Serie "Die andere Perspektive"

Unterwegs mit dem Nextbike-Techniker in Wachtberg

Mehrmals in der Woche checkt Stefan Krämer die Stationen der Nextbike-Räder.

Mehrmals in der Woche checkt Stefan Krämer die Stationen der Nextbike-Räder.

Wachtberg. Unsere neue Serie "Die andere Perspektive" stellt Menschen vor, an die man bei einem Thema nicht direkt denkt. Die erste Folge dreht sich um Stefan Krämer, der Fahrräder einsammelt und kontrolliert.

Es ist ein sonniger Morgen an der Nextbike-Station am Einkaufszentrum in Berkum. Stefan Krämer lenkt das Spezialfahrzeug mit acht vollständig geladenen Elektrorädern vor die Station und legt los: checken, korrigieren, umladen. Seit 6 Uhr ist er unterwegs und kümmert sich um die Räder an den sieben Stationen in Wachtberg, Meckenheim, Rheinbach, Swisttal, Bornheim, Alfter und Weilerswist.

„Wie viele Räder da sind, hat man schon bei der Anfahrt im Blick“, sagt der Service-Mann des E-Bike-Verleihers. Ob Räder hier schon lange stehen, ob gerade viele ausgeliehen sind und wie der Akkuladestand ist, verrät ihm seine Spezial-App. „Der Nutzer sieht den Akkuladestand an den LED-Anzeigen am Fahrrad oder in der Nutzer-App auf seinem Handy“, erklärt Krämer. Vor allem ist seine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass ausreichend technisch einwandfreie Räder verfügbar sind.

Heute Morgen zeigt bei zwei Rädern die LED-Anzeige nichts an. „Das kommt schon mal vor, wenn die Technik in eine Art Standby-Zustand runterfährt“, erklärt der kundige Techniker. Das bedeute allerdings nicht, dass der Akku leer ist, wie die App auch gleich verrät. Krämer „weckt“ die Software und stellt das Rad wieder an die Station. „Ausleihen kann man das trotzdem, der Akku ist ja voll“, sagt er. Dass es ernsthafte technische Probleme in dem ausgereiften System gibt, sei sehr selten.

Wild abgestellte Räder habe dagegen bis vor Kurzem öfter mal zu zusätzlichen Fahrten geführt. So standen E-Bikes aus dem Ländchen auch mal an Wirtschaftswegen in Roisdorf oder in Bonn. Seit es virtuelle Rückgabestationen gibt und Nextbike für „wildes“ Abstellen eine Servicegebühr von 20 Euro erhebt, seien solche Touren fast unnötig geworden, so Krämer. Das verschafft ihm mehr Zeit, sich um die Technik und ein ausreichendes Angebot zu kümmern. Am Einkaufszentrum holt er mit geübtem Griff ein zehntes E-Bike vom Spezialfahrzeug und stellt es in eine der zwölf Stationen. Noch eine kurze Kontrolle bei den anderen Rädern: Alle LED’s funktionieren, alle Akkus sind voll oder laden gerade.

„Wir halten in der Regel zwölf Stationen vor, falls mal ein Rad aus einer Nachbarkommune abgestellt werden soll“, erfährt man später von Nils Möller, Regionalleiter Rheinland bei Nextbike. Tatsächlich würden die Stationen auch in den ländlichen Gebieten gut angenommen. Seit dem Start des Projekts zählte das Unternehmen knapp 3000 Ausleihen, mehr als 10 Prozent davon allein in Wachtberg.

Die E-Bikes in den sechs linksrheinischen Kommunen und Weilerswist kosten zwei Euro für 30 Minuten elektrounterstützten Radelns. Wer 15 Euro in einen Monatstarif investiert, ist in diesem Zeitraum ab der jeweiligen Ausleihe 30 Minuten kostenlos unterwegs. Für pauschal drei Euro Nachttarif leiht man dann das E-Bike zwischen 17 und 8 Uhr morgens. Zahlt man bereits für eine VRS-Chipkarte, kostet der Basistarif nur noch einen Euro je 30 Minuten. Das Monatsabo schlägt in diesem Fall nur noch mit 12 Euro zu Buche und Nachteulen sind für zwei statt für drei Euro zwischen 17 und 8 Uhr morgens unterwegs. Wer dauerhaft mit dem E-Bike der RVK radeln will, für den lohnt sich oft das Jahresabo für 60 Euro oder 48 Euro für alle, die eine VRS-Chipkarte haben.