Kölner Haie

Der KEC zelebriert seine neu gewonnene Heimstärke

Nervenstark: Haie-Stürmer Felix Schütz verwandelte den entscheidenden Penalty im Krimi gegen Bremerhaven.

Nervenstark: Haie-Stürmer Felix Schütz verwandelte den entscheidenden Penalty im Krimi gegen Bremerhaven.

Köln. Kölner Haie schlagen in der DEL Bremerhaven mit 3:2 nach Penaltyschießen. Nach Pascal Zerressen ist auch Ben Hanowski verletzt.

Das Publikum der Kölner Haie erlebt in diesen Tagen ungewohnte Glücksgefühle. Die von erfreulichen Auftritten in der Lanxess Arena nicht gerade verwöhnte Anhängerschaft des KEC durfte sich am Sonntag über den bereits dritten Heimsieg im neuen Jahr freuen. Durch einen 3:2 (1:0, 1:1, 0:1, 0:0, 1:0)-Erfolg nach einem irrsinnig langen Penaltyschießen im Verfolgerduell gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven zog die Mannschaft von Peter Draisaitl an den Augsburger Panthern vorbei auf den vierten Tabellenplatz der Deutschen Eishockey Liga. Kölns Trainer war am Ende eines nervenaufreibenden Nachmittags einfach nur erleichtert: „Es tut gut, dass wir einen Weg gefunden haben, zwei Punkte aus diesem Spiel mitzunehmen“, sagte Draisaitl.

Allerdings schlugen dem 53-Jährigen zwei neuerliche personelle Rückschläge aufs Gemüt. Stürmer Ben Hanowski, der erst seit Ende Dezember nach längerer Verletzungspause wieder zur Verfügung gestanden hatte, schied im Verlauf des zweiten Drittels wegen einer muskulären Blessur aus. Eine genaue Diagnose stand noch aus. Zudem entpuppte sich die Verletzung, die sich Pascal Zerressen am Freitag beim 2:1-Erfolg gegen die Iserlohn Roosters zugezogen hatte, als Bänderriss im Fußgelenk. Zerressen wird seinem Team drei bis vier Wochen fehlen. Gegen Bremerhaven half deshalb Nachwuchs-Verteidiger Simon Gnyp zum bereits achten Mal in dieser Saison im Profiteam aus.

Im ersten Drittel hatte kaum etwas auf einen weiteren Kölner Erfolg hingedeutet. Die Haie taten sich mit dem Spielaufbau sehr schwer und blieben offensiv weitgehend ungefährlich. Den Ton gaben klar die Norddeutschen an, die Gustaf Wesslau im KEC-Gehäuse mehrfach zum Eingreifen zwangen.

Umso schmeichelhafter gingen die Gastgeber 93 Sekunden vor dem Ende des ersten Durchgangs durch ihre formstarke dritte Angriffsreihe in Führung. Felix Schütz spielte einen öffnenden Pass in den Lauf von Sebastian Uvira, der mit einem satten Schuss ins lange obere Eck zu seinem zwölften Saisontor abschloss. Eine vierminütige Überzahl bot den Kölnern direkt im Anschluss die Möglichkeit, nachzulegen und sich abzusetzen.

Obwohl der KEC diese Chance ungenutzt ließ, übernahm er im zweiten Durchgang die Kontrolle. Aber trotz eines Kölner Chancenvorteils gelang Bremerhaven der Ausgleich: In einer Druckphase der Gäste zirkelte Mike Moore die Scheibe durch ein Gewühl vor Wesslaus Tor in den Winkel (35.). Die Haie konterten zwei Minuten später mit der erneuten Führung: Nach einem Rückpass von Frederik Tiffels scheiterte Jason Akeson zunächst noch an Goalie Tomas Pöpperle, den Abpraller verwertete Kölns Topscorer aber im Nachsetzen zum 2:1.

Gegen Ende der regulären Spielzeit verflachte die Partie zunächst. Als die meisten der 12 534 Zuschauer bereits der Schlusssirene entgegenfieberten, gelang Cory Quirk der späte Ausgleich für Bremerhaven (59.). In einer wilden Overtime drängten die Haie auf den Sieg, die größte Möglichkeit aber verbuchte der Gegner. Sekunden vor Schluss bewahrte Wesslau den KEC bei einem Zwei-auf-null-Konter mit einer Sensationstat vor dem Sudden Death. „Der Save am Ende der Verlängerung hat mich unter Feuer gesetzt“, sagte Wesslau, der im folgenden Penalty-Wahnsinn zehn von elf Bremerhavener Anläufen bravourös abwehrte. Die Entscheidung fiel erst mit dem 22. Versuch durch Felix Schütz, der nervenstark verwandelte und die Arena in ein Tollhaus verwandelte.