Bob- und Skeleton-Weltcup

Viererbob verboten: Premiere auf Schmalspurbahn in Sigulda

Cathleen Martini (r) und Sandra Germain auf der Schmalspurbahn im lettischen Sigulda.

Cathleen Martini (r) und Sandra Germain auf der Schmalspurbahn im lettischen Sigulda.

05.12.2018 Sigulda. Nach dem Gold-Coup von Pyeongchang gehen die deutschen Bobs als Topfavoriten in die nacholympische Saison. Diese beginnt mit einer Weltcup-Premiere auf einer zu engen Bahn und endet mit der WM auf der anspruchsvollen Hochgeschwindigkeitspiste in Whistler.

Die nacholympische Saison wartet in der Historie des Bob- und Skeletonsports mit einem Novum auf. Erstmals seit der gemeinsamen Austragung der Weltcups seit 2006 starten die Kufensportler auf der Schmalspurbahn im lettischen Sigulda.

Die teilweise auf Stelzen gebaute 1200-Meter-Strecke im Urstromtal Gauja ist jedoch nicht für die großen Viererbobs geeignet. Daher starten die Männer um Doppel-Olympiasieger Francesco Friedrich mit einem Doppel-Rennen im kleinen Schlitten. Nach dem Gold-Festival bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang mit allen drei Olympiasiegen im Bob beantwortet die Deutsche Presse-Agentur die wichtigsten Fragen vor dem Weltcupstart.

Wieso dürfen die Viererbobs nicht in Sigulda fahren?

Die 1986 erbaute Bahn erlebte bislang zwei Weltmeisterschaften im Rodeln. Obwohl die Letten im Bob und Skeleton zur absoluten Weltspitze gehören, durften auf der engen Bahn keine Bob-Weltcups ausgetragen werden - ähnlich wie im thüringischen Oberhof. Nur 2004 gab es eine Ausnahme: Die Frauen durften mit dem Zweierbob fahren - die Sächsin Cathleen Martini gewann damals. "Die Bahn ist sehr anspruchsvoll, aber machbar", sagt Cheftrainer René Spies. Der Südkoreaner Won Yun-Jong, immerhin zeitgleich mit Nico Walther Olympia-Zweiter im Viererbob, krachte im Zweier-Training bei einer Kurve in die Holzabweiser und riss sich die Achse ab.

Wann wird der Vierer-Weltcup nachgeholt?

Beim Heim-Weltcup in Winterberg am darauffolgenden Wochenende wird es ein Doppel-Rennen im großen Schlitten geben.

Wer von den deutschen Olympiasiegern war gesetzt?

Nur Doppel-Olympiasieger Francesco Friedrich. Nico Walther und Überraschungs-Olympiasiegerin Mariama Jamanka mussten in die interne Selektion. "Ich wollte im nacholympischen Jahr dem Nachwuchs eine Chance geben", begründete Spies seine Vorgehensweise.

Welche Gesichter sind neu, wer fehlt im deutschen Team?

Olympiasiegerin Lisa Buckwitz ist nicht im Weltcup-Team. Die Pyeongchang-Anschieberin von Jamanka absolviert derzeit die Pilotenschule. Mittlerweile fährt sie in Königssee nach gut 60 Fahrten an den Lenkseilen von ganz oben. Olympiasieger Thorsten Margis widmete sich zuletzt vermehrt seinem Maschinenbaustudium und fehlt beim Auftakt in Sigulda. "Beim ersten Heim-Weltcup in Winterberg und bei den Übersee-Rennen bin ich wieder am Start", sagte Margis. Neu in der Friedrich-Crew ist Junioren-Weltmeister Alexander Schüller. Der bei den Anschubtests starke Paul Krenz sitzt nun im Walther-Schlitten. Der DM-Dritte Christoph Hafer fährt in Sigulda für Johannes Lochner, der seine Adduktorenverletzung auskuriert hat.

Welche Erwartungen hat Bob-Cheftrainer René Spies in dieser Saison?

Nach den zehntägigen Tests auf der WM-Strecke in Whistler will er Ende Februar auf der Hochgeschwindigkeits-Bahn um die WM-Medaillen mitfahren. "Wir müssen sehen, was auf uns zukommt", meinte Spies vielsagend. Denn die verhängnisvolle Kurve 13 namens "Fifty-Fifty" ist nach den Stürzen 2010 bei Olympia immer noch nicht umgebaut. Die Zweierbobs kommen da gut durch, bei den Vierern wird es grenzwertig. (dpa)