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Schließung des Kurfürstenbads: Schulschwimmen wird in Bonn zum Luxus

Schließung des Kurfürstenbads : Schulschwimmen wird in Bonn zum Luxus

Durch die Schließung des Kurfürstenbads müssen einige Schulen auf Schwimmunterricht verzichten. Auch ein Neubau in Dottendorf wird die Situation wohl nicht verbessern.

Was bedeutet die Schließung des Kurfürstenbads für das Schulschwimmen in Bad Godesberg? Und was wird das geplante Dottendorfer Kombibad für den Schulsport bringen? Diese Fragen haben im Schulausschuss drei Große Anfragen des Bürger Bunds aufgeworfen – und in allen drei Fällen eine Vertagung geerntet. „Wir befinden uns noch mitten in der Planungsphase“, erklärte die Verwaltung. Tragbare Ergebnisse gebe es erst in den nächsten Wochen.

Wenn allerdings mit dem Bau der Traglufthalle für das Friesdorfer Freibad im September begonnen werde, könnte das „Friesi“ ab Ende Februar 2018 die Lage entlasten, so die Verwaltung im Ausschuss. „Auf jeden Fall werden wir ab 2020 ausreichend Schwimmflächen in Bonn haben. Dann wird es zur Neukonzeptionierung kommen“, versprach die Stadt.

Ob das die Godesberger Schulen beruhigt? Im Erzbischöflichen Clara-Fey-Gymnasium ist das Schulschwimmen seit Mai 2016 ganz abgeschafft. Das nahe Kurfürstenbad geschlossen, alle anderen Bäder entweder zu weit weg oder aber in ihren Kapazitäten nicht ausreichend: Das beklagt das Gymnasium in einer Umfrage, die die SPD-Fraktion an alle Bonner Schulen gerichtet hat und die dem GA vorliegt.

Bad in Dottendorf keine Option für Clara-Fey-Gymnasium

Aber würde der Bau des Dottendorfer Bads für das Clara-Fey-Gymnasium nicht Licht am Ende des Tunnels bedeuten? Das Gymnasium liegt im Herzen Godesbergs lange nicht so weit vom Wasserland entfernt wie die Schulen im Süden. Der Weg nach Dottendorf würde jedoch die reine Schwimmzeit von netto 45 Minuten auf unter 35 Minuten verringern, und das bei einem Zeitaufwand von zwei Schulstunden, rechnen die Verantwortlichen des Gymnasiums vor.

„Diesen Aufwand für eine Zeit, in der das Erlernen des Schwimmens oder besonderer Schwimmtechniken kaum möglich ist, werden wir nicht betreiben.“ Die aktuelle Situation und das städtische Bäderkonzept bedeuteten, dass am Clara-Fey kein schulischer Schwimmunterricht mehr stattfinden könne.

Das ist momentan auch Realität an der Johannes-Rau-Hauptschule in Pennenfeld, während die Robert-Koch-Grundschule fein raus ist: Sie kann ihre Schwimmzeiten im Becken des nahen Konrad-Adenauer-Gymnasiums unterbringen, was auch für die Burg-Grundschule gilt. Würde das Dottendorfer Bad gebaut, wäre der Standort für die Kinder im Godesberger Zentrum sogar „recht gut zu erreichen“, heißt es von der Burgschule.

„Wir müssen uns bewusst sein, welche Probleme die Schließung des Kurfürstenbads für viele Godesberger Schulen gebracht hat und das Dottendorfer Bad bringen wird“, betonte Rolf Fischer vom Bürger Bund in der Schulausschuss-Aussprache.

Widerspruch erntete er dafür sofort von David Lutz (CDU). Er habe mit Godesberger Schulleitern gesprochen. „Die sehen das als unproblematisch an“, so Lutz. Wenn man für die Anfahrt nach Dottendorf eine Viertelstunde rechne, habe das keinerlei Relevanz. Was wiederum Gieslind Grenz (SPD) mit Verweis auf die laufende Umfrage ihrer Partei verwunderte. Sie ermunterte die Verwaltung, selbst genaue Rückmeldungen von den Godesberger Schuldirektoren einzuholen, um nah am Puls der Schulen zu sein.