Torreiches Testspiel

1. FC Köln schlägt Mainz 05 im Bonner Sportpark

Der 1. FC Köln hat gegen Mainz gewonnen.

Der 1. FC Köln hat gegen Mainz gewonnen.

Bonn. Absteiger 1. FC Köln hat eine Woche vor dem Saisonstart in der 2. Fußball-Bundesliga seine gute Frühform untermauert. Im Sportpark Nord in Bonn gewannen die Kölner 3:5.

Den Bonner Sportpark Nord kennt der 1. FC Köln inzwischen gut. Zu Beginn des Monats hatte der Erstliga-Absteiger schon einmal in der Bundesstadt gastiert. Das Ergebnis war wenig erbaulich gewesen: Gegen den Regionalligisten Bonner SC leistete sich die Mannschaft von Trainer Markus Anfang eine 0:1-Niederlage. Am Freitagabend gaben die Kölner ihr zweites Gastspiel in diesem Sommer in Bonn. Gegner war diesmal der Bundesligist FSV Mainz 05, der als letzter Prüfstein dienen sollte vor dem Zweitliga-Auftakt am nächsten Samstag beim VfL Bochum. Diesmal vermochte Anfangs Team ein weitaus besseres Resultat zu erzielen: Nach einer über weite Strecken überzeugenden Offensivleistung gewann der FC mit 5:3 (3:1) und stellte seinen Trainer im Großen und Ganzen zufrieden: „Wir haben im ersten Durchgang richtig guten Fußball gespielt, hatten viele Kombinationen drin und waren dominant. Später haben wir jedoch durch individuelle Fehler teilweise die Ordnung verloren“, resümierte Anfang.

Die Aufstellung war als deutlicher Fingerzeig von Anfang zu werten, wie seine erste Elf in Bochum wohl aussehen dürfte – und sie bot nur wenig Überraschendes. Vor Stammtorhüter Timo Horn bildeten der ebenfalls gesetzte Rafael Czichos sowie Jorge Meré das Innenverteidigerpärchen. Der junge Spanier hatte den Vorzug erhalten vor Lasse Sobiech. Rechts verteidigte zunächst Neuzugang Benno Schmitz, auf der linken Abwehrseite trug Jonas Hector erstmals nach seiner Ernennung zum neuen Kapitän die Binde am Arm. Als Abräumer vor der Viererkette agierte wie gewohnt Salih Özcan. In der Offensive richteten sich die Augen der 2500 weitestgehend Kölner Zuschauer vor allem auf den jüngst verpflichteten Dominick Drexler, der im halblinken Mittelfeld neben dem ebenfalls neuen Louis Schaub seinen Einstand gab - und überzeugte. Über rechts kam der weiterhin formverbesserte Christian Clemens, auf Linksaußen, der vermeintlichen Problemposition des FC, durfte sich Serhou Guirassy beweisen. Das Sturmzentrum, die wohl letzte noch sehr eng umkämpfte Position in der Startelf der Kölner, deckte – und das war nicht unbedingt zu erwarten gewesen – bis zur 60. Minute der emsige Jhon Córdoba ab, Simon Terodde durfte erst in der letzten halben Stunde ran.

Trotz drückender Schwüle erlebte die Partie einen rasanten Beginn – und nach nur 94 Sekunden den ersten Treffer. Nachdem Drexler zu einem Sprint angezogen hatte und nur mit einem Foul zu stoppen gewesen war, zirkelte Guirassy den folgenden Freistoß aus 20 Metern zentraler Position herrlich unter den Querbalken. Sechs Minuten später glich Mainz mit einer Kopie des Kölner Führungstreffers aus. Diesmal war es Ex-FC-Profi Daniel Brosinski, der den Ball ebenfalls unhaltbar verwandelte. Sehenswert war auch die erneute Führung des FC: Schaub steckte den Ball perfekt durch in die Schnittstelle zu Clemens, der frei vor dem Tor die Nerven behielt und flach vollendete (18.). Die Automatismen im Kölner Offensivspiel griffen weiter gut, und in der 34. Minute erhöhte Córdoba mit einem von ihm herausgeholten und dann noch lässig verwandelten Foulelfmeter zur 3:1-Pausenführung.
 
Doch derart reibungslos ging es nicht weiter für den FC. Erst schied in Schmitz der bis dato einzige noch gesunde etatmäßige Rechtsverteidiger mit einer Muskelverletzung im Unterschenkel aus (48.), und dann wurden die Kölner fahrig. Brosinski verkürzte mit einem höchst umstrittenen Strafstoß auf 3:2 (52.), ehe Jonathan Burkhardt sogar ausglich (69.). Am Ende raffte sich der Zweitligist aber noch einmal auf: Der kurz zuvor eingewechselte Niklas Hauptmann schloss eine schöne Kombination über Guirassy und Terodde zum 4:3 ab (73.). Den Schlusspunkt unter den zweiten Kölner Testspielsieg in Folge gegen einen Bundesligisten setzte der für Schmitz ins Spiel gekommene Marcel Risse mit einem Freistoß-Geschoss aus 35 Metern Entfernung (85.).