Mittelfeldspieler des 1. FC Köln

Schaub und Drexler sind beste Vorbereiter der 2. Liga

Nicht sein Kerngeschäft: Louis Schaub ist mehr Vorbereiter als Torschütze.

Nicht sein Kerngeschäft: Louis Schaub ist mehr Vorbereiter als Torschütze.

KÖLN. Während Simon Terodde mit schon 17 erzielten Toren glänzt, stehen die Vorbereiter meist eher im Hintergrund. Doch auch Louis Schaub, Dominick Drexler und Marcel Risse sind für das Team unverzichtbar.

Wie bereits in den beiden voraufgegangenen Begegnungen werden auch an diesem Samstagmittag (13 Uhr/Sky) Simon Terodde und Jhon Cordoba im Heimspiel gegen Greuther Fürth als Doppelspitze auf Torejagd gehen. Die Mittelstürmer des 1. FC Köln stehen einmal mehr im Fokus von Zuschauern und gegnerischen Abwehrspielern. Eher im Hintergrund oder in ihrem Schatten sind dagegen diejenigen Kollegen unterwegs, die für sie die Vorarbeit leisten.

Simon Teordde, mit 17 Treffern bisher der überragende Torschütze der 2. Liga, weiß, dass er in hohem Maß auf die Zuspiele seiner Mitspieler angewiesen ist: „Sie bereiten vor, und ich versuche, die Aktionen erfolgreich zu beenden.“

Fast zwei Drittel der 35 Kölner Treffer wurden von nur drei Spielern vorbereitet: Marcel Risse lieferte fünf Mal die Vorlage, Dominick Drexler sieben Mal und Louis Schaub gar neun Mal. Damit sind die beiden Letztgenannten derzeit die besten Vorlagengeber der Liga – und sie werden gegen Fürth erneut im offensiven Mittelfeld agieren. Zwar hatte Drexler am Mittwoch wegen Adduktorenproblemen kürzer getreten, doch die Abschlusseinheit am Freitag absolvierte er problemlos.

Drexler wartet noch auf eigenes Tor

Der 28-Jährige hatte bereits in der Vorsaison aufhorchen lassen, als er mit elf Vorlagen sowie zwölf Treffern für Holstein Kiel zu den besten Offensivkräften der 2. Liga gehörte. Ein Torerfolg ist ihm in den bisherigen 14 Begegnungen noch nicht gelungen. Was aber seine Zulieferdienste anbelangt, so liegt der gebürtige Bonner bereits vor dem Ende der Hinrunde deutlich über seinem letztjährigen Schnitt.

Das gilt auch für Louis Schaub. Am vergangenen Samstag in Darmstadt legte er gefühlvoll für Simon Terodde auf, der per Kopf zum 1:0 verwandelte. Dann drehte er den Ball nach einer Ecke so raffiniert vor das Tor, dass Rafael Czichos zum 2:0 vollenden konnte. Es waren seine Torvorbereitungen Nummer acht und neun.

Schaub will häufiger Abschluss suchen

Darüber hinaus sah man von dem 1,77 Meter großen Techniker allerdings kaum gelungene Aktionen. Abwehrchef Rafael Czichos lieferte die Erklärung: „Das Spiel war ein typischer Zweitligakampf. Da hatte es Louis schwerer als andere, weil er viel auf die Knochen bekam. Aber seine Vorlagen waren wieder beeindruckend.“ Und genau die sind es, die den Unterschied zwischen dem österreichischen Nationalspieler und vielen anderen guten Offensivkräften der 2. Bundesliga ausmachen.

Das war bereits bei Rapid Wien so. Dort debütierte er vor sechs Jahren als 17-Jähriger. Am letzten Spieltag gelangen ihm dann die ersten beiden Treffer in der österreichischen Bundesliga. In den folgenden vier Spielzeiten erzielte er stets zwischen sieben und neun Scorer-Punkten für Treffer und Vorlagen. In der Vorsaison waren es sogar 15, als ihm zehn Torvorlagen und fünf Torerfolge gelangen. Jetzt ist der bald 24-Jährige auf einem guten Weg, diese Marken noch zu überbieten. „Ich müsste vielleicht noch öfter selbst den Torabschluss suchen und treffen“, wies Schaub auf den Umstand hin, dass er erst zwei Tore erzielte. Doch solange er weiter ein zuverlässiger Vorarbeiter für die Mittelstürmer ist, dürfte ihm Markus Anfang das nicht vorwerfen. Nach dem 3:0 in Darmstadt hatte der Trainer Schaub und Drexler für ihr Zusammenspiel vor dem 1:0 gelobt: „Das haben sie überragend gemacht. Den Pass muss man erst einmal so genau spielen.“