„Mehr geht einfach nicht“

Das bedeutet die Bundesliga für die Bonner THV-Damen

Der größte Erfolg wurde entsprechend gefeiert: Trainer Jan Henseler und seine Aufstiegsheldinnen köpften ein paar Magnumflaschen.

Der größte Erfolg wurde entsprechend gefeiert: Trainer Jan Henseler und seine Aufstiegsheldinnen köpften ein paar Magnumflaschen.

Bonn. Hockey-Trainer Jan Henseler spricht im Interview über den Bundesligaaufstieg der Bonner THV-Damen, die Perspektiven des Teams und den Unterschied zwischen Halle und Feld.

Neun Spiele, neun Siege: Souveräner konnten die ersten Hockeydamen des Bonner THV in der Halle nicht in die Bundesliga aufsteigen. Die junge Mannschaft von Trainer Jan Henseler – das Durchschnittsalter liegt knapp unter 21 Jahren – schaffte mit dem 9:1 gegen den chancenlosen HC Essen 99 am Sonntag im vorletzten Spiel der aktuellen Hallenrunde den Sprung in Deutschlands höchste Spielklasse. Entsprechend groß war der Jubel. Über die Chancen und Aussichten des jungen Teams sprach Thomas Heinen mit dem BTHV-Damencoach.

Herr Henseler, wird die anstehende Rückrunde auf dem Feld angesichts der verlockenden Aussichten in der kommenden Hallenrunde zur eher lästigen Pflicht?

Jan Henseler: Natürlich nicht. Bei aller Euphorie nach dem Aufstieg in die Bundesliga in der Halle freuen wir uns genauso auf die Rückrunde draußen in der 2. Liga. Schließlich ist Feldhockey die olympische Disziplin. Draußen haben wir uns einen Namen gemacht. Wir sind seit fünf Jahren ununterbrochen im Bundesliga-Unterhaus dabei. Außerdem kommen dann mit Beginn der Vorbereitung auf die Feldrunde wieder die Spielerinnen hinzu, die in der Halle nicht spielen.

Was macht den Unterschied zwischen Halle und Feld aus?

Henseler: Hallenhockey hat in Deutschland einen hohen Stellenwert. Erst vor Kurzem hat Berlin mit der Hallen-WM mit 8000 Fans einen neuen Zuschauer-Weltrekord aufgestellt. Für meinen Geschmack ist der sportliche Wert beim Feldhockey größer, weil das Spiel komplexer ist. Dafür hat Hallenhockey den größeren Event-Charakter.

Was bedeutet die Bundesliga für Sie und Ihre Mannschaft?

Henseler: Mehr geht einfach nicht. Dass wir es geschafft haben, kann ich noch gar nicht so richtig erfassen. Das wird noch kommen. Auch für mich als Trainer ist das der bislang größte Erfolg. Umso schöner, dass es mit meinem Heimatverein geklappt hat. Die Mannschaft habe ich in der Oberliga übernommen. Und in den vergangenen Spielzeiten in der Regionalliga, erst recht nach der Reduzierung von acht auf sechs Teams, ging es für uns meist um den Klassenerhalt.

Wird der BTHV mit dem Aufstieg für externe Spielerinnen mit entsprechendem Niveau attraktiver?

Henseler: Das mag sein. Aber mein vordringlichstes Ziel ist es, junge Spielerinnen weiterzuentwickeln oder Mädchen zu holen, die sich in anderen Vereinen nicht durchsetzen konnten. Fertige Spielerinnen zu verpflichten, steht bei mir nicht unbedingt im Fokus.

Das heißt, der jetzige Kader bleibt zusammen?

Henseler: Davon gehe ich aus. Vielleicht überlegt sich die eine oder andere meiner Spielerinnen angesichts der Bundesliga, ihr Studium oder das Praktikum zu verschieben.

Und Sie?

Henseler: Beim BTHV, bei dem ich ja auch nebenberuflich angestellt bin, fühle ich mich zu Hause. Zudem lässt sich der Job beim BTHV prima mit meinen Aufgaben als NRW-Landestrainer vereinbaren. Ich bin glücklich, dass ich beim BTHV mein Hobby zum Beruf machen konnte.