Glosse zum Schnee in der Region: Der Smalltalk über Schnee

Glosse zum Schnee in der Region : Der Smalltalk über Schnee

Über Wetter lässt sich ja bekanntlich immer reden. Aber der aktuelle Schneefall bewirkt nicht nur, dass über ihn geredet wird, sondern endlich mal wieder miteinander, findet GA-Redakteurin Sabrina Bauer.

Das Wetter ist ja bekanntlich ein Smalltalk-Thema par excellence. Kein Wunder, dass am Donnerstagmorgen der Schnee im Rheinland Gesprächsthema Nummer eins war. Wie immer spaltet die weiße Pracht allerdings die Gemüter: Die einen staunen verwundert und mit kindlicher Begeisterung über die Wattelandschaft, die anderen sind genervt von Staus, Verspätungen und Bahnausfällen. Der Schnee bewirkt allerdings nicht nur, dass über ihn, sondern auch zur Abwechslung mal wieder miteinander geredet wird.

In der vollen Bahn zur Arbeit gab es am Donnerstagmorgen angeregte Gespräche. Wo sonst jeder Fahrgast mit Kopfhörern abgeschirmt vom Rest der Welt auf sein Smartphone starrt und so in seiner eigenen Blase zur Arbeit oder Schule fährt, waren die Fahrgäste aufgrund der leicht erhöhten Passagierzahl quasi gezwungen, das Handy in der Jackentasche zu lassen. So erzählte ein Familienvater der älteren Dame neben sich von seinem vergeblichen Versuch, den Bereich vor seinem Haus freizuräumen – bei andauerndem Schneefall die reinste Sisyphosarbeit.

Eine Reisegruppe von Frauen plante hingegen mit strategischer Präzision ihr Vorkommen zur nächsten Bahntür und den weiteren Weg zum nächsten Bahnhof mit ihren bunten Rollkoffern. Währenddessen hockte eine Schülergruppe auf engstem Raum zusammen und tuschelte aufgeregt. Manchmal braucht es eben ein besonderes Wetterereignis, um die Menschen wieder ins Gespräch zu bringen.

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