2. Basketball-Bundesliga Pro B

Dragons Rhöndorf hoffen weiter

Bad Honnef. Die Hoffnung ist zurück: Die Dragons Rhöndorf haben im zweiten Spiel der Abstiegsrunde in der 2. Basketball-Bundesliga Pro B den Rückstand auf die TG s.Oliver Würzburg verkürzt. Die Rheinländer siegten in der Sporthalle am Menzenberg vor 420 begeisterten Zuschauern mit 98:90 (28:26, 22:16, 22:25, 26:23).

Nach der Auftaktniederlage der Rhöndorfer in den Playdowns bei den Rheinstars Köln musste man sich fragen, ob die Drachen überhaupt eines der verbleibenden fünf Spiele im Kampf um den Klassenerhalt gewinnen können. Doch nach dem Sieg gegen Würzburg ist der Wille zum Verbleib im Profi-Basketball bei allen Beteiligten stärker denn je. Wenn am kommenden Wochenende der schon gerettete BBC Coburg kommt, sollen weitere Punkte her, um in der Endabrechnung nach sechs Spielen Köln und Würzburg hinter sich zu lassen.

Exemplarisch für den neuen Mut am Menzenberg war Rhöndorfs Youngster Bo Meister. In Köln hatte der Doppellizenzspieler der Telekom Baskets Bonn kaum etwas Zählbares in der Offensive beigesteuert. Gegen Würzburg war der zwei Meter große Flügelspieler zur Stelle, als die Gäste sich im letzten Viertel anschickten, beim Stande von 71:67 für Rhöndorf zur Aufholjagd zu blasen.

Bis dahin hatten die Gastgeber drei Viertel lang konzentriert und mit viel Leidenschaft gespielt. Bo Meister eröffnete den finalen Spielabschnitt mit einem Dreier zum 74:67, hatte bis dahin schon 13 Punkte beigesteuert. Er riss die Arme hoch, spornte das Publikum und sein Team an. Würzburg wehrte sich nach Kräften und hatte mit dem US-Amerikaner Justin Smith (29 Punkte/neun Rebounds) seinen wiedergenesenen Leistungsträger an Bord, der den Drachen viel Kopfzerbrechen bereitete. Er war es auch, der die Gäste in dieser Phase wieder heranbrachte. Beim Stande von 76:73 (32.) für Rhöndorf waren die Würzburger nah dran, bevor Meister eiskalt einen weiteren Dreier zum 79:73 einnetzte. Insgesamt vier Dreier ließ er in der spannenden Schlussphase durch die Reuse rauschen und glänzte mit 21 Punkten und fünf Dreiern. "Diesmal hat keiner den Kopf hängen lassen. Jeder hatte Selbstvertrauen, und wir sind stark geblieben", freute sich der 20-Jährige.

In der 37. Minute kamen die Gäste zwar auf noch einmal auf 85:90 heran. Doch die Rheinländer antworteten erneut spektakulär. Jo Koschade eroberte mit einem Hechtsprung das Leder und bugsierte im Fallen das Spielgerät zum starken Spielmacher Kwan Waller, der per Fastbreak-Dunking die Fans zum Jubeln brachte. Rhöndorf behielt in der Crunchtime die Nerven.

"Die Dragons haben verdient gewonnen, aber ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Das habe ich den Jungs auch gesagt. Wir sind immer noch in der besten Position und haben alles in der eigenen Hand", resümierte Würzburgs Trainer Eric Detlev.

Und dennoch: ein solcher Sieg kann in den Playdowns ein Schlüsselerlebnis sein. Auch wenn der Rhöndorfer Rückstand noch groß ist, dürfen die Rheinländer bei vier ausstehenden Spielen weiterhin hoffen, das Ruder herumzureißen. "Wir hatten uns viel vorgenommen", sagte Coach Thomas Adelt. "Die deutschen Spieler haben uns wichtigen Input gegeben und damit für die nötige Entlastung für Kwan Waller und Zygi Riauka gesorgt. Jetzt gilt es, sich wieder zu fokussieren, um auch gegen Coburg erfolgreich zu sein. Wichtig ist, dass wir als Mannschaft Selbstvertrauen aus dem Sieg ziehen."

Dragons Rhöndorf: Otshumbe (6), Möller (0), Meister (21/5 Dreier), Koschade (6/1), Riauka (24, 9 Rebounds), Falkenstein (5/1), Kneesch (4/1), Dia (2), Waller (27/1, 10 Assists), Sharda (3/1).