Ehemaliger FC-Stürmer

Modeste: Bin kein Söldner in Mickey-Mouse-Hosen

Anthony Modeste.

Anthony Modeste.

17.07.2017 TIANJIN. Fünf Tage nach dem Abschluss seines Kaugummi-Wechsels vom Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln zum chinesischen Klub Tianjin Quanjian versucht der französische Torjäger Anthony Modeste seinen Ruf bei den FC-Anhängern zu retten.

Seine Worte seien "keine leeren Phrasen eines Söldners in Mickey-Mouse-Hosen", schrieb der 29-Jährige auf seiner Instagram-Seite. Noch kurz vor seinem Abgang in die Super League hatte der Torjäger den FC als seine "Heimat" bezeichnet.

Zum wochenlangen Hickhack um den Transfer, in dem sich die Risse zwischen dem FC und Modeste immer weiter vertieften, erklärte der Angreifer lapidar: "Fehler und Missverständnisse passieren überall." Unter dem Strich sei er "sehr dankbar, dass ich beim FC so viel dazugelernt habe und auch ein bisschen stolz, meinen Beitrag zum Erreichen der Europa League geleistet zu haben."

Modeste wurde nach seinem Wechsel vor allem vom Kölner Vizepräsident Toni Schumacher hart kritisiert. "Tony hat sich vieles kaputt gemacht und zumindest nicht die Wahrheit gesagt", erklärte das einstige Torwartidol. Modeste hatte unter anderem den Medizincheck in Tianjin absolviert, bevor eine Einigung zwischen den Vereinen bestanden hatte. Unmittelbar vor Abschluss des Transfers klagte er dann in einem einstweiligen Verfügungsverfahren auf seine Wiederteilnahme am Trainingsbetrieb der Kölner, für die er in zwei Spielzeiten insgesamt 40 Bundesliga-Tore erzielt hatte.

"Die Zeit beim 1. FC Köln war für mich und meine Familie eine ganz besondere Etappe in meinem Leben und meiner Karriere", erklärte Modeste nun. Seine Maeva sowie die Kinder Kihanna und Brooklyn fühlten sich in Köln "so wohl", dass sie ohne ihn in der Domstadt blieben, "anstatt in unsere Heimat Frankreich zurückzukehren", führte Modeste aus, der bis 2020 in Tianjin rund 30 Millionen Euro verdienen soll.

Modeste wird zunächst zwei Jahre lang für sechs Millionen Euro an Tianjin ausgeliehen, anschließend besteht für die Chinesen eine bindende Kaufoption über 29 Millionen Euro.

Liebe FC-Fans! Nachdem sich der ganze Trubel um meine Person nun langsam etwas gelegt hat und ich nun offiziell kein Spieler mehr des 1. FC Kölns bin, ist es mir wichtig, mich nochmal an Euch zu wenden. Mir geht es nicht darum zu erklären, wer, was, wann und wie gesagt oder getan hat. Fehler und Missverständnisse passieren überall. Mir geht es darum, unmissverständlich festzuhalten, dass die Zeit beim 1. FC Köln für mich und meine Familie eine ganz besondere Etappe in meinem Leben und meiner Karriere war. Wenn andere Menschen Gegenteiliges behaupten, kann ich das leider nicht verhindern und muss das so hinnehmen, auch wenn es mir schwer fällt. Ich bin sehr dankbar, dass ich beim FC so viel dazugelernt habe und auch ein bisschen stolz, meinen Beitrag zum Erreichen der Europa League geleistet zu haben. Maeva, Kihanna und Brooklyn können mich aufgrund der Krankheit meines Sohnes nicht nach China begleiten. Meine Familie fühlt sich in Köln so wohl, dass sie entschieden hat, auch ohne mich in der Stadt wohnen zu bleiben, anstatt in unsere Heimat Frankreich zurückzukehren. Ich glaube, diese Tatsache zeigt am deutlichsten, dass meine Worte keine leeren Phrasen eines Söldners in Mickey-Mouse-Hosen sind. Merci beaucoup, à bientôt und tschö Euer Anthony Modeste

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  (sid)