Pecher Hauptstraße

Wunsch nach Tempo 30

Auf der Pecher Hauptstraße gilt schon an vielen Stellen Tempo 30, doch jetzt soll das Limit über all auf der Straße gelten.

Auf der Pecher Hauptstraße gilt schon an vielen Stellen Tempo 30, doch jetzt soll das Limit über all auf der Straße gelten.

PECH. Wird die Pecher Hauptstraße komplett zur Tempo-30-Zone? Die Mehrheit in der Ortsvertretung wünscht sich das, doch das könnte die Gemeinde viel Geld kosten.

Die Ortsvertretung in Pech hat sich erneut mit der Einrichtung einer durchgängigen Tempo-30-Zone auf der kompletten Pecher Hauptstraße beschäftigt. Wie Jutta Danylow, Vorsitzende der Ortsvertretung, erklärte, diskutiere man das Thema bereits seit Mai.

Was das Ganze so schwierig mache, sei die Gefahr, dass dann wieder eine Rechts-vor-links-Vorfahrtsregelung eingeführt würde und damit einhergehend auch Fördermittel zurückgefordert werden könnten, mit denen die Straße seinerzeit ausgebaut worden war.

Danylow verwies dabei auf eine entsprechende Einschätzung des Beigeordneten Jörg Ostermann. Da die Pecher Hauptstraße keine Unfallhäufigkeiten aufweise, und auf der Hälfte der rund 1,4 Kilometer langen Straße ohnehin bereits Tempo 30 gelte, fragte sich Danylow, ob eine solche Maßnahme überhaupt sinnvoll ist.

CDU: Ungezählte Kinder sind gefährdet

Für Jürgen Kleikamp (CDU) führt allerdings an einer geschlossenen Tempo-30-Zone kein Weg vorbei, weil auf der Pecher Hauptstraße teils regelrecht „gebrettert wird“. Auch sieht Kleikamp ungezählte Kinder gefährdet, die vor allem vor den Reihenhäusern spielen: „Wir können hier nicht warten, bis erst etwas passiert.“

„Ich wohne auf der Austraße in Niederbachem, auf der auch Tempo 30 gilt und das bringt Null“, hielt Danylow dagegen. Trotzdem machte sich auch Jürgen Meinberg (FDP) für die Einrichtung einer durchgängigen Tempo-30-Zone stark: „Wir müssen Fehlverhalten auch ahnden können.“

Auch Volker Strehl, Vorstand der Wachtberger Gemeindewerke, machte klar, dass natürlich der Bauausschuss die Einrichtung einer solchen Zone beschließen könne. Gleichwohl würde man in dem Fall in der Tat Gefahr laufen, dass die Pecher Hauptstraße ihren Status als übergeordnete Straße verliert und zwei zweckgebundene Zuwendungsbescheide für den Ausbau zurückgefordert würden.

Knappe Mehrheit für Prüfempfehlung

Laut Strehl handelt es sich dabei um insgesamt 750.000 Euro, wobei die Gemeinde auch prüfen müsste, ob die Kosten dann umgelegt werden müssten. „Das ist ein hochkomplexes Thema“, betonte Strehl. Kleikamp will nun den Bauausschuss prüfen lassen, ob eine durchgängige Tempo-30-Zone Zone eingeführt werden kann, „ohne Rückforderungen auszulösen“. Dabei soll auch die Vorfahrtsberechtigung beibehalten werden. Für diese Prüfempfehlung votierte eine knappe Mehrheit.

Einhellige Zustimmung fand der Vorschlag von Kleikamp, die vorgesehene energetische Sanierung der Turnhalle in Pech zu einer Vergrößerung des Gebäudes zu nutzen. Und zwar geht um fünf Meter. Hintergrund ist: Der FC Pech habe deutlich an Mitgliedern zugelegt, um mehr als 100 auf 572, weshalb man auch die Angebote in der Turnhalle erweitern müsse.

Eine Funktionärin des Vereins bestätigte, wenn dies nicht erfolge, dass „ein Aufnahmestopp“ überlegt werden müsse. Da nach Kleikamps Recherchen ein solcher Ausbau auch keine Auswirkungen auf den Zuweisungsbescheid von 162.000 Euro habe, riet er, die Gunst der Stunde zu nutzen: „So eine Chance bekommen wir nie wieder“.

Die Ortsvertretung empfahl daraufhin einstimmig dem zuständigen Ausschuss, bei der energetischen Sanierung der Pecher Turnhalle „die Leistungen einzupreisen, die zu einer Erweiterung des Gebäude um fünf Meter erforderlich sind“. Dabei gehe es laut Kleikamp erst einmal um eine Kostenermittlung, denn klar sei auch, dass die Gemeinde die Erweiterung selber trage müsse.