Weihnachtscircus in Bonn

Helena Polach lässt die Kicker vom Bonner SC alt aussehen

BONN.  Den Zuschauern stockte der Atem, als die "fliegenden Menschen" von Trapez zu Trapez wirbelten. In 13 Metern Höhe tanzte die fünfköpfige Akrobatengruppe aus Frankreich durch die Lüfte. Der Salto Mortale saß perfekt bei der Premiere des Bonner Weihnachtscircus am Donnerstagabend.
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Eins, zwei, drei, vier, fünf Fußbälle jongliert Helena Polach durch die Manege.
											Foto: Max Malsch

Eins, zwei, drei, vier, fünf Fußbälle jongliert Helena Polach durch die Manege. Foto: Max Malsch

Passend zur Weihnachtszeit marschierten die Artisten zum live gespielten "Jingle Bells" in die Manege ein, nachdem der Nachwuchs der Zirkusschule "Don Mehloni" seine Kunststücke präsentiert hatte.

Auf jeden Peitschenschlag hörten die schwarz-weiß gescheckten Pinto-Pferde und bäumten sich sogar auf. Die Kamele ließ das kalt. Doch kam ihnen ein Gaul zu nahe, schnappten sie frech nach dem Schweif. Erstaunlich zahm gaben sich da die kleinen Terrier bei der Hundedressur, im Rudel ging es über Stühle und in die Arme des Dompteurs.

Als Überraschungsgäste standen plötzlich vier Fußballjungs vom Bonner SC im Zelt, um mit der tschechischen Jongleurin Helena Polach Bälle zu kicken. Die Nervosität der Fußballer war wohl größer als die aller Akrobaten zusammen: Während bei Polach jeder Trick saß, mussten die vier schon mal die Hände zur Hilfe nehmen. Das machte die Blondine im nächsten Moment wieder wett, als sie fünf Bälle gleichzeitig in der Schwebe hielt.

Ein prominentes Ständchen gab es in der zweiten Hälfte der zweieinhalbstündigen Show von Yasmina Hunzinger, die schon in der vergangenen Staffel von "The Voice of Germany" im Team Nena sang. Gleichzeitig nutzte sie die Manege für den Dreh ihres neuen Musikvideos.

Bereits im sechsten Jahr kommt der Weihnachtscircus nach Bonn, die Artisten sucht Zirkusdirektor Manuel Fischer das ganze Jahr über persönlich aus. Schon sein Großvater zog damals durch die Lande und machte in den 20er und 30er Jahren auch Halt in Bonn. Einen gewissen Zauber hätten die Künstler selbst in der heutigen Zeit behalten, trotz Heimkino und 3D-Filmen, findet er. Die skurrilen Auftritte wirkten fremd, die Nähe zu den Artisten mache sie hingegen besonders realistisch. Deshalb kämen viele Familien sogar mehrmals in die Vorstellungen.

Noch zwei Wochen gastiert der Zirkus im Zelt auf dem Vorplatz der Beethovenhalle. Dann tritt auch Comedian Dr. Eckart von Hirschhausen auf, für dessen Stiftung "Humor hilft heilen" rote Clownsnasen verkauft und Spenden gesammelt werden.

Frei nach dem Motto "Lachen ist die beste Medizin" finanziert die gemeinnützige Organisation Clownsvisiten an Krankenbetten, bildet Ärzte und Pfleger weiter und unterstützt wissenschaftliche Studien.

Manege frei:
Tickets für den Weihnachtscircus, der bis 6. Januar in Bonn gastiert, gibt es ab 22,50 Euro für Erwachsene und ab 16,90 Euro für Kinder bis 14 Jahre. Für unter Dreijährige ist der Eintritt frei. Karten gibt es in den Bonnticket-Shops in den GA-Zweigstellen. Weitere Informationen zu den Vorstellungen auf www.bonner-weihnachtscircus.de

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