Thema 2017: "Gönnen können": Bonner Stadtkrippe zieht in den Kapitelsaal

Thema 2017: "Gönnen können" : Bonner Stadtkrippe zieht in den Kapitelsaal

Die Stadtkrippe des Bonner Münsters befasst sich in diesem Jahr mit dem Thema "Gönnen können". Wegen der Sanierung des Münsters wurde die Krippe im Kapitelsaal aufgebaut.

„Mer muss och jünne künne“, sagt man im Rheinland gerne. Was das für Weihnachten bedeutet, versucht die diesjährige Stadtkrippe des Bonner Münsters unter dem Motto „Weihnachten, das gönn ich dir. Gott“ aufzuschlüsseln. Wegen der Sanierungsmaßnahmen wurde die Krippe erstmals nicht in der Basilika selbst aufgebaut, sondern im Kapitelsaal, der über den Kreuzgang zu erreichen ist.

Und weil dort einst Adolph Kolping den ersten Bonner Gesellenverein gegründet hatte, findet dieser auch seinen Platz auf der Krippe. Kolping habe aufmerksam beobachtet, was die Gesellschaft brauchte. „Wachsamkeit im Leben“ ist daher Thema des ersten Krippenbildes: „Nur wer mit geschärfter Antenne durchs Leben geht, sieht, wo er gebraucht wird“, erklärte Projektleiter Sebastian Stiewe. Dabei solle man wertfrei bleiben.

An der Krippe mit der Bonner Skyline als Kulisse sieht man etwa einen Straßenreiniger, der Müll aufsammelt. Ein Mann eilt an ihm vorbei und lässt leere Dosen fallen – absichtlich oder versehentlich? Ein Dritter beobachtet diese Szene. Nebenan stehen Menschen an einem Obststand Schlange, aber keiner hebt die Äpfel auf, die direkt daneben über den Boden kullern. Wieder gibt es einen Beobachter.

Wie diese Szenen weitergehen, sieht man in den folgenden Krippenbildern, die jeweils an den Adventswochenenden enthüllt werden und unter den Überschriften „Anderen etwas gönnen“ und „Sich selbst etwas gönnen“ stehen. Was hat das mit Weihnachten zu tun? An Weihnachten habe sich Gott selbst den Menschen „gegönnt“, erklärte Stiewe, durch seine Menschwerdung mit der Geburt Jesu.

Die Gestaltung der Figuren aus der Werkstatt Klucker in Oberammergau wurde wie seit der ersten Stadtkrippe im Jahr 2013 vom Ehepaar Kriemhild und Josef Feikes konzipiert und umgesetzt. Den Aufbau hatten die Firmen Knauber und Gerüstbau Breidt übernommen. Stadtdechant Wilfried Schumacher lädt die Bonner zur Besichtigung der Krippe ein, die ein realistisches Bild zeichne: „Dieses Bild ist nicht einfach schön anzusehen, die Krippe keine bloße Adventsdekoration“, so der Monsignore. „Sie ist immer auch Provokation und Einladung.“

Der Kapitelsaal ist montags bis freitags von 13 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 13 bis 16 Uhr sowie am 25. und 26. Dezember von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Weiterhin gibt es spontane Führungen. Die Krippe ist ansonsten durch die Glastür vom Kreuzgang aus zu sehen. Das Bonner Münster eröffnet die Adventszeit am Samstag, 2. Dezember, ab 17.30 Uhr mit einer ökumenischen Feier im Kreuzgang.

Alle Termine der Adventszeit finden sich im Internet auf bonner-muenster.de/advent.

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