Beethoven-Rap mit Klassikeinlage

Kinder proben für Beethoven-Kinder-Fest im Pantheon

Die Schülerinnen und Schüler der Beethoven-AG freuen sich mit Musiklehrerin Christina Bach (5.v.l.) und Mentor Hannes Drobetz (unten Mitte) auf ihren Auftritt im Pantheon.

Die Schülerinnen und Schüler der Beethoven-AG freuen sich mit Musiklehrerin Christina Bach (5.v.l.) und Mentor Hannes Drobetz (unten Mitte) auf ihren Auftritt im Pantheon.

Küdinghoven. 22 Kinder der Ennertschule proben für ihren Auftritt auf der großen Bühne des Pantheon Theaters. Seit Anfang des Jahres beschäftigen sich die Kinder in der Beethoven-Kinder-Fest-AG mit dem berühmten Sohn der Stadt.

„Wir sind heute zum Üben hier, da ist es nicht schlimm, wenn auch mal Fehler passieren“, beruhigte Hannes Drobertz die 22 Kinder der Ennertschule, die zusammen mit ihrer Musiklehrerin Christina Bach für ihren Auftritt beim zweiten Beethoven Kinder Fest im Juni üben. Noch haben sie etwa drei Monate Zeit, bis sie im Scheinwerferlicht der großen Bühne des Pantheons stehen werden.

Unter dem Motto „Der Dreiklang“ arbeiten sie mit weiteren neun Bonner Schulen aus dem Primarbereich an Projekten rund um Ludwig van Beethoven, sprechen und lernen viel über seine Musik und seine Ideen. Als Grundton des „Dreiklangs“ wird die Natur zum Thema gemacht. Quinte soll der Mensch sein, und die Terz dazwischen wird durch Politik und Ideale gefüllt werden.

„Natürlich wissen wir schon eine ganze Menge über Beethoven“, sagte Amelie (9), „schließlich hat er ja in unserer Stadt gewohnt.“ Und Mira (10) ergänzt: „Wir waren auch schon in seinem Geburtshaus.“ Moritz (10) konnte sich dort sogar eine Münze mit Beethovens Konterfei für seine Münzsammlung pressen. Seit Anfang des Jahres beschäftigen sich die Kinder in der Beethoven-Kinder-Fest-AG mit dem berühmten Sohn der Stadt.

Von Donald Trump im Weißen Haus

Auch wenn sie es spannend machen mit ihrem Konzept, eines zeichnet sich nach den ersten Proben schon ab: dass Beethovens Musik um eine jugendlich moderne Komponente bereichert wird. Die 19 Mädchen und drei Jungs der AG haben sich mit ihrem Mentor Hannes Drobetz von der Musikschule Henneberger dafür entschieden, einen Beethoven-Rap auf die Bühne zu bringen. Satzstücke wie, „Er war berühmt“, „Bonn am Rhein“ und „ging nach Wien“ werden mit Boomwhackers, harmonisch abgestimmte Kunststoffröhren, und mit rhythmischem Klatschen („Bodypercussions“) begleitet.

Musiklehrerin Bach sorgt dabei für den klassischen Teil des voraussichtlich zehnminütigen Auftritts. So wird auch „Marmotte“ zu hören sein. Ein Liedtext, den Goethe für ein Theaterstück über Flüchtlingskinder aus Savoyen geschrieben und Ludwig van Beethoven derart ergriffen hatte, dass er eine Melodie dazu schrieb. Der heute wieder aktuelle Hintergrund des Liedes, das von hungernden Bergbauernkindern erzählt, die mit ihren dressierten Murmeltieren über die Alpen kamen, um mit kleinen Kunststücken Geld zu sammeln, wird zusammen mit dem Lied „Urians Reise um die Welt“ den politischen Teil des „Dreiklangs“ ausmachen.

Der Text von Matthias Claudius zu Urian inspirierte die Kinder allerdings dazu, ihre eigenen Texte zu schreiben, die von der Reise Urians zum Big Ben in London genauso erzählen, wie von Donald Trump im Weißen Haus. Kritische Texte, die sicherlich das Publikum überraschen werden.

Dabei sei es auch nicht schlimm, sagte Amelie, wenn man mal ein Wort des Textes vergessen würde: „Wir stehen ja mit so vielen Kindern auf der Bühne, dass man das gar nicht merken wird.“ Zudem wird Drobertz bis zum großen Auftritt noch zweimal mit den Kindern proben und Christina Bach dafür sorgen, dass auch die Texte in Gänze zu Gehör gebracht werden.