Spiel gegen Schweizer Double-Sieger

Telekom Baskets erspielen wichtigen Sieg in Fribourg

Josh Mayo im Spiel gegen Fribourg Olympic.

Josh Mayo im Spiel gegen Fribourg Olympic.

Fribourg. Die Niederlagen der vergangenen Spiele hatten den Telekom Baskets zuletzt zugesetzt. Gegen Fribourg gelang den Bonnern in der Champions League ein Befreiungsschlag - auch wenn sie zunächst nervös in die Partie gingen.

Auch hässliche Siege machen glücklich. Wer die Telekom Baskets nach der Schlusssirene in Fribourg beobachtete, konnte ihnen die Erleichterung über diesen 83:79 (14:21, 18:19, 25:22, 26:17)-Erfolg am vierten Spieltag in der Champions League deutlich ansehen. Die letzten Niederlagen und die Art und Weise ihres Zustandekommens hatten die Baskets in einen Sumpf gezogen, aus dem sie sich in der Schweiz herausarbeiten mussten. Ein Anfang ist gemacht, aber am Sonntag, wenn die Mannschaft von Cheftrainer Predrag Krunic in Frankfurt antritt, dürfte diese Leistung nicht reichen.

Nachdem den Bonnern in den letzten Partien die Intensität gefehlt hatte, war der Ausfall von Yorman Polas Bartolo, der sich gegen Jena eine Fingerverletzung zugezogen hatte, doppelt schmerzhaft. Der Mann, der normalerweise gefühlt die Hälfte der Bonner Energie mitbringt, konnte beim Schweizer Double-Gewinner nur zusehen.

Was er sah, dürfte ihm ab einem stark herausgearbeiteten Korb von Charles Jackson zum 2:0 nicht mehr gefallen haben. Ra'Shad James vergab einen Korbleger im Schnellangriff, Jackson musste den Ball nach einem Schrittfehler beim Schiedsrichter abliefern – die Bonner begannen nervös. Die zweite Halbzeit gegen Nanterre und die Niederlage in Jena hatten offensichtlich Spuren hinterlassen. Die von manchem Gegner gefürchtete Bonner Physis war ebenso wenig präsent wie der inzwischen schon länger abgewanderte Drei-Punkte-Wurf.

Hinzu kamen unglückliche, weil einen Moment zu späte Aktionen in der Defensive, die die Baskets ein ums andere Mal schlecht aussehen ließen. Folgerichtig lag das Krunic-Team nach dem ersten Viertel gegen nicht unbedingt furchteinflößende Schweizer mit sieben Punkten zurück (14:21) und hatte keinen seiner sieben Dreierversuche verwandelt. Bojan Subotic brachte von der Bank etwas mehr Stabilität ins Spiel, und James beendete die Distanz-Flaute mit dem 19:25 (14.). Nach einem kleinen 7:0-Lauf hatten die Bonner den Rückstand auf zwei Punkte verkürzt (23:25, 15.). Fribourg-Trainer Petar Aleksic nahm eine Auszeit, konnte den Bonner Lauf aber nicht stoppen, und James glich kurz darauf aus (28:28, 17.).

Aber es war nur eine gute Bonner Phase. Schon die nächste Sequenz erinnerte daran, dass diese Partie bestenfalls zu einem Arbeitssieg werden würde – einem der besonders unansehnlichen Sorte. Der Basketball hatte ganz offensichtlich beschlossen, dass die Bonner ihn würden zurückerobern müssen.

Und sie nahmen diese Aufgabe an. Ackerten und wühlten, warfen sich nach dem Ball, suchten schlauere Entscheidungen als zuvor. Zumindest in der Offensive – vor allem über den stets gefährlichen Jackson unter dem Korb. In der Defensive allerdings stimmte häufig das Timing nicht. Ungeschickte Bonner Fouls hielten jetzt Fribourg im Spiel, das auf Messers Schneide stand. Für eine verunsicherte Mannschaft keine einfache Situation, aber auch eine, aus der sie gestärkt hervorgehen kann.

Der starke Subotic besorgte mit Beginn der letzten Spielminute per Dreier die 79:76-Führung. Jetzt wirkten die Baskets stabiler als die Hausherren und hatten offenbar auch noch ein wenig mehr im Tank. Justin Roberson antwortete zum 79:78, wieder Subotic markierte an der Freiwurflinie das 81:78, und in der Defensive erlaubten die Baskets das Aufschließen dieses Mal nicht. Das sah gut aus. Doch DiLeo verdaddelte im Vorwärtsgang den Ball, den Gegenangriff konnte Subotic nur mit einem Foul stoppen, die Unparteiischen entschieden auf „unsportlich“. Das bedeutete bei noch 14 Sekunden auf der Uhr zwei Freiwürfe plus Ballbesitz für die Schweizer. Auf der Bonner Bank schlugen einige die Hände vors Gesicht, auch der Coach.

Doch Babacar Toure traf nur einen seiner Freiwürfe, dem folgenden Angriff erlaubten die Baskets nur einen schwierigen Wurf, der auf den Ring sprang und von Subotic in Empfang genommen wurde. Der Montenegriner passte den Ball zu Mayo, der ebenfalls unsportlich gefoult wurde. Jetzt jubelte die Bonner Bank, Krunic wies sie streng an, sich hinzusetzen. Mayo schritt zur Tat – und besiegelte den hässlichen 83:79-Sieg, der aber für die Baskets so viel wert ist – für die Tabelle und das Selbstbewusstsein.

Telekom Baskets: DiLeo 12 Punkte, Jackson 16 (11 Rebounds), James 18/2 Dreier, Mayo 7/1, Subotic 16/2, Reischel 9/1, Webb III 5, Jasinski, Gibson.