"Bonn ist einfach schön"

In die Stadt zu ziehen, liegt im Trend

Lange seien Bonner Immobilien unterbewertet gewesen, sagt Immobilienmakler Rolf Ludwig Becker. „Jetzt sind die Preise angemessen.“

Lange seien Bonner Immobilien unterbewertet gewesen, sagt Immobilienmakler Rolf Ludwig Becker. „Jetzt sind die Preise angemessen.“

Wohneigentum in Bonn ist begehrt - das spiegelt sich auch in den steigenden Immobilienpreisen wider.

Seit einigen Jahren kennen die Bonner Immobilienpreise nur eine Richtung - ganz nach oben. So stiegen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser im Jahr 2015 um fünf Prozent, für Mehrfamilienhäuser sogar um acht Prozent. Doch seit ungefähr einem halben Jahr hat sich der rasante Preisanstieg verlangsamt.

„Die Erkenntnis, dass die Bonner Immobilienpreise hoch sind, hat sich bei den Kunden gesetzt, und einige warten jetzt erst mal ab, zumal sie davon ausgehen können, dass sich das Zinsniveau in absehbarer Zeit nicht ändern wird“, erklärt Diplom-Immobilienwirt Rolf Ludwig Becker von Becker Immobilien KölnBonn aus der Bonner Südstadt.

Im Gegensatz zu Köln, wo die Preise schon seit 20 Jahren kontinuierlich steigen, gibt es in Bonn erst seit einigen Jahren einen deutlichen Preisanstieg. „Ein Grund ist die zunehmende Nachfrage aus den DAX-Konzernen, die sich dauerhaft in Bonn niedergelassen haben, sowie der Trend, im Alter zurück in die Stadt zu ziehen“, sagt Becker.

Im aktuellen Grundstücksmarktbericht der Stadt konstatieren die Autoren, dass Bonn neben der politischen Bedeutung und dem Ruf als Universitätsstadt zunehmend als internationaler Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kongressstandort an Beachtung gewinnt. „Der sich auch weiterhin vollziehende Strukturwandel in der Region hat nicht zu einer Entlastung des Wohnungsmarktes in der Bundesstadt geführt; die Entwicklungspotenziale im Stadtgebiet sind aufgrund der Insellage zwischen den benachbarten Landkreisen begrenzt“, heißt es in dem Bericht.

„Hinzukommen die weichen Faktoren wie das Kulturangebot und die Freizeitmöglichkeiten in der Umgebung. Bonn ist einfach schön“, ergänzt Immobilienmakler Becker.

Doch trotz des schnellen Preisanstiegs kann von einer Immobilienblase nicht die Rede sein. „Die Bonner Immobilien waren lange Zeit unterbewertet, erst jetzt sind die Preise angemessen“, so Rolf Ludwig Becker. Und so muss ein Käufer inzwischen für eine neu erbaute Eigentumswohnung in den Toplagen der Bonner Südstadt 5000 Euro pro Quadratmeter auf den Tisch legen.

Auch in den begehrten Wohnlagen Ippendorf, Venusberg, Poppelsdorf und in den Wohngebieten am Rhein sind Preise von 4500 Euro pro Quadratmeter keine Seltenheit.

Etwas preiswerter sind neu erbaute Eigentumswohnungen auf der Beueler Seite, die in Rheinnähe für rund 4000 Euro pro Quadratmeter zu haben sind. Auch in Bad Godesberg zählen die Wohnviertel in Rheinnähe wie das Villenviertel noch zu den Toplagen. Anders sieht es dagegen im Zentrum von Godesberg aus. „Dort leidet das Preisniveau seit Jahren unter dem schlechten Image des Stadtteils. Und dabei sind die Vorfälle in der jüngsten Vergangenheit nur die Spitze des Eisberges“, erklärt Immobilienmakler Becker. (dz)