Energiebündel mit eisernem Willen

Jano Rübo ist GA-Sportler des Monats im März

Eines der hoffnungsvollsten deutschen Judo-Talente: Jano Rübo von den SSF Bonn.

Eines der hoffnungsvollsten deutschen Judo-Talente: Jano Rübo von den SSF Bonn.

BONN. Der 16-jährige Judoka Jano Rübo von den SSF Bonn hat bei der Wahl zum GA-Sportler des Monats im März den ersten Platz belegt. Er gehört damit zu den jüngsten Monatssiegern.

Im 700 Kilometer von der Heimat entfernten Teplice war die Überraschung groß. „Ich Monatssieger? Nein, damit habe ich nicht gerechnet. Darüber freue ich mich riesig“, sagte Jano Rübo. Und fügte an. „Ich habe mitbekommen, dass der Verein ordentlich Werbung für mich gemacht hat. Aber, dass es dann tatsächlich gereicht hat, das ist schon eine tolle Sache.“

Mit seinen 16 Jahren gehört der Judoka der SSF Bonn zu den jüngsten Monatssiegern in der Geschichte der GA-Sportlerwahl. Er gewann die Kandidatenkür im März mit 40 Prozent der Leserstimmen und ließ dabei ein illustres Feld von zum Teil weit über die Grenzen Bonn hinaus bekannten Sportlern hinter sich. Zweiter wurde der Mondorfer Volleyballer Ben Wedel (29 Prozent) vor dem OFC-Florettfechter André Sanita (25), Leichtathletin Konstanze Klosterhalfen (4) und Taekwondoka Yanna Schneider (3).

Rübo hatte im März seinen deutschen Meistertitel in der U18-Klasse (- 66 kg) in Leipzig erfolgreich verteidigt, was ihm auch die Nominierung für den European Cup am vergangenen Wochenende in Tschechien durch Bundestrainer Bruno Tsaffack einbrachte. Dort lief es für den Schüler nicht ganz nach Wunsch. Den Auftaktkampf gewann er, im zweiten Mattenduell kassierte er eine Niederlage und schied aus. „Das hat mich schon gewurmt“, sagt Rübo.

Er ist einer, der sich ganz seinem Sport verschrieben hat. Das Trainingspensum ist enorm, die täglichen Einheiten von Kraft- und Techniktraining dauern zwischen drei und vier Stunden. Das lässt sich bei seinem Verein SSF Bonn nicht bewerkstelligen, Rübo ist seit Längerem im Sportinternat in Köln, trainiert am Judo-Bundesstützpunkt und geht in der Domstadt auch zur Schule. „Gottseidank werde ich hier relativ problemlos für Turniere oder Trainingslager vom Unterricht befreit“, sagt Rübo. Der Nachteil: Wenn andere bei Wettkämpfen Freizeit haben, muss der Zehntklässler den Unterrichtsstoff nachholen oder für Klausuren büffeln. Das nervt manchmal, gehört aber zu seinem Pflichtprogramm. Und es funktioniert. „Ich komme in der Schule gut klar“, sagt Rübo.

Zum Judo kam er, weil er, wie seine Mutter fand, als Kind zu viel Energie hatte. Die musste irgendwie kanalisiert werden. Mit sechs Jahren begann er mit der japanischen Kampfkunst nach einem Schnuppertraining bei den SSF Bonn und war kurze Zeit später schon Stadtmeister seiner Altersklasse. „Er hat einen eisernen Willen, ist technisch sehr versiert und konditionell vielen anderen überlegen“, beschreibt ihn seine langjährige SSF-Trainerin Yamina Bouchibane. „Er kommt sogar zum Training, wenn es ihm mal nicht gut geht.“ Sie selbst sagt, dass sie einen besseren Judoka noch nicht trainiert habe. Und doch sieht sie auch ein Manko: „Er zweifelt manchmal zu schnell an sich. Er muss mental stärker werden.“

Als Kind wollte Jano Rübo übrigens Schauspieler werden. Erfahrungen sammelte er in einer Theater-AG. Den Traum vom schillernden Jetset-Leben hat er mittlerweile abgehakt. Dafür verfolgt das Bonner Energiebündel einen anderen: die Teilnahme an Olympischen Spielen. „2024 oder 2028 möchte ich dabei sein.“ Er ist auf einem guten Weg.