Hohe Verkehrsbelastung: Blechlawinen nerven die Anwohner in Bad Breisig

Hohe Verkehrsbelastung : Blechlawinen nerven die Anwohner in Bad Breisig

Schlechte Luftwerte, Lärm, Erschütterungen, geschmälerte Lebensqualität: Bad Breisig leidet unter den Blechlawinen, die täglich durch die Stadt rauschen. Vor allem der Lkw-Verkehr auf der B 9 soll eingedämmt werden.

Den Bad Breisigern reicht es langsam mit dem anhaltenden hohen Lkw-Verkehr, der Tag für Tag durch ihre Stadt braust. Nicht nur der damit verbundene Lärm, die beeinträchtigte Lebensqualität für Anlieger und Gäste nerven. Nun hat eine Luftqualitätsmessung zur Bestätigung des Heilbadstatus zudem noch eine negative Wertung ergeben.

Die Ergebnisse dieser Messung sind vom Deutschen Wetterdienst vorgelegt worden. Als Messstandort war unter anderem eine Station eingerichtet, die unmittelbar im Stadtzentrum an der Bundesstraße 9 liegt. Die schlechten Luftwerte sind nach Angaben des DWD vor allem auf die extrem hohe Verkehrsbelastung im Stadtgebiet (hauptsächlich Durchgangsverkehr auf der B 9) zurückzuführen.

Ein wichtiger Grund dafür ist nach Meinung der Verbandsgemeindeverwaltung besonders das hohe Aufkommen an Lkw. Quasi rund um die Uhr reihen sich in Bad Breisig zahllose Brummis aneinander. Für deren Fahrer stellt die B 9 häufig eine enorme Zeitersparnis gegenüber der A 61 dar. Dies fällt besonders auf, wenn auf der nahezu parallel verlaufenden Autobahn ein Stau oder eine Baustelle ist. Für Lastwagen, die beispielsweise im südlichen Bonn starten und Koblenz oder sogar das Rhein-Main-Gebiet als Ziel haben, ist die B 9 „erste Wahl“. Und dies trotz eines bestehenden Durchfahrtsverbotes zwischen Brohl-Lützing und Remagen, das in beiden Orten auch beschildert ist.

Verkehrsbelastung auf der B 9 drosseln

Die CDU hat nun einen neuen Vorstoß gewagt und im Haupt- und Finanzausschuss den Antrag gestellt, mit „geeigneten Mitteln“ die Verkehrsbelastung auf der B 9 zu drosseln. Die Verwaltung wird unter anderem gebeten, dass die entsprechenden Kontrollen bei den zuständigen Landesbehörden eingefordert werden. Nicht das erste Mal. Zuletzt hatte man im November und jüngst im Mai das Ministerium für Wirtschaft und Verkehr „mit der Bitte um Unterstützung bei verkehrsregelnden Maßnahmen“ angeschrieben.

Denkbar sind hier die punktuelle Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Stundenkilometer, die unterstützende Installation von festinstallierten Blitzeranlagen sowie die Überwachung der durchfahrenden Lastwagen und der künftigen Mautpflicht entlang der Bundesstraße 9 – glaubt die CDU. Eine Antwort des Ministeriums stehe noch aus, teilte die Verbandsgemeindeverwaltung dem Haupt- und Finanzausschuss mit. „Die schwierige Situation ist uns allen bekannt“, meinte Stadtbürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch (CDU).

Geografische Lage lässt Umgehung nicht zu

In der Tat: Die topografische und geografische Lage der Stadt lässt eine Umgehung nicht zu. Verzögert man den Verkehr durch Ampeln, Schwellen, Kreisverkehre oder andere tempodrosselnden Maßnahmen, so kommt es zu gewaltigen Rückstaus – wie zu erleben war, als Bauarbeiten an der zur B 9 führenden, vorübergehend gesperrten Vogelsangstraße durchgeführt wurden.

Denn nicht nur die hohe Zahl an Lastwagen macht den Bad Breisigern zu schaffen, sondern auch die gewaltige Menge an Pkw, die sich tagtäglich durch den beengten Ort zwängt. 75 Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens, so die Stadtbürgermeisterin, sei dem reinen Durchgangsverkehr zuzuschreiben. Lediglich 25 Prozent entfallen demnach auf rein innerstädtischen Verkehr.

„Wir sind hier nur Bittsteller“, machte Verbandsbürgermeister Bernd Weidenbach (CDU) klar. Straßenbaulastträger und Eigner ist schließlich der Bund, der somit die Oberhoheit über Planungen und Maßnahmen hat. Die Stadt kann lediglich Vorschläge unterbreiten. Das will man machen. Gabriele Hermann-Lersch: „Wir bleiben an dem Thema dran.“