DFB-Pokal

1. FC Köln freut sich auf ein Fußballfest gegen Schalke

Mal ernst, mal heiter ging es am Dienstag zwischen Markus Anfang (r.) und Armin Veh zu.

Mal ernst, mal heiter ging es am Dienstag zwischen Markus Anfang (r.) und Armin Veh zu.

KÖLN. Der 1. FC Köln erwartet Schalke zur zweiten Hauptrunde im DFB-Pokal. Die Pressekonferenz vor der Partie fällt betont entspannt aus

Raus aus dem Zweitliga-Alltag, rein in den DFB-Pokal, und da gegen keinen Geringeren als den Vizemeister aus Schalke. Köln freut sich auf ein Fußballfest an diesem Mittwochabend (18.30 Uhr/live bei Sky). Ein besonderes Spiel also für die Gastgeber.

Aber nicht nur deshalb begleitete Armin Veh seinen Trainer Markus Anfang rund 30 Stunden vor dem Anpfiff zum Pressegespräch. Dem Sportchef des FC war es ein Anliegen, nach der öffentlichen Kritik das eine und das andere klarzustellen.

Er sei zuversichtlich, dass es besser werde. Ungeachtet dessen „mache ich meinen Job und versuche, die Dinge in meinem Sinn einzuordnen. Ich rede täglich mit dem Trainerteam, auch sehr kritisch“. Man spreche auch nicht Dinge ab und gebe sie nach außen, „damit jemand zufrieden ist. Wir gehen sehr kritisch, aber auch sehr professionell damit um. Für mich ist es wichtig, dass ich einen Trainer habe, mit dem ich mich auf einer Ebene unterhalten kann. Das gibt mir die Zuversicht, dass wir besser werden“.

Den permanenten Austausch untereinander hob auch Anfang hervor. Bekanntlich sitze Veh während der Spiele erhöht auf den Tribünen, habe von dort einen anderen Blick auf das Spielgeschehen und könne so „das eine oder andere sagen, was wir verbessern können“. Es sei aber so, dass man den Spielern weiterhin Zeit gebe, sich und das Spielsystem zu verbessern. „Es ist normal, dass man Fehler macht, wenn man neue Dinge lernt. Daraus muss man lernen und es besser machen. Wir wussten, dass es ein schwerer Weg ist. Wir gehen ihn gerade.“

Bei aller sachlichen Situationsbeschreibung blieb am Dienstag Platz für die eine oder andere Frotzelei. Den Auftakt lieferte der 57-jährige Veh, als er zu dem Umstand, dass Anfang (44) als Spieler in der Saison 1997/98 das Schalker Trikot trug, meinte: „Das ist ja schon ewig her, das weiß ja kein Mensch mehr.“ Anfangs Replik: „Das ist auf jeden Fall nicht so lange her wie bei dir.“ Auf die Erwiderung des jahrelang für Mönchengladbach spielenden Veh, „aber an mich kann man sich noch erinnern“, konterte Anfang: „Aber nur in Gladbach!“

Veh spricht sich gegen Anglizismen aus

Im weiteren Verlauf der Gesprächsrunde mit den Medien drückte Veh zunächst seinen ehrlichen Respekt vor dem Arbeitseinsatz des Trainers aus, als er darauf hinwies, dass der bereits morgens um neun am Geißbockheim sei, obwohl erst abends ab sechs trainiert werde.

Dann stach Markus Anfang der Hafer, als er rhetorisch zum Sportchef meinte: „Aber du fährst nach Hause nach Augsburg, wenn wir zwei freie Tage haben.“ Der konterte: „Wenn ich einmal zwei freie Tage habe, dann bin ich so fleißig, dass ich mir eine Mannschaft anschaue, von der wir uns einen Spieler holen könnten.“ Prompt meinte Anfang: „Aber die spielt in Augsburg!“

Gelächter hüben wie drüben, doch der Sportchef hatte noch einen kleinen Pfeil im Köcher. Schon nach dem jüngsten Spiel hatte er sich über die Verwendung von Anglizismen wie „Box“ echauffiert. Als das Wort nun wieder zu hören war, meinte Veh zunächst ernst: „Wir sprechen nicht von der Box. Das ist der Sechzehner oder der Strafraum.“

Im weiteren Gesprächsverlauf, als er zu seiner feinen Ironie zurückfand, griff er dann selbst noch einmal den Modebegriff auf: „Früher hat man mehr Fußball gespielt und weniger analysiert, was in der Box alles so passiert. Das Schlimme ist, tausend Analysen werden geführt, nur das Spiel wird nicht besser.“

Voraussichtliche Aufstellungen:

Köln: T. Horn; Schmitz, Meré, Czichos, Hector; Höger; Risse, Schaub, Özcan, Drexler; Terodde.

Schalke: Nübel; Sané, Naldo, Nastasic; Caligiuri, Mas-carell, Mendyl; McKennie, Bentaleb; Burgstaller, Konoplyanka. – SR: Osmers (Hannover).