Konzert in der Christuskirche: Bonner Erstaufführung

Konzert in der Christuskirche : Bonner Erstaufführung

Das reiche musikalische Schaffen der Bach-Familie steht ganz im Zentrum des nächsten Konzerts der Kantorei der evangelischen Thomaskirchengemeinde am Sonntag, 3. Juli, in der Christuskirche.

Thomas Busch, Leiter der Kantorei, hat für dieses Konzert Werke von dem berühmtesten Bach-Sprössling, Johann Sebastian, aber auch Werke anderer Mitglieder der sehr produktiven Musikerfamilie sowie des Bach-Schülers Gottfried August Homilius zusammengestellt.

Schon seit längerer Zeit beschäftigt sich Busch gerne auch mit anderen Abkömmlingen der so berühmten Familie. „Schon zu Lebzeiten hat Johann Sebastian Bach eine Genealogie seiner Familie geschrieben, die damals alleine 50 Musiker und Komponisten zählte. Die beiden Komponisten, deren Werke wir demnächst aufführen, gehören zu denen, die Johann Sebastian Bach selber sehr schätzte. So erwähnt er immer wieder Johann Christoph Bach, einen entfernten Onkel, und bezeichnet diesen als ‚profunden Komponisten‘, was in der damaligen Zeit ein großes Lob war – noch dazu von jemandem wie Johann Sebastian Bach! Auch die Musik seines Cousins Johann Ludwig Bach hat er sehr geschätzt und dessen Werke aufgeführt.“

Ein Werk dieses Cousins, seine Kantate „Gott ist unsre Zuversicht“, bringen Busch und die Kantorei am 3. Juli zur Bonner Erstaufführung. Als originell und sehr malerisch, mit einem Hang zur italienischen Musik der Zeit beschreibt Busch das Werk. Uraufgeführt wurde die Kantate 1726 von Johann Sebastian Bach in Leipzig, der zur musikalischen Gestaltung der Gottesdienste in der Thomaskirche auch gerne Werke seiner Verwandtschaft hinzuzog; so auch die Kantaten Johann Ludwig Bachs.

Nach dieser Aufführung verschwand das Werk zunächst aus Kirche und Konzert bis der Dirigent und Ensembleleiter Hermann Max 1983 aus den Bach’schen Handschriften die Stimmen für Solisten, Chor und Orchester zusammenschrieb und es in Zusammenarbeit mit dem WDR aufführte. Ein glücklicher Zufall für die Kantorei der evangelischen Thomaskirche, dass in eben dieser Zeit Thomas Busch in der Rheinischen Kantorei von Max sang und das Werk mit aufführte. Durch diesen reinen Zufall und den guten Kontakt zu seinem Kollegen hatte er überhaupt nur die Möglichkeit, an die Abschriften von Max zu bekommen, da diese inzwischen völlig unzugänglich beim WDR liegen.

In vielfacher Hinsicht handelt es sich also wirklich um eine absolute Rarität, die Anfang Juli zu hören sein wird. Aber auch die anderen Werke aus dem Umkreis der Bach-Familie hat Busch ganz bewusst ausgewählt: „Der besondere Reiz des Konzerts liegt nicht nur in der Kombination aus bekannten und unbekannten Werken aus der Bach-Familie, sondern auch in einem Streifzug durch die Generationen und somit auch durch die verschiedenen Stile.

Während Johann Sebastian Bach ganz klar zum Barock gehört, ist die Musik von Johann Ludwig Bach schon etwas schlichter, gefälliger und eleganter und deutet den empfindsamen Stil an, der dann wiederum typisch für Gottfried August Homilius sein wird. Das macht den besonderen Reiz aus.“ Dank guter langjähriger Kontakte ist es Busch gelungen, für dieses Projekt sowohl ausgesprochen gute Gesangssolisten als auch das Concerto grosso Bonn als Originalklang-Ensemble zu gewinnen.

So werden mit Nina Koufochristou (Sopran) und Andrey Akhmetov (Bass) zwei junge Empfehlungen von Kai Wessel, Elisabeth Popien (Alt), die regelmäßiges Mitglied in Cantus Cölln ist. und der renommierte Tenor Max Ciolek zu hören sein. Das Barockensemble „Concerto Grosso Bonn“ wird von dem Geiger Richard Gwilt geleitet, der als Professor für Alte Musik an der Musikhochschule Köln tätig ist und einige seiner Kollegen mitbringt. Thomas Busch freut sich schon jetzt auf das Konzert am 3. Juli: „Es ist schon total schön, die Werke zu proben, insofern freue ich mich ganz besonders auf das Konzert!“

Das Konzert findet am Sonntag, den 3. Juli, um 18 Uhr in der Christuskirche, Wurzerstraße 31 statt.

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