Wirtschaft & Finanzen

Sparen kann sich doch lohnen

Sparen für die Zukunft – mit dem Sparschwein kann man anfangen. Wenn’s um mehr geht, empfiehlt sich eine strategische Vermögensplanung. FOTO: THINKSTOCK/RIDOFRANZ

Sparen für die Zukunft – mit dem Sparschwein kann man anfangen. Wenn’s um mehr geht, empfiehlt sich eine strategische Vermögensplanung. FOTO: THINKSTOCK/RIDOFRANZ

Früher, da hatten es die Sparer einfach. Fünf, sechs, sieben Prozent im Jahr. Aufs Sparbuch oder aufs Festgeldkonto. Einfach erklärt, schnell gewonnen. Die Zeiten sind vorbei.

Viele Experten gehen davon aus, dass die Phase der niedrigen Zinsen noch lange anhalten wird. Zeitweise bekommen vorsichtige Anleger, die lieber aufs Sparbuch oder Festgeld setzen, gar keine Zinsen mehr, und einige Investoren müssen sogar dafür bezahlen, dass sie Geld verleihen. Negativzins nennt man das.

Wie konnte es so weit kommen? Die Ursachen reichen zurück in die Finanzkrise, die zwischen 2007 und 2009 die Welt erschüttert und in eine scharfe Weltwirtschaftskrise stürzt. Um das Finanzsystem vor einem Kollaps mit befürchteten apokalyptischen Folgen zu bewahren, pumpen die Staaten Billionen-Beträge hinein. Eine Geldflut entsteht. Einige Volkswirtschaften haben sich bis heute nicht richtig erholt. Mit ihnen sind auch Staaten ins Schlingern geraten.

Doch auch diese mussten gerettet werden. Die Zentralbanken lockerten ihre Geldpolitik, um die Wirtschaft zu stimulieren. Die Inflation sollte angehoben werden, die Zinsen sollten sinken. Das erhöhte aber letztlich die Geldflut weiter. Seither sind Anleger – unter ihnen so genannte institutionelle Investoren wie Pensionsfonds und Versicherungen, vermögende Menschen, aber auch normale Sparer – auf der Suche nach Investments, die wenigstens noch ein bisschen Rendite bringen.

Jetzt fließt das Geld also in alles, was Erträge verspricht. Besonders beliebt sind Immobilien, wie die Preisentwicklung zeigt. Auch Aktienkurse kletterten – wer hätte denn gedacht, dass der deutsche Leitindex Dax, der noch vor wenigen Jahren gerne mal nach dem Erreichen von 8000 Punkten direkt in den Keller rutschte, sich auch tapfer und längere Zeit über 12 000 Punkten halten kann?

Jetzt haben die Sparer gleich mehrere Probleme, für die sie eine Lösung finden müssen. Feste und sichere Anlageformen – vor allem das immer noch so beliebte Sparbuch – bringen nichts mehr. Also müssen andere Anlagen her. Doch die klingen kompliziert. Aktien? Ist das nicht Zockerei? Zertifikate – seit der Lehman-Pleite für viele ein Unwort. Fonds? Scheinen sehr erklärungsbedürftig zu sein. Und überhaupt: Auch die Alternativen zum einfachen Sparen sind ja teuer geworden. Kann man da nicht reinfallen?

Genau deswegen ist es wichtig, sich umfassend zu informieren: Es gibt mehr Sparformen, als viele glauben. Sparen heißt: Geld anlegen, und dafür gibt es tausende Möglichkeiten, ein wahres Anlageuniversum. Sparen heißt aber auch vorsorgen – für die Zukunft, ein Ziel, den Ruhestand. Hier kommen Riester- oder Rürup-Rente ins Spiel, die damit ans Alter denken lassen, die man aber jetzt, am besten in jungen Jahren, ins Auge fassen sollte. Auch mit Immobilien kann man sparen und der Staat leistet so manche Unterstützung.

Zugegeben – Sparen ist heute keine einfache Sache mehr, und in der Tat sind viele Anlagen (Aktien, Immobilien) oft schon recht teuer. Das erhöht die ohnehin vorhandenen Risiken. Daher lautet der erste Tipp: Nicht alles auf eine Karte setzen – oder wie Börsianer gerne sagen: Nicht alle Eier in einen Korb legen. Das Vermögen also verteilen. Und das geht sogar schon mit kleinen Volumen. Beispiel Aktieninvestment: Da kauft man in der Regel besser keine einzelnen Titel, sondern Fonds. Die investieren in viele Unternehmen. Reißt da eines mal nach unten aus, steigen dafür vielleicht andere im Wert. Risikostreuung nennt man das.

Und die Risiken kann man noch weiter verteilen, selbst die gesetzliche Rente als einen Sparbeitrag betrachten – und auch die geförderten Hilfen, angefangen von der Riester-Rente bis hin zu den Vermögenswirksamen Leistungen.