Kinderbetreuung in Wachtberg

Gespräche über neue Berkumer Kita gescheitert

Auf dem Gelände an der Straße Alte Molkerei in Berkum, wo die neue Kita des Limbachstiftes entstehen sollte, ist kein Baubeginn in Sicht.

Auf dem Gelände an der Straße Alte Molkerei in Berkum, wo die neue Kita des Limbachstiftes entstehen sollte, ist kein Baubeginn in Sicht.

Wachtberg-Berkum. Jetzt steht es fest: Es gibt keinen Vertrag zwischen Axenfeld-Gesellschaft und Limbach-Stiftung für einen Kindergarten-Neubau. Eltern bekommen vorerst nur Betreuungsverträge bis zum 31. Juli 2018.

In der Sondersitzung des Wachtberger Rates im August hatte Bürgermeisterin Renate Offergeld noch einen baldigen Vertragsabschluss für möglich gehalten. Jetzt sind die Verhandlungen zwischen Limbachstiftung und Axenfeld-Gesellschaft über den Bau des Kindergartens an der Alten Molkerei in Berkum gescheitert. Das Landesjugendamt hat der Gemeinde nach GA-Informationen mündlich zugesagt, die provisorische Kita „Schatzkiste“ im Saal des Limbachstifts über Sommer 2018 hinaus weiter zu betreiben. Allerdings müssen konzeptionelle und bauliche Veränderungen vorgenommen werden.

„Leider liegen uns noch keine belastbaren Aussagen des Landesjugendamts vor, die uns Aufschluss über Art, Umfang und Umsetzbarkeit der für eine Verlängerung der Betriebsgenehmigung erforderlichen Maßnahmen zulassen“, sagte Offergeld, die am Dienstagabend auch die Eltern der „Schatzkiste“ informierte. Die Verhandlungen mit der Axenfeld-Gesellschaft seien „ohne tragfähiges Ergebnis“ beendet worden.

Noch im März schien Bewegung in die Sache gekommen zu sein: Der Landschaftsverband hatte auf der Basis von Bauplänen die Betriebserlaubnis für die neue Kita mit 50 Plätzen in Aussicht gestellt, die die Axenfeld-Gesellschaft auf einem Grundstück der Limbachstiftung errichten und betreiben wollte. Spätestens im Sommer 2018 sollte Eröffnung sein. „Die Vorstellungen der Beteiligten lagen bei einigen Eckpunkten des Projekts zu weit auseinander, als dass eine Fortsetzung der Vertragsverhandlungen sinnvoll gewesen wäre“, sagte Kerstin Rüttgerodt, Sprecherin der Axenfeld-Gesellschaft, auf Nachfrage.

Offergeld war als Kuratoriumsvorsitzende der Limbachstiftung an den Verhandlungen beteiligt, ins Kuratorium sind weitere Wachtberger Ratsmitglieder entsandt. Diese Verbindung geht auf den Stifterwillen des Berkumer Gutsbesitzers Heinrich Limbach und preußisches Recht zurück.

„Wichtig ist, dass die Eltern weiterhin eine gute Betreuungslösung haben“, sagte Oliver Henkel (Grüne), der Mitglied des Kuratoriums ist. Nun müsse ein neuer Träger gefunden werden. „Jahrelanges Herumwurschteln endet mit der Kapitulation. Das Kuratorium hat sich wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert“, findet Joachim Mittweg (UWG). Jörg Wilms (FDP) macht dem Gremium keinen Vorwurf. Der Abbruch der Verhandlungen sei zwar „vom Zeitpunkt überraschend, aber in der Sache nicht unbegründet“ gewesen. Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Franz-Josef Jäger, findet: „Es ist traurig, dass es nach so vielen Jahren nicht geklappt hat.“ Die Kindergartensituation in Wachtberg müsse nun befriedigend gelöst werden.

Thomas Franz (Unser Wachtberg) sagte: „Zunächst ist es wichtig, dass das Provisorium weiter bestehen kann.“ Dann müsse die „unendliche Geschichte“ mit einem anderen Investor zu Ende gebracht werden. Ob die Gemeinde Wachtberg den neuen Kindergarten selbst errichten könnte oder ein neuer Träger, muss nach Meinung der SPD jetzt geklärt werden. „Es ist schade, dass es so gekommen ist, denn bei der Kita in Villiprott sind wird mit Axenfeld gut zurecht gekommen“, sagte SPD-Fraktionschef Andreas Wollmann.

Für die betroffenen Eltern bleibt noch eine Unwägbarkeit. Offergeld informierte sie, dass die Betreuung im laufenden Kindergartenjahr unverändert fortgesetzt werde. Planungssicherheit für die Zukunft gebe es aber erst, wenn die verlängerte Betriebsgenehmigung erteilt sei. Betreuungsverträge gibt es deshalb nur bis zum 31. Juli 2018. „Vordringliches Ziel der Limbach-Stiftung ist, kurzfristig Planungssicherheit zu schaffen“, so Offergeld.