Nur 1000 Menschen arbeiten in diesem Berufszweig

Faszinierend? Abschreckend? Der Beruf des Präparators

Präparator Olaf Dülfer vom Bonner Steinmann-Institut für Geologie, Mineralogie und Paläontologie bei der Gebisspräparation eines Ur-Hirsches. FOTO: ASTRID HILLEBRAND

Präparator Olaf Dülfer vom Bonner Steinmann-Institut für Geologie, Mineralogie und Paläontologie bei der Gebisspräparation eines Ur-Hirsches. FOTO: ASTRID HILLEBRAND

In einer Serie zu den ausgefallensten Berufen dürfte er mit Sicherheit nicht fehlen: der Präparator. In ganz Deutschland arbeiten nur ungefähr 1000 Menschen in diesem Berufszweig, einige davon auch in Bonn.

Doch während Präparationstechnische Assistenten, wie sie heute korrekt genannt werden, früher in eigenen Werkstätten ihrem Handwerk nachgingen, ist das heute eher verpönt. „Das hat etwas mit dem sich gewandelten Zeitgeist zu tun“, wie der Bonner Präparator Oskar Linke vermutet. Dass es in Bonn dennoch einige Präparatoren gibt, ist den hier angesiedelten Museen und Forschungsstätten zu verdanken.

So gibt es im Museum Alexander König an der Adenauerallee fünf Präparatorenstellen. Derzeit wird dort an der Realisierung des zweiten Teils der Regenwaldausstellung gearbeitet. Neben den Pflanzen liegt das Hauptaugenmerk aber auf der Tierpräparation. „Aufgestellt oder für die Sammlungen präpariert werden neben großen Exoten, die zum Teil aus Zoos kommen, oder auch geschützten Arten, die zum Beispiel vom Zoll angeliefert werden, auch Kleinsäuger und andere kleinere Wirbeltiere“, erläutert Diplombiologin Sabine Heine.

Anblick von Blut darf nicht schockieren

Das deutsche Zentrum der Präparationstechnik ist in Bochum angesiedelt, wo sich die bundesweit einzige Berufsfachschule für Präparationstechnische Assistenten befindet. Dabei an „Ausstopfen“ zu denken, ist schlichtweg falsch, denn die Schüler lernen unter anderem Kunststoffkörper zu modellieren, auf die das echte gegerbte Fell genau passen muss. Für anschaulichen Biologieunterricht, Museumsdidaktik oder die im Rhein-Sieg-Kreis bekannte rollende Waldschule der Kreisjägerschaft sind die präparierten Anschauungsmodelle unentbehrlich. Dafür braucht es bei den angehenden Präparatoren allerdings zuvor auch einiges an Überwindung, wie Museumsmitarbeiterin Heine weiß: „Ekeln sollte man sich nicht, Blut und üble Gerüche dürfen nicht zur Ohnmacht führen, wobei heute die Arbeiten sehr viel hygienischer und dank chemischer Unterstützung lange nicht mehr so abschreckend sind wie früher.“

Der unblutige Bereich der Wissenschaft

In Bonn gibt es allerdings neben einer Tätigkeit in der Anatomie beziehungsweise Zoologie der Universität auch den gänzlich unblutigen Bereich der geowissenschaftlichen Präparation. Hier arbeitet seit fast 18 Jahren mit viel Herzblut und Begeisterung Präparator Olaf Dülfer. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit der Aufarbeitung von Fossilien, Versteinerungen und vielem mehr – und ist vom Wert einer guten präparationstechnischen Arbeit überzeugt: „Für einen Wissenschaftsbetrieb wie hier ist das unersetzlich.“ ⋌ah