Titelverteidigung geplatzt

Bonn Capitals unterliegen im Endspiel Heidenheim

In Caps-Pitcher Zach Dodson fanden die Solinger in der zweiten Partie ihren Meister.

Archivfoto.

Bonn. Die Bonn Capitals haben das Endspiel um die deutsche Meisterschaft verloren. Der Traum um die Titelverteidigung ist damit geplatzt.

Rund eine Stunde vor dem tatsächlichen Ende des vierten Spiels der Best-of-Five-Finalserie packten Mitarbeiter des Baseballbundesligisten Bonn Capitals Pokale und Medaillen aus. Die Vorbereitung kam zur rechten Zeit, denn nach dem vierten Spiel am Sonntag war vor rund 2.000 Zuschauern im Baseballstadion in der Bonner Rheinaue die Entscheidung um die deutsche Baseballmeisterschaft gefallen. Diesmal fielen sich die Heidenheim Heideköpfe jubelnd in die Arme, nachdem dem Vizemeister des Vorjahres beim Stand von 3:2 das dritte und entscheidende Aus im 9. Inning gelungen war.

Damit war für die Bonn Capitals der Traum, vor den eigenen Fans die zweite deutsche Meisterschaft in Folge feiern zu können, ausgeträumt. Denn bereits am Samstag hatten sich die Gäste von der schwäbischen Alb mit dem 7:2-Sieg im dritten Spiel das 2:1 in der Serie und damit den Matchball erspielt. Insgesamt erlebten die Zuschauer eine umkämpfte Serie, mit Ausnahme von Spiel eins, dass Heidenheim mit 17:1 gewonnen hatte.

Die Köpfe ließen Spieler und Fans aber nur kurz hängen, denn die beiden Spiele vor insgesamt rund 3.200 Zuschauern waren Werbung für den Baseballsport und die EM, die vom 6. bis zum 15. September in Bonn und Solingen stattfindet. „Trotz der Niederlage haben die Fans in der Rheinaue wieder ein tolles Wochenende und vor allem heute ein spannendes Spiel erlebt“, meinte Udo Schmitz, der Vorsitzende der Capitals. „Die Heideköpfe sind verdient deutscher Meister geworden. Sie waren über die Serie hinweg das bessere Team. Dass wir es wieder ins Finale geschafft haben, war angesichts der vielen Verletzungen in der Saison nicht unbedingt zu erwarten“, ergänzte Schmitz. Heidenheim hatte sich den Matchball am Samstag erspielt. Dabei war das 7:2 knapper als es aussah. Den Unterschied machten die Homeruns. Simon Gühring und Gary Owens mit Three-Run-Homerun sorgten so für das zwischenzeitliche 4:0. Die Bonner kamen zwar durch Punkte von Nick Miceli und Wilson Lee heran, aber nicht entscheidend näher. Da half auch der tolle Tag von Chris Goebel nicht, der drei Hits schlug und ebenso wie EddieStommel offensiv wie defensiv gut drauf war. Den Deckel drauf machte Heidenheim dann im achten Inning erneut per Homerun zum 7:2 Endstand.

Die Capitals mussten also am Sonntag unbedingt gewinnen, um die Serie offen zu halten. Es entwickelte sich ein zähes Ringen. Bonns Pitcher Zach Dodson knüpfte nahtlos an die hervorragende Leistung vom letzten Sonntag (3:0) an, ließ zwar einige Hits zu, hielt aber in den entscheidenden Momenten die Heidenheimer Offensive an der kurzen Leine. Auf der anderen Seite arbeitete sich die Bonner Offensive einige Chancen gegen Pitcher Justin Erasmus heraus, hatte zum Beispiel schon im ersten Inning Bases loaded. Zum Punkt reichte es nicht. Der folgte dann im fünften Inning. Nick Miceli kam per Hit auf Base, rückte weiter vor und nach Schlag von Eric Brenk zum 1:0. Brenk war an diesem Tag neben Dodson der beste Bonner. Vier Hits und zwei Run Batted In, bei dem ein Läufer die Homebase erreicht, standen zu Buche. Das knappe 1:0 hielt stand – bis zum achten Inning. Nach drei Hits und zwei Walks erzielten die Heideköpfe dann gleich drei Runs und drehten das Spiel bis zum 9. Inning auf 3:1. Doch die Capitals gaben nicht auf. Nick Miceli und Eddie Stommel kamen auf die Bases, Miceli punktete dann kurz darauf und der Ausgleichpunkt lag in der Luft. Den letzten Schlag der Serie konnte Chris Goebel aber nicht am Infield der Heidenheimer vorbeibringen.

Insgesamt fehlte es der Bonner Offensive in der Finalserie an Durchschlagskraft. So gewann am Ende Heidenheim die Meisterschaft. „Es waren zwei gleich starke Teams, die eine gute Serie gespielt haben. Heidenheim hatte eine starke Offensive, die Homeruns haben uns Punkte gekostet und sie hatten auch etwas mehr Glück, was auf dem Niveau den Unterschied machen kann. Nach unserer Saison hätte niemand gedacht, dass wir ins Finale kommen, aber wir sind stark zurückgekommen und zufrieden mit der Saison“, meinte Chris Goebel hinterher. Max Schmitz blickte ebenfalls auf eine umkämpfte Serie zurück. „Wir hatten unsere Chancen und mit Zach Dodson einen überragenden Pitcher. Unsere Mannschaft hat in jeder Situation gekämpft. Aber der Gegner hatte in den passenden Momenten stets die richtige Antwort, während wir die entscheidenden Hits nicht geschafft haben.“ Headcoach Alex Derhak war dennoch stolz auf sein Team. „Das liebe ich so an meiner Mannschaft. Sie geben nie auf und kämpfen bis zum Ende.“