Zweiter Europa-Sieg

Telekom Baskets gewinnen bei Sidigas Avellino mit 69:61

Nicht zu stoppen war Josh Mayo (hier gegen Bayreuth) auch in Italien.

Nicht zu stoppen war Josh Mayo (hier gegen Bayreuth) auch in Italien.

Bonn. Zum Hinrundenabschluss ist den Telekom Baskets der zweite Sieg in der Champions League gelungen. Mit 69:61 gewann die Mannschaft gegen Sidigas Avellino.

Josh Mayo war vollkommen ausgepumpt, aber der zweite Sieg der Telekom Baskets in der Champions League war perfekt. Nach einem unsportlichen Foul lag der kleine Spielmacher der Telekom Baskets Bonn auf dem Parkett, glänzte schweißnass und schnaufte. Er hatte ein überragendes Spiel gemacht, rappelte sich wieder auf und schritt zur Freiwurflinie, von wo aus er den Bonner 69:61 (20:13, 19:19, 15:15, 15:14)-Sieg bei Sidigas Avellino in Italien perfekt machte.

Mit diesem zweiten Erfolg in der Champions League haben die Bonner ihre Chancen aufs Weiterkommen gesteigert und gezeigt, dass sie auch enge Spiele auf europäischem Parkett gewinnen können. Dass es noch einmal eng wurde, hatten sie sich selbst zuzuschreiben, denn sie hatten die Chancen, den Abstand zu vergrößern nicht konsequent genug genutzt. Auch in der Gruppe D geht es eng zu: Die Baskets halten durch diesen Erfolg den Anschluss an die Qualifikationsplätze fürs Achtelfinale.

Die Bonner starteten gut in die Partie. Nach einen beherzten Zug zum Brett von TJ DiLeo tippte Julian Gamble den Ball zu den ersten Bonner Punkten in den Korb, Mayo erhöhte aus der Distanz, ein weiterer Korb von Gamble, und die Mannschaft von Cheftrainer Predrag Krunic führte mit 7:0 (2.). Bonn spielte - ohne Ron Curry, der aufgrund der Ausländerregelung der Champions League dieses Mal derjenige war, den Krunic aussetzen ließ -, aus einer ebenso giftigen wie aufmerksamen Defensive schnell nach vorn, zog aber insgesamt nicht genügend Kapital aus dem schwachen Start der Hausherren.

Die Abschlüsse waren wie schon oft in der Vergangenheit nicht konsequent genug, und so arbeitete sich Avellino nach einem Neun-Punkte-Rückstand (3:12, 5.) wieder bis auf 14:17 heran. Konstantin Klein sorgte per Drei-Punkte-Wurf für das 20:13 nach dem ersten Viertel, das dann eher dem Spielverlauf entsprach.

Die Baskets waren jetzt eine ganze Weile ohne Spielmacher Mayo unterwegs, der bereits früh zwei Fouls auf seinem Konto verzeichnete, Gamble hatte am Korb seine liebe Mühe mit der langen Garde der Italiener. Und auch die Unparteiischen gingen nicht so sensibel mit ihm um, wie er das gerne gesehen hätte. Dennoch arbeiteten die Bonner weiter geduldig und blieben die dominierende Mannschaft. Baskets-Neuzugang Tomislav Zubcic schloss die erste Hälfte per Dreier zum 39:32 ab und lieferte insgesamt eine sehr gefällige Partie, in der er nie so aussah, als trainierte erst seit kurzem mit dem Team. Das harmonierte offensiv wie defensiv gut.

Nach dem Seitenwechsel kam dann nach einem Gamble-Korb zum 41:32 etwas Sand ins offensive Getriebe, und die Italiener arbeiteten sich bis auf einen Punkt wieder heran (40:41, 24.). Doch die Baskets ließen sich nicht beirren und bauten ihre Führung mit Team-Basketball, bei dem Mayo und Neuzugang Zubcic ein wenig herausragten, wieder aus. Nach und nach versöhnte sich auch Gamble mit der Partie und untermauerte seine Leistung in der Statistik mit einem Double-Double aus 13 Punkten und elf Rebounds.

In das letzte Viertel gingen die in der Champions League so oft knapp geschlagenen Baskets mit einer 54:47-Führung. Allerdings hatten sich die Italiener keineswegs aufgegeben. Und so wurde es wieder spannend, denn zu häufig verließen sich alle auf den schon mit der letzten Energie spielenden Mayo. Trotzdem war auf den Kopf des Teams in Magenta Verlass. Auch mit letzter Energie warf er sein Team zu dem wichtigen Sieg, der auch für das Selbstbewusstsein vor der Partie gegen Oldenburg (Sonntag, 17.30 Uhr, Telekom Dome) nur von Vorteil sein kann.