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Hängepartie um Oldtimer-Rundfahrt: Der Caracciola-Cup steht weiter auf der Kippe

Hängepartie um Oldtimer-Rundfahrt : Der Caracciola-Cup steht weiter auf der Kippe

Noch immer wartet der Godesberger Motor-Club auf eine Genehmigung für das Parken im Rosengarten, damit die Veranstaltung Anfang Mai über die Bühne gehen kann. Die Bezirksvertretung berät am 8.März.

Wenn der Godesberger Motor-Club 1953 (GMC) zum Caracciola-Cup bläst, folgen seinem Aufruf jedes Jahr über hundert Oldtimer-Besitzer und ihre formschönen Schätzchen. Einen Tag lang wird dann der Rosenpark am Rheinufer, unterhalb des Drachensteinparks, zur Augenweide für Autoliebhaber. Wegen einer Sonderparkgenehmigung steht die Zukunft der Veranstaltung immer noch auf der Kippe.

Dieses Jahr soll der Cup am 6. Mai über die Straßen der Umgebung rollen. Nach dem Rennen treffen sich alle Fahrer traditionell im Rosenpark, der dazu kurzerhand zum Parkplatz umfunktioniert wird. Möglich wird dies nur durch eine Sondergenehmigung der Stadt Bonn, doch schon letztes Jahr kündigte sie an, eine solche Genehmigung in Zukunft nicht mehr aussprechen zu wollen. Vor allem durch den Einsatz von Oberbürgermeister Ashok Sridharan konnte der GMC die Stadt 2016 schließlich doch noch umstimmen.

Aber die Genehmigung ist stets einmalig und so hat GMC-Vorsitzender Hans-Christoph Schäfer vor knapp zwei Wochen für 2017 eine neue beantragt. Letztes Jahr habe auch die Baustelle für den Entlastungskanal im Rosenpark eine Rolle gespielt; an dieser Stelle ist sie nun aber abgeschlossen. In einem Gespräch mit der Stadt konnte in der Zwischenzeit „einiges geklärt werden“, so Schäfer, doch einen definitiven Bescheid habe er noch nicht. Warum keine Genehmigungen mehr ausgesprochen werden sollten, wusste er nicht genau. Bedenken wegen möglicher Verschmutzung durch Motoröl konnte er zumindest ausräumen.

Was er ohne die Genehmigung machen würde, weiß er nicht. „Ich habe rheinauf, rheinab nach alternativen Flächen gesucht, von Rolandswerth bis nach Rüngsdorf, aber nichts gefunden“, so Schäfer. Ein Anschluss an die Wasser- und Stromversorgung sei für die Veranstaltungsfläche essentiell. Der Zuspruch zum Cup sei ungebrochen hoch, meinte Schäfer. Außerdem ergänze er in Mehlem die Feierlichkeiten zu Rhein in Flammen. „Ich hoffe, dass man einsichtig ist und sagt, das ist eine Brauchtumsveranstaltung, das ist Tradition und das bleibt“, sagte er. Beim Caracciola-Cup geht es weniger um Geschwindigkeit, als um den Spaß am Fahren. Bei der Fahrt in den Mai, die im Rahmen des Cups stattfindet, handelt es sich um eine etwa 150 Kilometer lange touristische Ausfahrt. Navigiert wird nur mit Karte und Wegbeschreibungen.

Seit Herbst ist der GMC mit der Organisation beschäftigt. Das gehe mit der Ausschreibung los, zahlreiche Dachverbände müssten kontaktiert und Genehmigungen eingeholt werden. Nicht zuletzt muss auch jedes Jahr eine neue Strecke geplant werden, so Schäfer. Damit die Planung weitergehen kann, hofft er auf eine schnellstmögliche positive Entscheidung der Stadt. Die CDU hat das Thema per Dringlichkeitsantrag auf die Tagesordnung der Bezirksvertretung setzen lassen. Die tagt am kommenden Mittwoch.