Jugendliche aus vielen Nationen und allen Schulformen: Ein Platz zum Quatschen und Zuhören

Jugendliche aus vielen Nationen und allen Schulformen : Ein Platz zum Quatschen und Zuhören

Godesheim und CJG Hermann-Josef-Haus ziehen positive Bilanz zu ihren "One World"-Angeboten für Jugendliche.

Es sind nicht unbedingt die großen, weltbewegenden Themen, die die Gäste des "oneworld cafés" und des "One World mobils" diskutieren. Sondern vielmehr die Dinge, die ihnen als Jugendliche auf den Nägeln brennen:

Freundschaft, Schule, Job, Familie, Polizei oder Sexualität und Partnerschaft. Durchaus aber auch Politik, denn das Verhalten eines Staatschefs wie Donald Trump lädt sie förmlich dazu ein, mal darüber zu quatschen.

Die beiden Kooperationspartner Evangelische Jugendhilfe Godesheim und CJG Hermann-Josef-Haus ziehen eine positive Bilanz zu ihrem Angebot der offenen Jugendarbeit in Bad Godesberg, das sie im druckfrischen Erfahrungsbericht 2017 bilanzieren. Die jungen Leute sowieso, denn sie kommen gern und regelmäßig vorbei.

Täglich bis zu 20 im Alter von 14 bis 21 - gern aber auch noch etwas älter - sind es im gemütlichen Café im Hansa-Haus an der Alten Bahnhofstraße 21. Sie freuen sich auf Obst und Gemüse, wie Miguel, der die gesunde Kost Chips und Flips vorzieht. "Ich bin fast täglich hier", sagte der 18-Jährige bei der kleinen Feierstunde am Freitagnachmittag.

"Es ist ein Ort, wo man sich mit Freunden treffen und zurückziehen kann." Die Jugendlichen kommen aus vielen Nationen, alle Schulformen sind laut Carsten Gebauer (29), dem pädagogischen Leiter, vertreten. "Wir kommen gut miteinander aus", sagt Miguel. Man würde sich aber auch schon mal reiben, was auch Stefanie Lenger (Leiterin Godesheim) und Britta Pitsch (Leiterin CJG) bestätigen.

"Wir leisten einen wesentlichen Beitrag zur Integration", sagen beide. "Wir erleben aber auch viel Hilfe zur Selbsthilfe. Wer ein Problem hat, bleibt damit nicht allein im Regen stehen. Die vier im "One World"-Team helfen, wo sie können oder vermitteln die Jugendlichen weiter.

Das alles imponiert auch Bonns Jugendamtsleiter Udo Stein: "Ich bin sehr froh, dass wir hier dieses Angebot bekommen haben und dass es sich etabliert hat." Es sei da, wo das Leben pulsiert - mitten in Bad Godesberg. "Das ist nicht selbstverständlich." Lenger und Pitsch ergänzen, dass durch die beiden alteingesessen Träger auch ein ökumenisches Zeichen gesetzt werde.

Während die wöchentlichen Kochtage im Café, wo es schon Chinapfanne, Thai Curry, Pizza und Süßkartoffelpfanne gab, aber auch Brettspiele, Billard oder Dart gut angenommen werden, hapert es noch ein bisschen am Mobil, das in Lannesdorf, seit Neuestem, auf den Dorfplatz umgezogen ist - weil sich dort meist Jugendliche aufhalten, so Gebauer.

"Wir haben schon Kontakte knüpfen können und hoffen, dass sich das intensiviert", sagte er. Ursprünglich habe man auch gedacht, Flüchtlinge zu begeistern. Doch deren Besuch halte sich in Grenzen. Vor allem mittwochs sei wenig los.

Lena Gutt-Blümel versucht, die Jugendlichen für Kunst zu begeistern und hat fürs Café Aquarellfarbe, Bleistifte und Blöcke angeschafft. Die kann jeder nutzen, wann er will. "Ich setze manchmal gerne Impulse", sagte sie und erinnerte sich an den Tag, als sie eine alte Schreibmaschine auf den Tisch stellte.

Die Jugendlichen waren fasziniert. Mancher wusste noch, dass die Oma so was mal hatte. Auf einmal wurden die Digi-Kids analog und tippten ihre Chats, die man nicht löschen kann.

Die Öffnungszeiten aller Angebote sind immer von 15-20 Uhr. Das "Oneworld Café" im Hansa-Haus ist Montag bis Samstag offen. Das Mobil steht mittwochs auf dem Lanndesdorfer Dorfplatz, freitags im Kurpark. Mehr auf www.oneworld-go.de

Mehr von GA BONN