1. FC Köln

Das erwartet den 1. FC Köln beim Spiel gegen St. Pauli

Nicht zu bremsen: St. Paulis Alex Meier (2.v.l) nach seinem Elfmetertor zum 3:2 gegen Union Berlin. FOTO: DPA

Nicht zu bremsen: St. Paulis Alex Meier (2.v.l) nach seinem Elfmetertor zum 3:2 gegen Union Berlin. FOTO: DPA

Köln/Hamburg. Der ehemalige Frankfurter Torjäger Alex Meier gibt dem Zweitliga-Topspiel zwischen dem 1. FC Köln und dem FC St. Pauli eine besondere Note.

Der 1. FC Köln musste sich wider seine Natur schon einige Jahre die Zeit in der 2. Bundesliga vertreiben. Acht sind es mittlerweile, um genau zu sein. Da kommen eine Menge Spiele zusammen, und irgendwann kristallisieren sich dabei auch Lieblings- und Angstgegner heraus – rein statistisch betrachtet natürlich. Besonders angenehm waren für die Geißböcke die Duelle mit dem FC St. Pauli. Und das nicht nur wegen der Fanfreundschaft, die beide Clubs seit dem bislang letzten FC-Meistertitel 1978 miteinander pflegen. 13 Spiele gab es seitdem in der 2. Liga, und die Hamburger konnten nur das erste 1998 gewinnen. Danach siegten die Kölner bei drei Remis neun Mal.

Eine Bilanz, die dem FC vor der 14. Begegnung am Freitagabend im ausverkauften Rheinenergiestadion (18.30 Uhr/Sky) Mut machen sollte. Wäre da nicht ein gewisser Alexander Meier. Der 1,96 Meter große „Fußballgott“ mit dem markanten Dutt ist in der Winterpause als Ersatz für Torjäger Henk Veerman ans Millerntor zurückgekehrt und hat die Kölnern damit aufhorchen lassen. Denn der 36-Jährige bringt als der personifizierte FC-Schreck eine neue Note in das Duell, das bislang recht einseitig verlief. Meier hat in 15 Pflichtspielen elf Mal gegen den FC getroffen – so oft wie kein anderer noch aktiver Fußballer. „Alex Meier hat seine Qualitäten, gerade im Sechzehner“, warnt Markus Anfang nicht nur deshalb vor dem Stürmer. Der FC-Coach sieht aber keine Veranlassung, Sondermaßnahmen einzuläuten: „Wir sind in der Lage, ihn in unserer Ordnung zu verteidigen.“ Das beste Rezept gegen einen Spieler wie Meier wäre, ihn gar nicht erst in Abschluss-Situationen kommen zu lassen. „Wir wollen es, so weit es geht, unterbinden. So versuchen die anderen Clubs auch gegen uns und Simon Terodde zu verteidigen“, erklärt Anfang.

Dass Alexander Meier nicht immer ganz auszuschalten ist, musste am Montagabend der jüngste FC-Bezwinger Union Berlin erfahren. Meier, der von 2001 bis 2003 schon mal für die Paulianer gespielt hatte, traf beim 3:2-Sieg per Kopf zum 2:0 und per Elfmeter in der 94. Minute zum Sieg. Eine triumphale Rückkehr nach 5783 Tagen, die den Kiez zum Beben gebracht hatte. Die Fans feierten den Matchwinner mit „Fußballgott“-Sprechchören. „Er hat ein Riesenspiel gemacht und weiß eben, wo das Tor steht. Die Qualität hat er einfach“, lobte Trainer Markus Kauczinski seinen Neuzugang. Auch bei Armin Veh genießt Meier allerhöchsten Respekt. Der FC-Sportchef spricht dabei aus eigener Erfahrung, hat er den Torjäger doch selbst fast vier Spielzeiten lang bei Eintracht Frankfurt trainieren dürfen: „Alex ist ein toller Spieler mit einem tollen Charakter, dem ich nur das Beste wünsche. Außer am Freitag, versteht sich.“ 137 Tore hat Meier in 379 Pflichtspielen übrigens für die Hessen erzielt, darunter auch jene elf gegen die Kölner.

Nach seinem Kurzeinsatz bei der 1:2-Niederlage in Darmstadt verblüffte Meier gegen die Berliner nicht nur wegen seiner beiden ersten Treffer nach fast eineinhalbjähriger Verletzungspause. Der Routinier hielt über die komplette Spielzeit durch und gehörte mit 11,1 gelaufenen Kilometern und unzähligen Kopfballduellen zu den fleißigsten Spielern der Hamburger. „Unsere Mannschaft besteht nicht nur aus Alex Meier. Es gibt immer noch Situationen, in denen zu sehen ist, dass er 16 Monate Pause hatte“, mahnte Kauczinski.

Nach dem Sprung auf den Aufstiegsplatz zwei, vorbei an den spielfreien Geißböcken, freut sich der Pauli-Coach auf das nächste Spitzenspiel: „Nach Union wartet das nächste Brett mit dem zweitbesten Angriff der 2. Liga auf uns. Die Kölner sind mit das stärkste Team von der Kaderbesetzung her. Sie haben ganz viel Erfahrung im Mittelfeld und sind eine individuell gute und eingespielte Mannschaft“, zollte Kauczinski dem direkten Verfolger Respekt. Der Trainer der Gäste, die mit Geschäftsleiter Andreas Rettig und ihrem Technischen Direktor Ewald Lienen noch zwei andere gute, alte Bekannte mit nach Köln bringen, hat aber einen „Fußballgott“ mit dabei: „Die Gegner haben Respekt vor ihm“, schickt er eine „Meier-Warnung“ an die Kölner voraus.