie da keinen Unfug treibt, weiß, dass sie kostendeckend arbeiten muss und durch das Rechnungsprüfungsamt kontrolliert wird“, so Barth. Aus der Erfahrung wisse er, dass sich darüber aufregen nichts bringe und auch wieder Jahre kämen, in denen die Tarife gesenkt werden.