Paralympische Leichtathletik-EM

Bonner Rennrollstuhlfahrer Baldé nach Rennen disqualifiziert

Alhassane Baldé

Alhassane Baldé hat in Berlin bei der Leichtathletik-EM seine zweite Medaille gewonnen.

Berlin. Nach Silber über 5000 Meter am Montag durfte sich der Bonner Rennrollstuhlfahrer Alhassane Baldé über Bronze freuen. Allerdings nur kurz, seine Medaille wurde ihm nach dem Rennen aberkannt.

Alhassane Baldé hat bei den Para-Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin eine weitere Medaille verpasst. Allerdings erst nach einem Protest der britischen Delegation. Zuvor hatte sich der Rennrollstuhlfahrer über Bronze über die 800 Meter gefreut.

Baldé hatte sich auf der Zielgeraden einen packenden Kampf mit Leo Pekka Tahti aus Finnland und dem Briten Nathan Maguire um die Bronzemedaille geliefert und auf der Rennbahn um zwei Hundertstel für sich entschieden.

Wenige Stunden später gab die Jury dem Protest der britischen Delegation statt. Demnach habe der Bonner Maguire auf der Innenbahn behindert. „Wir haben nochmal Protest eingelegt. Selbst der Bundestrainer hat sich eingeschaltet“, so Baldé. „Es ist eine Ermessensentscheidung. Letztendlich ist es so entschieden worden und ich muss damit leben.“ Auch der Franzose Julien Casoli wurde disqualifiziert. Dadurch rutschte Tahti auf den zweiten und Maguire auf den dritten Rang. „Jetzt heißt es, Kopf hoch und am Sonntag über die 1500 Meter angreifen.“

Bereits vor den Wettbewerben war die EM für Annika Zeyen beendet. Die Bonnerin trat auf Anraten des medizinischen Stabs in Berlin gar nicht an. „Ich und mein medizinischer Stab haben in den vergangenen sechs Monaten alles versucht, meine Verletzung zu überwinden“, so die Rennrollstuhlfahrerin auf Facebook. „Leider hat es am Ende nicht gereicht.“