Neuzugang

Lasse Sobiech kommt vom FC St. Pauli zum 1. FC Köln

Auf Abschiedstour befindet sich Lasse Sobiech mit der Mannschaft des FC St. Pauli in den USA. Dann soll er die FC-Defensive verstärken.

Auf Abschiedstour befindet sich Lasse Sobiech mit der Mannschaft des FC St. Pauli in den USA. Dann soll er die FC-Defensive verstärken.

KÖLN/BREMEN. Die Verpflichtung von Lasse Sobiech ist perfekt. Der Abwehrspieler kommt vom FC St. Pauli. Yuya Osako unterschreibt bei Werder Bremen. Pizarro verabschiedet sich mit einer unschönen Geste.

In ruhigem Tempo und scheibchenweise setzt sich der Kaderumbau beim 1. FC Köln fort. Mit Lasse Sobiech wurde am Dienstag der erste Neuzugang präsentiert. Um den 1,96 Meter langen Innenverteidiger herum, der ablösefrei vom FC St. Pauli kommt, wird der künftige Trainer Markus Anfang die neue Abwehrreihe formieren.

Derweil zieht es Kölns Yuya Osako (27) in den Norden an die Weser. Der japanische Nationalstürmer will weiter in der Bundesliga spielen und steht vor der Vertragsunterschrift bei Werder Bremen. Am Dienstag absolvierte er die sportmedizinische Untersuchung in der Hansestadt, an diesem Mittwoch soll die Unterschrift eines längerfristigen Vertrags erfolgen. Die Ablösesumme bewegt sich dem Vernehmen nach um die 4,5 Millionen Euro. Zuvor hatte der FC für den Verkauf von Leonardo Bittencourt (TSG Hoffenheim) und Lukas Klünter (Hertha BSC) bereits zehn Millionen Euro eingenommen.

Schon Ende März hatte Lasse Sobiech (27), dessen fünf Jahre jüngerer Bruder Joran als Innenverteidiger beim Regionalligisten Bonner SC spielt, der Vereinsführung des FC St. Pauli seine Wechselabsichten mitgeteilt. Aufgrund einer Klausel hätte sich sein Vertrag jedoch nochmals um ein Jahr verlängern können, weshalb sein Abschied aus Hamburg zunächst noch ungewiss war. Beim FC erhielt er jetzt einen Vierjahresvertrag. Am Dienstag ging Sobiech, der vor vier Jahren zum zweiten Mal zum FC St. Pauli gekommen war, mit den Kollegen auf Saison-Abschiedstour in die USA. Zuvor übermittelte er Aufstiegshoffnungen nach Köln: „Der FC ist ein ambitionierter Club mit ambitionierten Zielen. Das ist genau die Herausforderung, die ich mir für meine neue Station gewünscht habe.“

Sportlich fair äußerte sich der FC St. Pauli. In einer Stellungnahme hieß es: „Wir wünschen Dir viel Erfolg in Köln und freuen uns, Dich in der kommenden Saison am Millerntor begrüßen zu dürfen!“ Armin Veh beschreibt den Abwehrspieler, der 131 Zweit- und 34 Erstligaspiele vorweist, als „sehr erfahrenen Defensivspieler mit einem Top-Charakter“. Sobiech übernehme Verantwortung und habe den Ehrgeiz, gemeinsam mit seinem neuen Team den direkten Wiederaufstieg zu schaffen.

Nachdem Dominic Maroh (31) keinen neuen Vertrag beim 1. FC Köln erhalten hatte, Dominique Heintz (24) vor dem Wechsel zu einem Bundesligisten (Schalke, Dortmund, Frankfurt) und Jorge Meré (21) möglicherweise vor einer Rückkehr in die erste spanische Liga steht, muss wohl eine ganz neue Innenverteidigung gebildet werden. Als weiterer Kandidat dafür gilt der 1,86 m große Rafael Czichos (28) von Holstein Kiel. Derweil verabschiedete sich Claudio Pizarro (39) mit einer unschönen Szene vom FC. In einem sozialen Netzwerk ist ein Foto von ihm in der FC-Kabine zu sehen. Da liest man auf seinem T-Shirt unter der geöffneten Jacke die Worte „Thanks for nothing“ – Danke für nichts. Dem Vernehmen nach soll er für sein siebeneinhalbmonatiges Engagement zwei Millionen Euro eingestrichen haben.