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Spannend, abwechslungsreich, hart

 Bei Tag und Nacht, bei Hitze und bei Kälte: Bevor ein Flugzeug abhebt, haben Luftverkehrskaufleute schon viel Arbeit geleistet – auch auf dem Rollfeld. FOTO: THINKSTOCK/BRIAN A. JACKSON

Bei Tag und Nacht, bei Hitze und bei Kälte: Bevor ein Flugzeug abhebt, haben Luftverkehrskaufleute schon viel Arbeit geleistet – auch auf dem Rollfeld. FOTO: THINKSTOCK/BRIAN A. JACKSON

Willkommen an Bord! Doch bevor ein Flugzeug abhebt, hat ein ganzer Tross von Luftverkehrskaufleuten schon jede Menge Arbeit geleistet. Sie haben Strecken- und Wetterunterlagen zusammengestellt, Frachtraum verkauft, Zollformalitäten geklärt und Passagiere bei ihrer Ankunft am Flughafen beraten

. „Das Beste an dem Job ist seine Vielseitigkeit“, sagt Fabian Preuschoff. Der 23-Jährige hat seine Ausbildung zum Luftverkehrskaufmann bei Air Berlin absolviert.

Die Jobaussichten sind gut: „Der Luftverkehr ist eine globale Wachstumsbranche“, sagt Nicole von Stockert vom Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW). 2016 verzeichneten die deutschen Flughäfen im Passagierbereich und bei der Fracht einen Zuwachs von drei Prozent. Weiteres Wachstum gilt als wahrscheinlich. Damit rund ums Fliegen alles klappt, ist gut ausgebildetes Personal gefragt.

Bewerber für die Ausbildung zum Luftverkehrskaufmann sollten wie in allen kaufmännischen Berufen Interesse an Zahlen und Betriebswirtschaft mitbringen. So müssen sie etwa Ticketpreise kalkulieren und Frachtkapazitäten berechnen. Das A und O ist aber ein verbindliches und entgegenkommendes Auftreten, vor allem im Kontakt mit den Kunden.

Formal ist für Bewerber eine bestimmte Schulbildung nicht vorgeschrieben, die meisten haben aber Abitur. Luftverkehrskaufleute durchlaufen eine dreijährige Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule. Seit dem 1. August 2017 gilt dabei eine neue Ausbildungsordnung. Seit dem wird zum Beispiel noch stärker als zuvor auf gute Englischkenntnisse und Sicherheitsaspekte geachtet, erklärt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn.

Die jungen Leute durchlaufen in der Ausbildung alle Bereiche rund um den Flughafenbetrieb. „Manchmal ist das auch anstrengend“, berichtet Preuschoff. Etwa dann, wenn man frühmorgens im Winter bei minus zehn Grad auf dem Rollfeld steht und das Beladen des Flugzeugs kontrolliert. Wer sich für den Beruf interessiert, muss sich außerdem auf Schichtdienst und Wochenendarbeit einstellen.

Doch im Arbeitsalltag geraten solche Nachteile schnell in Vergessenheit, versichert Preuschoff – schon deshalb, weil es ständig etwas Neues zu tun gibt. Luftverkehrskaufleute kümmern sich zum Beispiel auch um Personal und Finanzen. Und im Bereich Luftfracht haben die Fachleute viel mit Speditionsunternehmen zu tun: Mit ihnen stimmen sie ab, wann Sendungen angeliefert oder abgeholt werden.

Hinzu kommt das Slot-Management: die Koordination von täglich mehreren Tausend Flügen im Luftraum Europas. Luftverkehrskaufleute sind auch dafür zuständig, die Slots oder Zeitfenster im Kontrollcenter ihrer Fluglinie mit der europäischen Flugsicherung in Brüssel abzustimmen. Im Kontrollcenter von Air Berlin fühlte sich Preuschoff am wohlsten, hier arbeitet er auch seit dem Ende seiner.

Viele mögliche Arbeitgeber

Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist unterschiedlich und hängt vom Arbeitgeber ab. „In der Regel können Azubis mit einem monatlichen Bruttoverdienst zwischen rund 800 und 1000 Euro je nach Ausbildungsjahr rechnen“, sagt Nicole von Stockert. Nach der Ausbildung beginnt die tarifliche Bruttogrundvergütung im Monat bei etwa 2240 Euro. Diesen Betrag nennt die Datenbank des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.

Arbeitgeber sind zum Beispiel Airlines, aber auch Flughafengesellschaften. Bei Interesse können Luftverkehrskaufleute sich weiterbilden, etwa zum Fachwirt für Personenverkehr und Mobilität. Denkbar ist aber auch ein Studium, zum Beispiel im Bereich Luftverkehrsmanagement. ⋌tmn