Fußball-Regionalliga

Wichtiges Spiel für den Bonner SC gegen SV Straelen

Derzeit erfolgreichster Torschütze in der Regionalliga West: BSC-Stürmer David Bors traf 13 Mal.

Derzeit erfolgreichster Torschütze in der Regionalliga West: BSC-Stürmer David Bors traf 13 Mal.

BONN. Der Bonner SC ist gewarnt: Möglicherweise steigt in der Regionalliga West auch der Viertletzte ab. Trainerin Inka Grings kommt am Samstag (14 Uhr) mit dem SV Straelen in den Sportpark Nord.

Die Konkurrenz spielte diesmal nicht mit. Während der Fußball-Regionalligist Bonner SC trotz phasenweise guter Leistung und einer 1:0-Führung zur Pause bei der U23 von Fortuna Düsseldorf mit 2:3 verlor, sammelten die Abstiegskandidaten SC Wiedenbrück (1:0 gegen Rödinghausen), Wattenscheid 09 (3:1 gegen Kaan-Marienborn) und die U23 des 1. FC Köln (2:1 bei Viktoria Köln) ausnahmslos Punkte. Der Vorsprung des BSC auf den möglicherweise abstiegsrelevanten 15. Tabellenplatz, auf dem aktuell Wattenscheid zu finden ist, beträgt lediglich noch drei Punkte.

Die Lage ist durchaus ernst, denn aus der 3. Liga droht der Abstieg der Sportfreunde Lotte und von Fortuna Köln in die Regionalliga West. Dies hätte einen vierten Absteiger zur Folge. Auf den garantiert zum Abstieg führenden 16. Platz, dort steht der SC Wiedenbrück, sind es bei sieben noch ausstehenden Partien für den BSC aktuell noch sechs Zähler. Am Samstag (14 Uhr, Sportpark) gegen den SV Straelen und dann am kommenden Mittwoch (19.30 Uhr, Sportpark Nord) gegen Lippstadt 08 kann sich die Elf von Trainer Markus Zschiesche mit zwei Siegen möglicherweise schon entscheidend in Richtung Mittelfeld absetzen.

„Wir sind uns bewusst, in welcher Situation wir uns befinden“, sagt Zschiesche. „Es geht vor allem darum, dass wir die gute Ausgangssituation, die wir uns durch die Siege gegen Essen und Verl erspielt haben, nicht gegen direkte Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg kaputtmachen.“ Vor allem der SV Straelen könnte ein dankbarer Gegner sein, wirkte der Aufsteiger, gegen den der BSC das Hinspiel mit 0:2 verlor, doch zuletzt alles andere als sattelfest. Aus den letzten acht Spielen holte Straelen lediglich drei Unentschieden. Fünfmal in Folge blieb die Mannschaft der neuen Trainerin, Ex-Nationalspielerin Inka Grings, zuletzt sogar ohne Torerfolg, verlor am vergangenen Sonntag 0:2 gegen den SC Verl.

Die Fußballlehrerin Grings war am Montag als Nachfolgerin von Marcus John beim Aufsteiger vorgestellt worden und avancierte damit deutschlandweit zur ersten Frau, die ein Team aus den obersten vier Männer-Ligen betreut.

Mit der Art und Weise, wie der BSC in Düsseldorf Fußball gespielt hat, war Zschiesche trotz der Niederlage einverstanden. „Umso ärgerlicher ist es, solch eine Partie als die eindeutig bessere Mannschaft zu verlieren“, sagt der BSC-Trainer. „Es ist eben oft sehr schwer, eine gute spielerische Linie und das passende Ergebnis in Einklang zu bringen.“

Beim 2:3, die zweite Niederlage im sechsten Spiel unter Zschiesche, war laut dem 37-Jährigen die Abwehr vom Kopf her in den entscheidenden Situationen nicht Herr der Lage. „Gegen Straelen brauchen wir zudem noch mehr Willen und noch mehr Leidenschaft.“

Für den Berliner geht es jetzt darum, den Klassenerhalt so früh wie möglich unter Dach und Fach zu bringen. Und dafür scheinen die beiden Heimspiele eine günstige Gelegenheit. „Mit sechs Punkten könnten wir für klarere Verhältnisse sorgen“, findet der BSC-Coach, der wohl oder übel erneut auf Markus Wipperfürth verzichten muss. Den Linksverteidiger plagt eine Zyste in der Kniekehle. Wann Wipperfürth wieder spielen kann, ist offen. Bis auf den ebenfalls angeschlagenen Robin Schmidt und die rekonvaleszenten Mario Weber und Jukya Fujishima hat Zschiesche für die bevorstehende englische Woche alle Spieler an Bord.

Mit einer guten Ausbeute aus den Spielen wäre zudem BSC-Sportdirektor Thomas Schmitz und Trainer Markus Zschiesche gleichermaßen geholfen. Während Schmitz die Trainerfrage im Hinblick auf die kommende Saison so rasch wie möglich, am besten noch vor Ostern, vom Tisch haben möchte, will sich Zschiesche lieber erst dann entscheiden, wenn der Klassenerhalt zumindest absehbar ist.