Denkmal im Bonner Norden

Mühlenstumpf bleibt eine Baustelle

Immer noch nicht bewohnbar: Stefan Rohrbach schaufelt Geröll aus dem Mühlenstumpf.

Immer noch nicht bewohnbar: Stefan Rohrbach schaufelt Geröll aus dem Mühlenstumpf.

Bonn. Bonner Pfadfinder wollen den denkmalgeschützten Mühlenstumpf trockenlegen. Die Renovierungsarbeiten ziehen sich schon mehr als zehn Jahre hin. Die Arbeiten erweisen sich als schwierig.

„Kein Mensch will sich hier länger aufhalten“, sagt Stefan Rohrbach, der mitverantwortlich ist für die Restauration des Mühlenstumpfes. Mehr als zehn Jahren nach der Übergabe ist der denkmalgeschützte Mühlenstumpf in Auerberg für die Bonner Pfadfinderinnen und Pfadfinder mehr Baustelle denn Gruppenheim. In dem alten Gemäuer ist es feucht, bei viel Regen sind die Wände tagelang nass. Strom und Wasser gibt es nicht, und es fehlen nutzbare Leitungen vor dem Gebäude.

Regelmäßige Gruppenstunden sind im Mühlenstumpf bis heute nicht möglich. Das liegt aber weder an den Pfadfindern, noch an ihrem Förderverein um den Vorsitzenden Rohrbach: „ Zum einen sollen wir Leitungen für Wasser, Abwasser und Strom verlegen, zum anderen muss das alte Gemäuer dringend trockengelegt werden.“ Um die 200 Meter sind es bis zum nächsten Abwasserkanal. Die Rohre über öffentlichen Grund zu legen, würde die finanziellen Möglichkeiten des Vereins sprengen.

Der Mühlenstumpf ist der Sockel einer Windmühle, die 1620 das erste Mal in Aufzeichnungen auftauchte und bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in Betrieb war. Der Sockel gilt als historisches Relikt und spiegelt eine traditionelle Bautechnik wider. Für die Denkmalbehörde sei es wichtig, diese historischen Spuren am Gebäude nicht zu verwischen.

Noch hat sich kein Nachbar bereit erklärt

Eine Abwassergrube ist laut Rohrbach auch keine Lösung, langfristig müsse das Abwasser in den Kanal geleitet werden, so die Forderung. Derzeit berät der Verein über die Möglichkeit, die Rohre über benachbarte Grundstücke zu verlegen. Doch dazu habe sich noch kein Nachbar bereit erklärt.

Auch die Trockenlegung ist keine leichte Aufgabe, denn das Gemäuer wurde in den Hang gebaut, und die Mauern reichen zum Teil bis unter der Erde. „Wir müssten die Mauern ausgraben, die Fugen der Granitsteine säubern und abdichten, damit es drinnen trocken bleibt. Eine Lösung wäre, eine dünne Betonschicht aufzutragen“, erklärte Rohrbach. Bald will er sich mit der Denkmalbehörde zusammensetzen und über die Möglichkeiten einer Trockenlegung diskutieren.

Die hatte den Plänen der Pfadfinder, eine Betonschicht anzubringen, bisher nicht zugestimmt. Rohrbach betonte, man suche eine Einigung: „Der Großteil der Granitsteine liegt sowieso unter der Erde und ist für den Betrachter nicht sichtbar.“ Sollten die Gespräche für die Pfadfinder erfolgreich verlaufen, könne mit der Ausgrabung begonnen werden. „Uns liegen einige Angebote vor, die Bagger könnten morgen hier sein.“