Kommentar zu den Telekom Baskets

Zum falschen Zeitpunkt

Bonn. Das Viertelfinal-Aus der Telekom Baskets ist mit dem 0:3 gegen Bamberg deutlich ausgefallen. Um die Saison einzuordnen, ist es jedoch fairer, ans Ende der Hauptrunde zurückzugehen. Ein Kommentar von GA-Redakteurin Tanja Schneider.

Das Viertelfinal-Aus der Telekom Baskets Bonn ist eine Enttäuschung, das 3:0 deutlich. Auf den ersten Blick. Die Bonner haben in allen drei Spielen lange mitgehalten, die Differenz im Ergebnis lag am Ende bei 13, acht und fünf Punkten.

Um die Saison einzuordnen, ist es fairer, ans Ende der Hauptrunde zurückzugehen. Denn in den Playoffs spielte zwar der Vierte gegen den Fünften, aber hätte Bamberg die ganze Saison über nur ansatzweise so gespielt wie in der Serie gegen Bonn, hätte der deutsche Meister wohl in den Top drei ein gewichtiges Wörtchen mitgeredet – und wäre nicht auf Bonn getroffen.

Dass Bonn Fünfter wurde und am letzten Spieltag noch die Chance auf Platz vier hatte, ist einer guten Teamzusammenstellung, wie Baskets-Sportmanager Wichterich immer wieder betonte, „außergewöhnlicher Arbeitsmoral“ und letztlich einer guten Portion Fortune zu verdanken. Es gab nur eine gravierende Verletzung, und die Nachverpflichtung von Tomislav Zubcic war ein Glücksgriff.

Das 3:0 sieht deutlicher aus, als es hätte sein müssen. Und doch ist es der Ausdruck des Bonner Problems: Die Baskets rangieren von ihrem Etat am Rande der Playoffs. Die teuren Bamberger Internationalen haben am Ende den Unterschied ausgemacht. Zur Einordnung: Top-Verdiener Ricky Hickman soll annähernd so viel Geld bekommen wie die gesamte Bonner Mannschaft.

Auch wenn Frankfurt gerade gegen Bayern München beweist, dass die ganz großen Überraschungen immer noch gelingen können: Sie sind die große Ausnahme. Qualität kostet Geld. Und sie muss zusammenpassen. Das hat das Beispiel Ulm in dieser Saison gezeigt. Das Geld aus einem deutlich dickeren Portemonnaie als dem der Bonner war nicht ideal angelegt, die Spatzen verpassten die Playoffs.

Wenn die Baskets in Zukunft weiter kommen wollen als ins Viertelfinale, werden sie weiter Fortune – und einen höheren Etat benötigen. Oder auf die winzige Chance hoffen, die Außenseiter in Serien noch deutlich seltener haben, als in einzelnen Spielen.