1. FC Köln: Solbakken als Trainer im Gespräch

Die Frage, wer alles den FC nach dem letzten Spiel am Samstag gegen Schalke verlassen wird, ist ebenso spannend wie die Suche nach neuen Akteuren und vor allem dem Nachfolger von Frank Schaefer.

Köln. Auch wenn zuletzt zwei Drittel seiner Arbeitszeit die Betreuung der FC-Profis in Anspruch nahm und somit Aufgaben seines Sportdirektorenamtes hintangestellt werden mussten, ließ es sich Volker Finke am Dienstag nicht nehmen, die viertletzte Trainingseinheit der Saison wieder zu leiten. Entspannt ging es zu vor über 300 Zuschauern.

Geradezu aufgekratzt wirkte eine Gruppe um die alteingesessenen Petit, Youssef Mohamad, Pedro Geromel und Kevin McKenna. Mit lauten Schreien, die von den Fans verwundert aufgenommen wurden, bedachten sie außergewöhnliche Aktionen. Ob ihre gekünstelt zur Schau gestellte Fröhlichkeit den nahenden Abschied vom Geißbockheim überdecken sollte?

Die Frage, wer alles den FC nach dem letzten Spiel am Samstag gegen Schalke verlassen wird, ist ebenso spannend wie die Suche nach neuen Akteuren und vor allem dem Nachfolger von Frank Schaefer.

Da halten sich hartnäckig Gerüchte, wonach der Meistertrainer des FC Kopenhagen, Stale Solbakken, ganz oben auf der Wunschliste von Volker Finke steht. Die gut fünfjährige Amtszeit des 43-jährigen Norwegers endet auf dessen Wunsch im Juni; mit Roland Nilsson wurde bereits sein Nachfolger benannt.

Drei Mal in Folge führte Solbakken die Kopenhagener zum Titelgewinn, diesmal bereits acht Spieltage vor dem Saisonende. Außerdem stieß der Außenseiter bis ins Achtelfinale der Champions League vor, scheiterte dort nur knapp mit 0:2 und 0:0 am FC Chelsea.

Nun wollte der Trainer, der als Spieler mit 33 Jahren auf dem Trainingsplatz einen Herzinfarkt erlitt, für tot gehalten wurde, und wie durch ein Wunder nach acht Minuten ohne Herzschlag reanimiert werden konnte, im Januar kommenden Jahres Egil Olsen als Norwegens Nationaltrainer beerben. Doch ein Bundesliga-Engagement könnte ihn vertragsbrüchig werden lassen. Beim HSV war er schon ein Kandidat, bevor man Michael Oenning den Job gab. Das könnte nun zum Glücksfall für den 1. FC Köln werden.

Bei der Suche nach neuen Spielern wird aus Frankreich gemeldet, dass der Kameruner Landry N'Guemo (25) mit dem FC verhandelt habe. Der linksfüßige Sechser kann den abstiegsbedrohten AS Nancy ablösefrei verlassen. Im Vorjahr war der Nationalspieler zu Celtic Glasgow ausgeliehen worden und hatte dort einen Stammplatz besessen.

Wenn am Samstag gegen 17.20 Uhr die Partie zwischen dem 1. FC Köln und Schalke 04 abgepfiffen wird, beenden die Gastgeber diese Bundesligasaison zwischen Platz 14 und Rang zehn. In der Geldrangliste der Ersten Liga wird der FC 14., das steht bereits fest.

Damit erhält der Verein 14 818 954 Euro aus TV-Einnahmen - fast genau eine Million Euro mehr als im vergangenen Jahr. Die Top-Verdiener sind Bayern München (rund 24,0 Millionen Euro), Meister Borussia Dortmund (23,2 Millionen) und Leverkusen (22,5 Millionen), die zudem noch in den Genuss von Auslandsgeldern kommen.