Telekom Baskets gegen Science City Jena

Vorsicht vor älteren Herren

BONN. Die Bonner haben die letzten vier Spiele in Folge gewonnen und treten selbstbewusst beim Aufsteiger Science City Jena an, wo erfahrene Basketballer wie Julius Jenkins, Immanuel McElroy und Kenneth Frease spielen.

Ryan Thompson spielt wieder mit, Ken Horton auch. Wenn Trainer Predrag Krunic mit seinem Team am Sonntag beim Bundesliga-Aufsteiger Science City Jena antritt (15.30 Uhr, live auf telekom basketball), dann kann der Trainer der Telekom Baskets Bonn wieder auf sein komplettes Personal zurückgreifen.

Neben dem vollständigen Kader reist am Samstag auch eine ordentliche Portion Selbstbewusstsein nach Thüringen, deren Fundament vier Siege aus den letzten vier Partien der Bonner sind: gegen Tübingen, Göttingen, Hagen und im Europe Cup gegen den schwedischen Meister Södertalje Kings. „Wir dürfen selbstbewusst sein“, sagt Krunic, „weil wir im Training gut arbeiten.“

Auch die Partie auf europäischem Parkett bestärkt den Baskets-Trainer in der Auffassung, dass sein Team auf dem richtigen Weg ist: „Es sind ja nicht nur die vier Siege, sondern auch die ersten Hürden, die wir gemeistert haben – Horton verletzt, Silins neu im Kader, Polas Bartolo verletzt, Thompson verletzt. Mein Team hat auf all das gut reagiert.“

Besonders gut reagierte am Dienstag Spielmacher Josh Mayo, der die Führungsrolle des fehlenden Thompson übernahm, seinen Distanzwurf wiederfand und mit 27 Punkten zum Topscorer wurde. „Dass meine Würfe nicht fielen, hatte keinen besonderen Grund. Ich war oft in einer guten Position, aber der Ball ist einfach nicht reingegangen“, erklärt Mayo. Er ist geduldig geblieben. „Ich habe auch in dieser Zeit meinen Trainingsroutinen vertraut und wusste, dass sie irgendwann wieder fallen würden. An meiner Spielweise hat sich wenig geändert, denn mir war von Anfang an klar, was das Team von mir braucht und der Coach von mir erwartet.“

Der Trainer betont, dass Statistiken nicht alles sind: „Josh arbeitet sehr hart, er tut viel fürs Team und unser Spiel. Ich erwarte Defense und dass er das Team führt. Und das macht er.“ Dennoch wird der Fokus in Jena wohl wieder auf Ryan Thompson (18,7 Punkte pro Spiel) liegen, der sich im Duell der beiden besten Werfer der Liga mit Marcos Knight (22,8) misst. Aber es gilt nicht nur, auf Knight aufzupassen. „In Jena liegt unser Hauptfokus auf der Verteidigung“, sind sich Krunic und Mayo einig. „Wir treffen auf ein sehr routiniertes Team mit vielen erfahrenen Spielern. Ziel muss es sein, den Druck so hoch zu halten, dass wir ihnen viel Zeit von der Uhr nehmen und sie eine Menge Kraft investieren müssen, um zu punkten“, sagt der Baskets-Spielmacher.

Der Tabellenfünfzehnte hat sich nach dem Aufstieg mit erfahrenen BBL-Spielern verstärkt. Da sind zum einen Distanzschütze Julius Jenkins (35 Jahre, 13,4 Punkte pro Spiel) und Verteidigungsspezialist Immanuel McElroy (36, 12,2). Zum anderen kommt auf die Bonner Center ein Brocken Arbeit zu: Kenneth Frease. Es gilt zu verhindern, dass der 2,11 Meter und 129 Kilogramm Koloss ausgerechnet am Sonntag zu seiner Form findet.

Auf die Aussagekraft eines 15. Tabellenplatzes verlässt Krunic sich nicht: „Jena ist sehr gefährlich, erfahren und hat reichlich Qualität“, sagt er. Und mit dem, was Jena zu bieten hat, haben schon andere BBL-Teams ihre liebe Müh' gehabt: In Oldenburg verlor das Team von Trainer Björn Harmsen erst nach Verlängerung, gegen Bayreuth mit der Schlusssirene, und gegen Berlin war es ebenfalls knapp. „Dennoch müssen wir unser Spiel spielen“, sagt Krunic mit dem Wissen, wer in dieser Begegnung der Favorit ist.

Wenn die Serie hält, kommt am Mittwoch (19.30 Uhr, Telekom Dome) die nächste Möglichkeit, sie auf sechs Siege auszubauen; Dann tritt Belfius Mons Hinaut im Europe Cup in Bonn an. Ein Spiel, an das Krunic noch keinen Gedanken verschwendet.