Basketball-Bundesliga

Gamble führt Baskets zum Sieg

Bonn. Die Telekom Baskets Bonn haben in der Basketball Bundesliga das zweite Spiel in Folge gewonnen. In einer hochklassigen Partie setzten sich die Bonner gegen medi Bayreuth mit 85:82 durch. Julian Gamble erzielte 19 Punkte.

Krimi mit Happy End: Die Telekom Baskets haben vor der Länderspielpause einen wichtigen Sieg in der Basketball-Bundesliga eingefahren. Angeführt von Nemanja Djurisic, Julian Gamble und Josh Mayo sicherten sich die Bonner einen verdienten 85:82 (18:21, 26:26, 24:17, 17:18)-Erfolg gegen medi Bayreuth und kletterten auf den fünften Tabellenplatz. Es war die erwartete Partie auf Augenhöhe mit dem Tabellendritten – allerdings mit leichten Vorteilen für die Baskets. Und anders als noch am Mittwoch, als die Mannschaft von Cheftrainer Predrag in einem Herzschlagfinale Besiktas Istanbul in der Champions League 73:74 unterlag, hatten die Baskets dieses Mal das bessere Ende für sich.

„Das war ein sehr gutes Spiel von beiden Teams und für uns eine wichtige zweite Halbzeit mit einer deutlich verbesserten Verteidigung“, fand Baskets-Cheftrainer Predrag Krunic. „Auch in der Offensive waren wir strukturiert und konzentriert: Nur zehn Turnover sind ein großer Schritt nach vorn.“ Bevor die Partie begann, hielt der Telekom Dome im Gedenken an Erik Meijs für eine Minute inne. Der 26-Jährige Kapitän des Badminton-Bundesligisten 1. BC Beuel war am Donnerstagabend nach den am Morgen bei einem schweren Unfall auf der A3 erlittenen Verletzungen erlegen.

Josh Mayo, TJ DiLeo, Yorman Polas Bartolo, Nemanja Djurisic und Julian Gamble starteten auf Bonner Seite in die Partie, und insbesondere die beiden Langen hatten Spaß am Zusammenspiel. In Kombination mit einem Dreier von TJ DiLeo stand es nach zwei Korblegern von Julian Gamble, denen jeweils ein schöner Assist von Djurisic vorausgegangen war, 7:4 (2.). Das sah konzentriert in der Defense und mannschaftsdienlich im Spiel nach vorn aus. Insbesondere Gamble kam an beiden Enden des Feldes gut ins Spiel. Mit zwei Blocks hintereinander gegen Bastian Doreth und Nate Linhart machte er den Gästen gleich klar, dass er nicht vorhatte, einfache Punkte zuzulassen.

Auch die sonst so gefährlichen Dreierschützen der Franken hatten die Baskets recht gut im Griff. Ein Dreier des Ex-Bonners Steve Wachalski in der achten Minute zum 13:15 aus Gästesicht war bis dahin alles, was die Baskets aus 6,75 Metern gestatteten. Zum Ende des ersten Viertels ließ Krunic seine zweite Fünf spielen, die an die Leistung der Starter anknüpfte.

Baskets starten stark in Halbzeit zwei

Das zweite Viertel eröffnete Djurisic mit dem 20:21-Anschluss, dieses mal war die Vorlage von Gamble gekommen. Bonn hinkte nun ein kleines bisschen hinterher. Krunic brachte Josh Mayo zurück, der ansonsten unauffällige Malcolm Hill traf zum 31:31-Ausgleich (14.). Danach allerdings drohten die Männer in Magenta den Anschluss zu verlieren: 41:47. Krunic nahm eine Auszeit – und sein Team kämpfte sich bis zu Pause wieder auf drei Punkte an die Gäste heran. Mit der Pausensirene warf Mayo aus der Distanz und hüpfte auf der Stelle, bis der Ball im Korb war. Mit einem Klaps von Krunic für seinen Kapitän ging es in die Kabine.

Die Baskets kamen besser in die zweite Halbzeit, auch dank nochmals intensivierter Defense. Sie erlaubten kaum einfache Würfe, und auf der Gegenseite fielen die Dreier durch Mayo, Djurisic und DiLeo. Als DiLeo dann auch noch wie ein Slalomfahrer durch die Bayreuther Zone wedelte und den Ball elegant in deren Korb legte, reichte es Gästecoach Raoul Korner: Auszeit beim 58:51 (25.).

Und auch er erreichte das Ziel aller Auszeiten: neu fokussieren, Gegner aus dem Takt bringen. Ein paar erfolglose Bonner Angriffe später stand es nur noch 65:64 (30.). Doch Gamble hatte das letzte Wort in diesem Viertel. Korner meinte nach der Partie: „Ich denke, das war ein nicht unverdienter Sieg für die Bonner. Dass Gamble den Dreier reinmacht, während wir ihn liegenlassen, ist im Grunde die Story des Spiels.“ Der Bonner Center machte es im Stile von Mayo: Orientierte sich kurz, machte den Schritt hinter die Dreierlinie und drückte zum 68:64 ab.

Der Schlussdurchgang begann mit einem vergebenen Korbleger von Martin Breunig, der seinen Fehler hinten gleich wiedergutmachte; vorn erhöhte Mayo auf 71:64. Die bessere Dreierquote blieb auf Bonner Seite. So langsam stellte sich die Frage: Würde die Energie nach den englischen Wochen seit Ende September reichen? Als Bayreuth drei Minuten vor Schluss auf 77:80 verkürzte und Polas Bartolo, nachdem er den Ball geklaut hatte, nur noch mit einem Foul zu bremsen war, feuerte Krunic die Fans an, ihrerseits die Intensität zu erhöhen. Sein Team brauchte Unterstützung. Und es spielte den Sieg über diverse Auszeiten und taktische Fouls mit Freiwürfen konzentriert über die Ziellinie.

Zur Belohnung gab es trainingsfrei bis Mittwochabend, nur Djurisic muss arbeiten: Er bricht schon am Montag auf zur montenegrinischen Nationalmannschaft. Die nächsten Partien stehen für die Baskets erst am 1. Dezember in München und zwei Tage später in Bamberg auf dem Programm.

Bonn: Ron Cury 4/1 Dreier, Konstantin Klein 2, Nemanja Djurisic 13/2, Julian Gamble 19/1, Julian Jasinski, TJ DiLeo 12/2, Martin Breunig 4, Yorman Polas Bartolo 11, Josh Mayo 18/4, Malcolm Hill 2.

Bayreuth: Robinson 10/1, Cox, Linhart 12, Doreth, Seiferth 15, McCrea 7, Wachalski 11/3, Amaize 5, Brooks 8, York 14/3.

Trefferquote: Bonn 48% (30/62), Bayreuth 47% (32/68); Dreierquote: Bonn 37% (10/27), Bayreuth: 28% (7/25); Freiwurfquote: Bonn 68% (15/22), Bayreuth 79% (11/14); Rebounds: Bonn 34 (Bester: Djurisic 7 ), Bayreuth 37 (Bester: Wachalski 8 ), Assists: Bonn 19 (Bester: Djurisic 8), Bayreuth 17; Ballgewinne: Bonn 6, Bayreuth 5; Ballverluste: Bonn 10, Bayreuth 11; Fouls: Bonn 19, Bayreuth 23.