Kaderplanung

Julian Gamble verlässt die Telekom Baskets Bonn

Bonn. Während TJ DiLeo, Martin Breunig und Yorman Polas Bartolo auch in der kommenden Spielzeit bei den Telekom Baskets bleiben, verlässt ein Pfeiler der vergangenen beiden Jahre das Team. Julian Gamble zieht es nach Frankreich.

Eine der zentralen Personalentscheidungen der Telekom Baskets ist gefallen: Auf dem Hardtberg heißt es nach zwei Jahren der Zusammenarbeit „Au revoir Julian Gamble“. Der Center wechselt zur neuen Saison in die erste französische Liga zu Nanterre 92, alten Bonner Bekannten.

In den vergangenen beiden Spielzeiten trafen die Baskets im europäischen Wettbewerb auf das Team aus dem Pariser Vorort – und Gamble weckte wohl Begehrlichkeiten. „Ich bin sicher“, sagt Baskets-Sportmanager Michael Wichterich, „dass Nanterre Julian schon nach der vergangenen Saison auf der Liste hatte.“ Nun also wird der Mann aus Raleigh in North Carolina, der in Bonn wegen seiner Frisur, die an Lemurenkönig Julien aus dem Animationsfilm Madagaskar erinnert, King Julian genannt wurde, zu Roi Julian.

„Dies ist kein Abschied, sondern ein ‚Wir sehen uns‘“, ließ er die Bonner Fans wissen. „ Ich habe jeden Moment während der vergangenen zwei Saisons in Bonn genossen und hoffe, dass es für mich in der Zukunft nochmals auf den Hardtberg geht. Die Fans, der Club, die Coaches und der Staff haben Bonn zu einem Ort gemacht, der für mich und meine Familie immer ein Stück Heimat sein wird.“

Allerdings standen die Zeichen wohl schon früh auf Abschied, wie Wichterich andeutet. Er und Cheftrainer Predrag Krunic müssen nicht nur einen der besten Center der Liga ersetzen, sondern auch einen Spieler, der wichtig für Stimmung und Teamchemie war. „Julian hat mit seiner Leistung auf dem Parkett und als Führungspersönlichkeit im Team einen großen Anteil daran, dass die Baskets in den beiden vergangenen Jahren zu alter Stärke zurückgefunden haben. Entsprechend groß sind die Fußstapfen, die er hinterlässt und die es für die neue Saison auszufüllen gilt“, sagt Wichterich. „Und es ist keine Frage: Er war ein guter Typ auf dem Feld und ein wichtiger Mann in der Umkleide. Wir wünschen Julian und seiner Familie das Beste. Am Hardtberg wird er immer willkommen sein.“

So ist das Geschäft: Vertragsverlängerungen kosten Geld. Und die Baskets haben schon mit Yorman Polas und Martin Breunig verlängert, das dürfte nicht zu den Konditionen des Vorjahrs möglich gewesen sein. „Im vergangenen Jahr haben wir uns entschieden, uns für die beiden wichtigen Positionen (Spielmacher Mayo und Center Gamble, Anm. der Red.) sehr weit aus dem Fenster zu lehnen“, sagt Wichterich und ergänzt, „aber man muss auch sehen, dass man nicht hinausfällt.“

Ob die Baskets allerdings überhaupt bei den Geboten der Franzosen hätten mithalten können, ist fraglich. „Das Budget wächst nun mal nicht so, dass man alle Wünsche erfüllen kann. Aber ich denke“, sagt Wichterich, „dass wir vergangene Saison einen guten Job gemacht haben und bin sicher, dass wir am ersten Spieltag eine Mannschaft haben werden, die die Playoffs erreichen kann – und vielleicht auch mehr.“ Eine eher offensive Ansage für Bonner Verhältnisse, aber Wichterich bekräftigt: „Wir haben zart ans Halbfinale geklopft, dass man dann mehr will, finde ich selbstverständlich. Dass auch mehr gelingt, ist nicht selbstverständlich.“

Die Priorität liegt nun auf der Verpflichtung eines Gamble-Nachfolgers und eines großen Combo-Guards. „Wir haben für alle Positionen unsere Kandidaten und sind in Gesprächen“, sagt Wichterich. Zu diesen Kandidaten gehört auch noch Tomislav Zubcic, der in der vergangenen Saison nachverpflichtete Kroate, der sich als Glücksgriff in Magenta präsentierte. Die Suche nach neuen Glücksgriffen läuft.

Das Team 2018/19 nach aktuellem Stand: Josh Mayo, TJ DiLeo, Yorman Polas, Martin Breunig.