Kommentar

Poldis Neuanfang

Liebling der Massen war Prinz Poldi bei seiner Rückkehr vor drei Jahren, als über 20.000 Fans zu seinem Trainingsauftakt strömten. Das Idol ist er noch immer und wird es bleiben.

Denn dass Lukas Podolski Köln den Rücken kehrt und sich einer neuen Herausforderung zuwendet, nimmt dem 26-Jährigen kaum jemand übel. Zu groß ist die Diskrepanz zwischen seinem fußballerischen Weltniveau und den Leistungen der meisten Kollegen des Abstiegskandidaten.

Rückblickend haben die Skeptiker der Rückholaktion von 2009 Recht behalten. Im Alleingang konnte Lukas Podolski den FC nicht vorwärts bringen, und für den Kauf geeigneter Nebenleute fehlte das Geld. So wurden vom Verein in den drei Jahren 15 bis 18 Millionen Euro für ihn ausgegeben, während man sportlich auf der Stelle trat.

Dass er zum Gesicht, ja zum Markenzeichen des Clubs gemacht wurde, unterstrich noch den falschen Messias-Kult, den man ohne sein Zutun um ihn betrieb.Nun wird der Weg frei zum Neuanfang.

So auch für Podolski. Er wechselt aus der kölschen Komfortzone in ein Team, in dem er zunächst ein Neuer unter vielen Stars ist. In London wird man ihn erst wahrnehmen, wenn er Tore am Fließband produziert. Deshalb muss der 95-fache Nationalstürmer bei den Kanonieren seine Trefferstärke zeigen, will er nicht als ewiger Provinz-Prinz abgestempelt werden.

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