Bad Godesberger Ärztin Ärztin Elena Rajda: Interview zum Thema "Tod und Auferstehung"

Bad Godesberger Ärztin Ärztin Elena Rajda : Interview zum Thema "Tod und Auferstehung"

Die evangelische Johannes-Kirchengemeinde lädt einmal im Monat zu den Glanzlichter-Gottesdiensten ein. Diesmal ist „Tod und Auferstehung" das Thema. Die Ärztin Elena Rajda setzt sich in einem Interview vorab damit auseinander.

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Können Sie als Ärztin im Gottesdienst am Samstag den Godesbergern Tröstliches übers Sterben sagen?

Elena Rajda: Als Neurologin habe ich oft mit kranken Menschen zu tun, die unter starken chronischen Schmerzen oder unheilbaren Erkrankungen leiden. In diesen Fällen ist es tröstlich zu wissen, dass mit dem Sterben das Leiden beendet ist.

Die Grenze zwischen Leben und Tod ist für viele von uns nicht klar. Ab wann ist ein Mensch aus medizinischer Sicht tot?

Rajda: Der Tod ist das endgültige Versagen aller lebenserhaltender Funktionsabläufe. Definitionsgemäß beginnt er mit dem Erlöschen der Hirnfunktionen, also mit dem irreversiblen Funktionsausfall von Großhirn und Hirnstamm.

Wenn das Herz nicht mehr schlägt, kann das Gehirn also noch am Leben sein?

Rajda: Ja, wenn es künstlich mit Blut und Sauerstoff versorgt wird.

Wie kann ein Leben denn dann noch gerettet werden?

Rajda: Je nach Ursache, zum Beispiel bei einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall, werden dafür entwickelte intensivmedizinische Maßnahmen durchgeführt.

Andererseits kann das Herz eines Menschen, der beatmet wird, durchaus noch schlagen, und doch zeigt das Hirn kein Lebenszeichen mehr?

Rajda: Ja, das kann durchaus passieren. Unser Gehirn muss ständig mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Wenn diese Versorgung für mehr als drei bis fünf Minuten unterbrochen wird, beginnen die Hirnzellen abzusterben. Übrigens auch beim „Wachkoma“ kann das der Fall sein. Körperliche Funktionen werden durch Maschinen ersetzt, etwa durch eine Herzlungenmaschine.

Woran ist denn schon zuvor erkennbar, dass der Sterbeprozess beginnt?

Rajda: Der Atem wird unregelmäßig oder setzt aus, das Herz schlägt unregelmäßig…

Wie kann der medizinische Laie einem sterbenden Menschen beistehen?

Rajda: In der Begleitung, mit Zuhören, Handhalten, Gespräche führen und vielleicht sogar damit, letzte Wünsche zu erfüllen.

Hilft es Ihrer Erfahrung nach sterbenden Menschen, wenn sie an die Auferstehung glauben?

Rajda: Ja, eindeutig. Damit wird das Leben nur im gegenwärtigen Zustand beendet und auf einer anderen Ebene weitergeführt.

Sie kommen aus Russland und waren erstaunt, dass hier in Bad Godesberg die Leute auf Friedhöfen auch spazieren gehen?

Rajda: Ja, das ist ja überall in Deutschland so. Hier ist die Einstellung zum Tod und der Umgang mit dem Tod anders als in Russland.

Wie halten denn dagegen die Menschen in Ihrer Heimat Russland die Erinnerung an ihre Verstorbenen wach?

Rajda: In Russland gibt es einmal im Jahr einen Tag, an dem die Menschen ihrer toten Angehörigen gedenken. Dann gehen sie zusammen auf den Friedhof, bringen Blumen und Lebensmittel mit, stehen am Grab und erinnern sich an die Verstorbenen.

Glanzlichtgottesdienst am Samstag, 10. März, 18 Uhr, Rigal`sche Kapelle, Kurfürstenallee 11, mit Musik von Yves Gueit (Le Clou)