DEL

Kölner Haie verlieren kleines Derby

Köln. Die Kölner Haie haben in der DEL eine 2:3-Niederlage nach Penaltyschießen gegen die Krefelder Pinguine einstecken müssen. Vor den Augen von Bundestrainer Marco Sturm kassierten die Haie einen Rückschlag im Kampf um die Playoff-Plätze.

Marco Sturm gab sich die Ehre. Der Bundestrainer war zum kleinen rheinischen Derby zwischen den Kölner Haie und den Krefeld Pinguinen in die Lanxess Arena gekommen, um in seiner Entscheidungsfindung weiterzukommen. Bis kommenden Dienstag muss Sturm dem DOSB eine Liste mit 25 Namen vorlegen, auf der die Spieler stehen, die die deutschen Farben im Februar bei den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang vertreten. „Ich bin unterwegs, um Bestätigung dafür zu finden, dass ich die richtige Wahl treffen werde“, erklärte der Bundestrainer. Fünf Kandidaten für seine Olympia-Auswahl nahm er am Donnerstag mit Christian Ehrhoff, Moritz Müller, Felix Schütz (alle Köln), Daniel Pietta und Marcel Müller (beide Krefeld) vor 8634 Zuschauern unter die Lupe. Wirklich neue Erkenntnisse  dürfte Sturm nicht gewonnen  haben. Der 39-Jährige sah eine 2:3 (1:0, 0:1, 1:1, 0:0, 0:1 )-Niederlage der Haie nach Penaltyschießen. Der nächste Rückschlag im Rennen um die Playoff-Viertelfinalplätze für das Team von Trainer Peter Draisaitl.

Zunächst durfte Marco Sturm hautnah erleben, wie das Haie-Fanprojekt zum zweiten Mal in dieser Saison gegen die Ansetzung von DEL-Partien an Donnerstagen protestiert. Eine Zerstückelung von Spieltagen zugunsten von Fernsehübertragungen, die für den Bundestrainer und seine Spielbeobachtung ideal ist, den berufstätigen Fans aber übel aufstößt, weil der Freitagstermin für sie attraktiver ist. Wie schon am 7. Dezember gegen Schwenningen verzichteten die Anhänger 15 Minuten lang auf jegliche Unterstützung. Nach 34 Sekunden durchbrach Nico Krämmer die Stille allerdings für einen Moment. Der Haie-Stürmer fälschte einen Schlenzer von Shawn Lalonde geschickt zur Kölner Führung ab. Der kanadische Verteidiger war in die Aufstellung zurückgekehrt, nachdem Coach Draisaitl ihn für zwei Spiele auf die Tribüne verbannt hatte. Lalonde gehörte zu den wenigen Lichtblicken im Haie-Spiel, obwohl er vor dem Derby einen persönlichen Rückschlag verkraften musste. Während der kanadische Eishockey-Verband den auch gegen Krefeld nicht in der Aufstellung stehenden KEC-Goalie Justin Peters am Donnerstag für Pyeongchang nominierte, fiel Lalonde durchs Raster.

Schwache Vorstellung

Ein Schicksal, dass auch die fünf deutschen Kandidaten treffen könnte, wenn Marco Sturm die Leistungen des Spiels am Donnerstag zugrunde legen würde. Haie und Pinguine lieferten sich jedenfalls eine Begegnung auf niedrigstem DEL-Niveau. Krämmers 1:0 blieb im ersten Drittel abgesehen von ein paar durch Haie-Torwart Gustaf Wesslau entschärfte Halbchancen der Gäste die einzig nennenswerte Szene. Das Derby bot an Stelle von Leidenschaft. Kampf und totaler Bereitschaft, Stückwerk, Zufälle, Ungenauigkeiten und viel Langeweile. Die Chronisten durften deshalb im zweiten Abschnitt auf Kölner Seite einen Pfostentreffer von T.J. Mulock und eine Möglichkeit für Bill Thomas (35.) notieren. Der Tabellenvorletzte vom Niederrhein blieb trotz seiner Paradereihe mit Pietta, Müller und Dragan Umicevic zwar weitgehend harmlos, dank der laschen Haie aber in Reichweite. Die enttäuschenden Gastgeber bekamen schließlich auch die Quittung für ihren Auftritt, als ihr Ex-Kollege Umicevic seinen schwedischen Landsmann Wesslau zum 1:1 überwand (39.).

Der Ausgleich und die zweite Pause wirkten sich positiv auf die Kölner aus. Sie liefen mehr Schlittschuh und bissen sich so in die Partie. Ihrem besten Spieler Shawn Lalonde war es vorbehalten, die Nerven aller Haie-Fans zu beruhigen. Nach 22 Spielen ohne Tor traf der schussgewaltige Kanadier in Überzahl erstmals seit dem 22. Oktober wieder zum  2:1 (48.). Weil Alex Bolduc aber das sichere 3:1 gegen KEV-Torwart Dimitri Pätzold verpasste (49.), gab es ein dramatisches Finale. Zunächst glich Markus Nordlund für die Pinguine 41 Sekunden vor dem Ende zum 2:2 aus, dann erzielte Mulock das Kölner 3:2 – allerdings Sekundenbruchteile nach der Schlusssirene, wie die Schiedsrichter nach Videobeweis entschieden. Nach torloser Verlängerung sorgten Justin Feser und Marcel Müller mit ihren verwandelten Penaltys schließlich dafür, dass es auch am Ende des Derbys still in der Arena war.      

Köln: Wesslau; Lalonde, Mo. Müller; Ehrhoff, Sulzer; Eriksson, Potter; Gogulla, Thomas, Schütz; Krämmer, Hospelt, R. Jones; Hanowski, Mulock, Shugg; Uvira, Bolduc, Wruck. – SR.: Kopitz/Piechczek. – Zuschauer: 8634. – Tore: 1:0 Krämmer(0:34/Lalonde), 1:1 Umicevic (38:04), 2:1 Lalonde (47:46/Eriksson, Gogulla, PP1), 2:2 Nordlund (59:19), 2:3 Ma. Müller (Penalty)   . – Strafminuten: Köln 8; Krefeld 4.