Turnhalle an der Burgschule: Volleyballer in Schweinheim müssen beim Training frieren

Turnhalle an der Burgschule : Volleyballer in Schweinheim müssen beim Training frieren

Das Öffnen der Oberlichter in der Turnhalle an der Burgschule erfolgt automatisch und richtet sich nach dem CO2-Gehalt in der Hallenluft. Gut gedacht, aber schlecht gemacht: Bei niedrigen Temperaturen ist es zu kalt in der Halle.

Ein Fenster macht man auf, damit mal frische Luft ins Haus kommt. Bei Kälte aber nicht zu lange, sonst hält man es bald in der Wohnung nicht mehr aus – mal abgesehen von der Energieverschwendung. Anders sah es in den vergangenen Tagen in der Turnhalle von Burg- und Siebengebirgsschule aus: Egal wie eisig es draußen war, gingen die Kippfenster auf und zu, scheinbar ohne ein System.

Da wurde es nicht nur einigen Schülern kalt, sondern vor allem den Volleyballern des Godesberger Turnvereins (GTV), die immer am Abend in der Halle spielen, wenn die Temperaturen weiter sinken. „Die Damen trainieren mittlerweile im Anorak“, sagte Übungsleiter Johannes Wandt. Beim letzten Treffen der Runde, die es schon seit mehr als 40 Jahren gibt, hatte er extra ein Thermometer mitgenommen: Das zeigte zwischen 20.30 und 22 Uhr gerade mal 15,1 Grad Celsius an. „Das ist eindeutig zu kalt“, sagt Wandt. Die 24 Volleyballer beobachteten im Winter, wie die Fenster verrückt spielten, am längsten einmal für eine Stunde offen standen. So hat sich die Gruppe beim Sport- und Bäderamt beklagt.

Die Siebengebirgsschule hat sich vergangene Woche bereits ans Schulamt gewandt, weil es für den Unterricht teilweise zu kalt gewesen sei, so Leiter Achim Bäumer. „Es war wohl an einem Fühler etwas defekt und ist behoben worden“, sagte er. Seine Schule nutzt die Turnhalle 20 Stunden in der Woche. Bei der Burgschule nebenan ist es die Hälfte. „Ich habe von den Kolleginnen keine Meldung bekommen, dass es in der Turnhalle zu kalt ist“, meinte Leiterin Reinhild Goltz auf Anfrage des GA. Der Unterricht habe ohne Schwierigkeiten stattgefunden.

Die Vereine und Schulen haben mittlerweile eine E-Mail von der Stadt erhalten, in der das Sportamt und das Städtische Gebäudemanagement (SGB) das Fensterprinzip erläutern – das Schreiben liegt dem GA vor. Demnach wird die Lüftung der Halle über einen Kohlendioxid-Fühler gesteuert. Erreicht der CO2-Wert der Luft einen Wert über 800 ppm (parts per million, Anteile pro Million), „sendet der Fühler ein Steuersignal an die Regelung“, so der Wortlaut des SGB. „Die Regelung öffnet dann motorgesteuert die Oberlichter in der Halle, um den CO2-Wert wieder zu senken und die Luftqualität in der Turnhalle zu verbessern.“

Nun sei diese automatische Fensterregelung längere Zeit defekt gewesen, aber mittlerweile repariert worden. Die Luftqualität sei nun wieder in Ordnung. Letztlich seien die offenen Fenster kein Mangel, so die Verwaltung, die eine Anfrage dieser Zeitung bislang nicht beantworten konnte. „Meine Volleyballer sehen das anders“, so Wandt. Er fragt sich, ob für ein Training letztlich die Temperatur oder der CO2-Gehalt der Luft entscheidend ist.