Baskets-Co-Trainer plant Sieg gegen Ulm ein

Wenn Peter Günschel in seinem Element ist, werden Wasserflaschen schon mal zu Centern. Korb, Angreifer - alles Wassergläser. In der Verteidigung: Günschels Handy. Fix verschiebt der Co-Trainer der Telekom Baskets Bonn im imaginären Spielfeld auf dem Tisch die Positionen und erläutert eine Angriffssituation.

Bonn. Wenn Peter Günschel in seinem Element ist, werden Wasserflaschen schon mal zu Centern. Korb, Angreifer - alles Wassergläser. In der Verteidigung: Günschels Handy. Fix verschiebt der Co-Trainer der Telekom Baskets Bonn im imaginären Spielfeld auf dem Tisch die Positionen und erläutert eine Angriffssituation.

Blitzsauberes Pick and Roll der Wasser-Mannschaft, das Handy sieht alt aus. Seit dem Sommer 2009 ist der 30-Jährige der Co an der Seite von Headcoach Michael Koch, den er als "großartigen Typen, mit dem man gut zusammenarbeiten kann", schätzt. Das hat er auch schon anders erlebt. Nach zwei Jahren in Göttingen hatte er die Nase voll.

"Es war insgesamt eine schöne Zeit, aber die persönlichen Differenzen mit John Patrick waren nicht zu überbrücken." Kennen gelernt hatte er den Trainer der "Veilchen" beim A-Lizenz-Lehrgang in Heidelberg, an dem auch sein Vorgänger Karsten Schul teilnahm. Dass Schul an die Sporthochschule wechselt, wusste Günschel relativ früh.

Seine Freundin Daniela studierte in Köln, und im Vorlesungsverzeichnis für das nächste Semester tauchte der Dozent Schul relativ häufig auf - bevor das Ganze in Bonn offiziell war. "Irgendwann habe ich dann Kontakt mit den Baskets aufgenommen. Er traf sich mit Koch, und "es passte", sagt er.

Mit 14 spielte Günschel mit seinen Freunden auf einem Platz in der Nähe von Berlin. Der Leichtathletik-Trainer des PSV Basdorf überredete die Jungs, die neue Basketball-Abteilung des Vereins zu beleben, der Anfang war gemacht. Einen "echten" Basketball- Trainer gab es nicht. 1995 besuchte der ehemalige Alba-Berlin-Fan ein Basketball-Camp am Bad Honnefer Hagerhof und wandte nach seiner Rückkehr an, was er gelernt hatte.

Mit dem Auge für Fehler und dem Gespür für Korrekturen. Über verschiedene Stationen wechselte Günschel 1999 nach Leverkusen, trainierte dort Jugendteams und machte am dortigen Klinik seinen Zivildienst. 2001 begann er mit dem Sportstudium in Köln, wurde Trainer beim TuS Lichterfelde und später Landestrainer in Brandenburg, ehe er nach einem Praktikum in Portland nach Göttingen kam.

Seine Basketball-Philosophie: Talent muss man nicht haben, sondern nutzen. Unweigerlich ergibt sich daraus die Frage, ob Nationalspieler Tim Ohlbrecht ihn folglich nicht wahnsinnig macht. "An manchen Tagen: Ja. Definitiv. Aber momentan ist es nicht so. Er ist motivierter und konzentrierter." Der Hochtalentierte gehört zu den Gründen, warum Bonn für den Mann, den alle Pete nennen, die richtige Wahl war.

"Ich wünsche mir, den deutschen Basketball voranzubringen. Das ist hier möglich." Inzwischen, so sagt er, hängt sein "Herz an den Baskets." In seiner Wohnung in Köln stehen unzählige Ordner mit Beobachtungs-Protokollen. Vor jedem Spiel sieht er zwei Spiele des Gegners auf Video, "wenn ich Zeit habe auch mehr", und erstellt den Scouting-Report, den die Spieler zur Vorbereitung an die Hand bekommen.

Einem Zitat, das nicht aus dem Basketball-Dunstkreis stammen muss, folgen dort der Kader, die letzten Ergebnisse und allgemeine Informationen zum gegnerischen Team sowie detaillierte Informationen zu Verteidigung und Angriff. Neben der Unterstützung von Koch gehören das Einzeltraining und das Aufwärmen vor dem Spiel zu seinen Aufgaben. Er gilt als akribischer Arbeiter.

"Ich schreibe mir Dinge auf, die ich für wichtig halte. Manchmal stehe ich dafür auch nachts aus dem Bett wieder auf." Warum steht auf seinem Protokoll nach dem Spiel am Samstag (19 Uhr) in Ulm am Ende ein Sieg? "Weil wir es schaffen, gut zu verteidigen und die Rebounds zu kontrollieren." Ob Jeremy Hunt nach seiner Bauchmuskelzerrung dabei helfen kann, wird sich erst vor dem Spiel entscheiden.